Berufebilder by Simone Janson

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Existenzgründung » Medien & Web 2.0 » Serie über Twitter in Unternehmen:
Vieles ist noch im Aufbau

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Bislang verwenden vor allem Unternehmen, die bereits eine Affinität zu Social Media haben, Twitter zur Personalsuche – und zu echter Kommunikation. Langsam ziehen auch andere Unternehmen nach.


Ein gutes Beispiel für eines dieser Social-Media-Affinen Unternehmen: Die Ethority GmbH, die sich auf Marketing und Strategieentwicklung im Bereich Social Media spezialisiert hat.

Twitter als wichtiger Kanal für den Austausch

Twitter ist hier ein wichtiger Kanal für Öffentlichkeitsarbeit, aber auch für den Austausch untereinander: Über den Corporate Twitter-Account versenden viele Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen Tweets und versammeln so das Know-how zu ganz verschiedenen Themen wie IT, Marktforschung oder Marketing in einem Informationskanal.

Da liegt es nahe, auch bei der Besetzung einer Stelle die Kanäle zur Mitarbeitersuche einzusetzen, auf denen sich die künftigen Mitarbeiter bewegen sollen: „Twitter bietet selbst in 140 Zeichen die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der Person zu machen“, erklärt Pressesprecherin Sabrina Panknin. „Man schaut sich seine Tweets an und kann daraus ein Stück Persönlichkeit ablesen – anders als beispielsweise bei XING, wo man nur einen aufbereiteten Lebenslauf findet.“ Panknin hat selbst ihren Job natürlich auch via Twitter gefunden: „Ich hatte mein Stellengesuch per Tweet gepostet und in meiner Bio das Gesuch vermerkt, daraufhin erhielt ich ein Jobangebot.“

Traditionelle Unternehmen ziehen nach

Doch auch traditionellere Unternehmen nutzen Twitter mittlerweile auf verschiedenen Kanälen. Versandhausriese Otto beispielsweise wickelt seit Juli als bislang einziges deutsches Unternehmen seinen Kundenservice auch via Twitter ab: So geht Otto in Tweets direkt auf Beschwerden ein oder beantwortet Fragen zu Artikeln oder Bestellungen.

Zwar sei es manchmal schwer, sich der Kritik zu stellen und auch Fehler einzugestehen, wie Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group, zugibt, doch genau hier sieht das Unternehmen großes Potenzial: „Der klare Vorteil ist, dass wir sofort mitbekommen, was die Nutzer bewegt, und darauf direkt reagieren können.“

Dialog: Wertvolle Hinweise für Verbesserungen

Der Twitter-Dialog liefert dem Unternehmen wertvolle Hinweise, welche Infos sich die Nutzer wünschen und was sich aus Kundensicht weiter verbessern lässt. Dennoch sieht man sich bei Otto noch in der Erprobungsphase.

Beispiel Schnelligkeit: „Zwar ist es unser Ziel, unseren Followern auf Anfragen möglichst schnell zu antworten. In manchen Fällen dauert es aber auch etwas länger, weil die Echtzeitkommunikation jenseits des Telefons noch nicht zur Routine gehört – daran arbeiten wir“, sagt Voigt. Denn nach wie vor sei Twitter ein Lernfeld: „Insgesamt befinden wir uns noch in einer frühen Phase des Projekts, in der es darum geht, wie Prozesse an dieses schnelle Medium anzupassen sind. Auf die weitere Entwicklung sind wir aber sehr gespannt.“

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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