Berufebilder by Simone Janson

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Was bringt eigentlich Bannerwerbung?

Sie gelten vielen immer noch als das Non-Plus-Ultra der Werbung: Werbebanner! Rotierend, blinkend, irgendwo am Seitenrand und fast immer als Java-Script eingebunden. Aber ist die Vorreiterrolle auch berechtigt?

banner

Als ich vor einem halben Jahr ganz naiv auf die Suche nach einem Vermarkter für mein Blog ging, war mein Ziel, auch endlich ein Werbebanner auf meine Seite zu bekommen. Dabei habe ich allerdings eines übersehen: Werbebanner ist nicht gleich Werbebanner. Da gibt es gewaltige Unterschiede.

Welche Bannerformen gibt es?

Es gibt Affiliate-Banner, für die man nur Geld bekommt, wenn Leute sich irgendwo anmelden oder etwas kaufen. Es gibt Banner, bei denen nach einfachem Klick bezahlt wird. Und solche, bei denen nach Seitenaufruf honoriert wird, sprich, wenn die Werbung auf der Seite angezeigt wird, gibt’s Geld dafür.

Über Affiliate-Werbung, die vergleichsweise wenig bringt, und Google-Adsense, das auf meinem Blog recht gut läuft, habe ich ja schon geschrieben. Was bringt nun Werbung nach Page-Views? Die Antwort ist: wenig. Zumindest, wenn man einen Vermarkter zwischenschaltet, der 40 Prozent im Monat von den Werbeinnnahmen nimmt. In meinem Fall kam pro 1000 Seitenaufrufe ungefähr ein Euro heraus, das Ergebnis kann man sich nun nach einem Blick auf meine aktuellen Mediadaten leicht selbst ausrechnen.

Quantität statt Qualität: Wann rechnet sich Bannerwerbung?

Damit echte Bannerwerbung sich rechnet, braucht man schon einen großen Blog mit einigen Hunderttausenden, ja noch besser Millionen Seitenaufrufen im Monat.

Laut Sascha Pallenberg setzt sich ja in den USA allmählich die Einschätzung durch, dass es darauf ankommt, wer ein Blog liest – und nicht nur, wie viele Seitenaufrufe es hat. Da die Deutschen immer fünf Jahre hinterher hinken, brauchen wir hier wohl noch etwas Geduld, bis auch kleine und mittlere Blogs mit einer spezialisierten (Fach) Zielgruppe, wie etwa in meinem Fall Recruiter und Personalexperten, etwas mehr von dem Werbekuchen abbekommen werden.

Solange es um reine Quantität und nicht um Qualität geht, können Blogs wie meiner das Thema Bannerwerbung getrost vergessen. Zumal jedes Banner, das als Java-Script eingebaut ist, nicht nur die Optik verschandelt, sondern die Seite auch lahmer macht. Zumal die Java-Scripts gerne mal an die falsche Stelle springen, was, wie mein Vermarkter mit mitteilt, ein tolerierter Fehler in Firefox ist. Wie schön, dass der Fehler verschwunden ist, seit ich die Werbebanner ausgebaut habe!

Neue Werbeformen gesucht!

Zumal ich bis heute nicht richtig verstanden habe, warum Werbebanner eigentlich so populär sind: Sie lassen sich mit Ad-Blockern leicht ausblenden, sehen unschön aus und werden von Lesern erwiesenermaßen (Stichwort Bannerblindheit) kaum wahrgenommen. Dennoch sind sie nach wie vor die populärste Werbeform.

Oder wie sagte Katharina Borchert in einem Interview so schön: „Wir haben noch nicht genug über neue Werbeformen nachgedacht.“

Also Leute, es muss doch Möglichkeiten für Werbetreibende geben, Leser etwas zielgruppenorierentierter (aber natürlich dennoch legal!) zu erreichen. Und es muss andererseits Werbetreibende geben, die auch Lust auf neue Werbeformen haben und nicht ewig die gleichen Banner buchen wollen? Oder ist die Stimmung bei den Werbeentscheidern momentan so schlecht, dass es keine neuen Experimentierformen gibt?

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

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