Etwas, das ich für sehr erfolgreich hielt, war InText-Werbung. Dennoch flog sie raus: Brachte zu wenig und beim Leser hinterließ sie ein ungutes Gefühl.
InText-Werbung funktioniert so: Durch ein Script werden bestimmte Begriffe in einem Text mit Hyperlinks versehen. Und zwar in Grün (während die klassische Linkfarbe eher blau ist) und doppelt unterstrichen – im Unterschied zu herkömmlichen Links, die nur einfach unterstrichen werden.
So geht’s!



Fährt man dann mit der Maus drüber, poppt erst die als solche gekennzeichnete Werbung auf. Wenn man draufklickt, öffnet sich ein neues Fenster mit der Werbung. Erst hier gibt’s dann den Link zum Werbepartner.
Anders als Textlinks sind die automatisiert eingebauten Links nicht suchmaschinenrelevant und auch gekennzeichnet. Und anders als andere Werbeformen steht die Werbung dennoch genau da, wo der Leser am ehesten hinschaut: mitten im Text. Die ideale Werbeform also?
Die ideale Werbeform?
Aus sicht des Werbetreibenden vielleicht. Aus Sicht des Lesers leider nicht! Denn die fühlten sich veräppelt und fragten mich per Kommentar, warum man denn bei jedem Klick auf einen Link nur auf Werbung gelangen würde. Sprich: Der Unterschied zwischen den normalen, richtigen Links und den Context-Werbelinks war nicht jedem klar. Selbst internet-affinen Lesern offenbar nicht.
Ich hatte ehrlich mit so etwas gar nicht gerechnet: Vermutlich weil mir seit Jahren klar ist, dass doppelt unterstrichene Links Werbung bedeuten, ich deshalb gar nicht erst drauf klicke und mich die Werbeform gar nicht stört.
Fazit
Und weil man nicht einstellen kann, welche Keywords denn nun gehyperlinkt werden, weil manchmal auch die richtigen Links überlappt wurden und das ganze auch nur so 30-50 Euro im Monat brachte – habe ich die InText-Werbung letztendlich dann auch wieder entfernt.
Aus Unternehmersicht halt ich InText-Werbung nach wie vor für eine gute Idee, verstehe aber auch die Position des Lesers.
16. September 2010 um 13:37 Uhr
Ich kann diese Erfahrung nur bestätigen. Die Leser werden sauer, bei dieser Form der Werbung.
Ich habe erst vor ein paar Tagen einem Blogger-Kollegen gesagt, er möchte doch bitte diese nervige Werbung entfernen, bei der ständig Hyperlinks aufpoppen. Er fand meine “Beschwerde” erst einmal nicht so witzig, offensichtlich hatte er sich seinen Blog noch gar nicht aus der Leser-Perspektive angesehen. Das tat er dann und ganz schnell waren die anstrengenden Hyperlinks wieder verschwunden.
Meiner Meinung nach sollte man alles unterlassen, was den Leser am Lesen des Content hindert, oder ihn schlichtweg nur nervt. Auch wenn das ein wenig Geld einbringt. Um mit dem Blog Geld zu verdienen, gibt es andere Möglichkeiten, die den Lesegenuss nicht stören und die wesentlich mehr Einnahmen bringen.
Jürgen Schnick
16. September 2010 um 14:20 Uhr
Hallo Herr Schnick,
Das mit der Leseperspektive sehe ich ein – andererseits betreibt man ja seinen Blog nicht nur aus reiner Gutmenschlichkeit, sondern auch, weil man zumindest den Zeitaufwand, denn man hineinsteckt, auch irgendwie monetarisieren möchte.
Mein persönlicher Eindruck ist bislang, dass effiziente Werbung entweder den Leser stört oder unredlich ist (zu letzterem siehe meine Beiträge über Textlinks). Das Interessante daran ist, dass die unredeichen Werbeformen vom Leser vielleicht weniger oder gar nicht wahrgenommen und auch nicht als störend empfunden wird – ich sie aber eigentlich viel schlimmer finde.
Ich – und viele andere Leser auch – würde mich daher über Hinweise über gewinnbringende, redliche, nicht-störende Werbeformen freuen.
Danke schonmal im Voraus!
16. September 2010 um 14:06 Uhr
Ich bin auf diversen Webseiten über diese Werbeform gestolpert (und das meine ich im übertragenen Sinn wörtlich) ich bin davon ausgegangen, das dies ja sehr viel Geld bringen muß wenn man als Webseitenbetreiber solche Stolpersteine in den Text einbaut. Ich lese gerne mit der Maus mit und dann sprang mich immer direkt die Werbung an.
Ich dachte dann drüber nach, in meine Seiten auch solche Textlinks einzubauen, hab es dann aber doch gelassen weil ich es einfach zu stören empfand.
Ohne den Mouseover-Effekt wäre es sicher verträglicher, aber es fehlt eben (wie schon angesprochen) die eindeutige Unterscheidung, ob das jetzt ein externer Werbelink oder ein interner Link ist.
16. September 2010 um 14:22 Uhr
Hallo Herr Böhme,
vielleicht bringt diese Werbeform anderen auch viel Geld – mir eben nicht. Dass jemand mit der Maus liest, daran habe ich, um ehrlich zu sein, gar nicht gedacht – aber danke für den Hinweis.
Der Mousover-Effekt ist ja bei dieser Werbeform erst der Witz, der sie überhaupt möglich macht.