Berufebilder by Simone Janson

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So sollte Plakatwerbung nicht aussehen (am Beispiel Europawahl)

busoGestern stand ich auf der Straße und sah auf der gegenüberliegenden Straßenseite dieses Werbeplakat der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo). Und zwar genau so, wie Sie das jetzt auch sehen: Sprich: Die Überschrift, das Bild und der Aufruf “BüSo wählen” waren zu erkennen. Das gelbe Kleingedruckte nicht.

Whats wrong?

Vielleicht oute ich mich jetzt als politisch uninteressiert, aber mir war BüSo bis dahin völlig unbekannt. Dunkel ahnte ich, dass Bü für Bürger und So für Sozial oder Solidarität stehen könnte. Was das ganze zur Europawahl mit Afrika und Landwirtschaft zu tun hatte, war mir schleierhaft. Vielleicht ein Trick, um den Betrachter neugierig zu machen?

Aber mir geht es hier gar nicht um BüSo oder deren Inhalte und schon gar nicht will ich selbige durch den Kakao ziehen. Viel mehr ist das m.E. ein gelungenes Beispiel dafür, wie Plakatwerbung nicht sein sollte: Nämlich einfach zu kompliziert.

Weniger ist mehr!

Denn Offenbar hat sich die Partei dazu entschieden, ihre komplexen Inhalte alle auf ein Plakat zu Pressen. Dadurch ist kein klarer Inhalt entstanden, mit dem der Betrachter auf einen Blick herausfinden könnte, wofür die Partei steht, sondern ein ziemliches Durcheinander:


Man fragt sich automatisch: Geht es jetzt um Landwirtschaft, Bürger der Hilfe für Afrika? Auch beim Kleingedruckten wird es nicht besser: Was ist die Peccora-Kommission? Warum soll ausgerechnet die Autoindustrie für Afrika umgerüstet werden? Und Investitionen in den Aufbau – in Europa oder Afrika?

Und es geht besser

Wie gesagt, es geht nicht um die Inhalte: Besser wäre es gewesen, einfach die wichtigsten Schlagworte auf einen neutralen Hintergrund zu pinnen. Und zwar Schlagworte mit denen jeder etwas anfanen kann und jeder auf einen Blick erkennt, wofür die Partei steht.

Ganz einfach: Weniger ist mehr. Gerade auch bei der Plakatwerbung. Denn die ist schon teuer genug -  und wenn Unternehmen und auch Parteien in schon Plakate investieren, sollten diese auch aussagekräftig sein und auf einen Blick, auch aus einiger Entfernung, erkennen lassen, wofür das Unternehmen steht.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

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