Klar, es wäre falsch, zu leugnen, dass gerade kleine und mittelständische Handwerksbetriebe mit den staatlichen Belastungen und der Zurückhaltung der Banken, was Kredite angeht, die größten Probleme haben, da sie bei ihrer Arbeit häufig in Vorleistung gehen und investieren müssen.
Im Handwerk entstehen Arbeitsplätze
Aber das Handwerk ist eine der Branchen in Deutschland, in der auch in der angespannten Konjunkturlage Arbeitsplätze entstehen. Zum Juli 2009 sind bei der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel 130.000 Stellenangebote für handwerkliche Berufe gemeldet.
Der tatsächliche Bedarf dürfte aber weitaus größer sein – gut Chancen also für alle, die sich in diesem Bereich selbständig machen wollen.
Individuelle Handarbeit statt Massenware
Der Grund ist einleuchtend: Immer mehr Kunden wünschen sich individuelle Handarbeit statt Massenproduktion, verbürgte Qualität statt Billigangeboten, denen nicht zu trauen ist und seriöse Beratung statt Schwarzarbeit. Die Kunden haben eingesehen, dass sie mit einer Geiz-ist-Geil-Mentalität zwar billige Leistungen, aber eben auch wenig Qualität erreichen.
Das zeigen zahlreiche Diskussionen, die im Internet über Plattformen geführt werden, auf denen man Handwerksleistungen versteigern kann – sprich, der Handwerker, der das billigste Angebot macht, gewinnt die Auktion.
Misstrauen gegen Billiganbieter
Das Angebot ist keineswegs so gefragt wie man denken sollte, im Gegenteil, viele User misstrauen den günstigen Angeboten und fragen verunsichert nach Erfahrungswerten, weil sie glauben dass das Ergebnis zu billiger Angebote qualitativ nur schlecht sein kann.
Genau dieses neue Qualitätsbewusstsein ist Ausdruck einer sich verändernden Kundenhaltung: Zukünftig wird es eben nicht mehr darum gehen, schnell Dinge zu einem billigen Preis zu bekommen, sondern gute Leistung – und die darf auch etwas kosten. Denn gerade in schlechten Zeiten wächst immer auch der Wunsch nach dem Besonderen.
Wie Handwerker vom Luxustrend profitieren
Swatch ist Trend und damit ein gelungenes Beispiel für den Erfolg des Uhrmacherhandwerks: Von der Plastikuhr zum Luxusobjekt. Angefangen hat alles mit bunten Spaßuhren aus Plastik. Mittlerweile führt die weltweit operierende Swatch Group ihre Gewinne immer stärker auch im hochpreisigen Uhrengeschät ein:
Gerade Luxusmarken wie Breguet, Omega, Glashütte und Certina sind die Wachstumstreiber der Holding. Für die Zukunft rechnet Swatch trotz Finanzkrise und gestiegenen Rohstoffpreisen gerade im Luxus-Segment mit steigenden Umsätzen.
Nachhaltigkeit und Qualität sind gefragt
Und mehr noch: Für immer mehr Kunden zählt nicht nur das reine Arbeitsergebnis, sondern auch der ideele Wert und der nachhaltige Nutzen, den sie von einer Dienstleistung haben. Und das sind genau diejenigen, die entsprechend finanzkräftig sind und bei denen dementsprechend eine langfristige Kundenbindung Sinn macht.
Gerade die Handwerksbranche hat bei dieser sich ändernden Kundenmentalität aufgrund ihres Images hervorragende Perspektiven: Denn Handwerksberufe in Deutschland können auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken können und die Gründung eines eigenen Handwerksbetriebes setzt in der Regel einen anspruchsvollen Qualifzierungsweg bis hin zum Meister voraus.
Daher wird Handwerk gemeinhin verbunden mit Qualität, Beständigkeit und Tradition. Und genau darum geht es vielen Menschen, wie eine Umfrage von GfK Roper Consulting unter 31.000 Menschen in 25 Ländern weltweit zeigt: Mehr als zwei Drittel (69 %) der befragten empfinden es mindestens als „wichtig“, Traditionen einen entscheidenden Platz in ihrem Leben einzuräumen.
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