Eine Möglichkeit für Existenzgründer, Ihr Unternehmen zu finanzieren: VentureCapital. VentureCapital-Gesellschaften sind auf Wachstumsbranchen spezialisierte Investoren, die Kapital geben ohne Sicherheiten zu verlangen. Sie stellen daher eine Alternative da, wenn andere Geldgeber wegen der ungewissen Zukunftsaussichten dankend ablehnen. Doch wie gut kommt man als Gründer an solche investoren heran und wie schnell reagieren diese? Denn: Für den Gründer ist eine schnelle Reaktion in der Regel äußerst wichtig, spielt doch der Zeitvorsprung gegenüber Wettbewerbern bei vielen Neugründungen eine entscheidende Rolle.
Das VentureCapital Magazin hat den Test gemacht: Ein realer Gründer bewarb sich mit einem Auszug aus seinem Businessplan bei 50 Frühphaseninvestoren um Kapital. In der heute erscheinenden Ausgabe veröffentlicht das VentureCapital Magazin die Ergebnisse dieser Untersuchung. Immerhin: 30% der auf dem Postweg angeschriebenen Early Stage-Finanzierer reagierten innerhalb von drei Wochen. Innerhalb von sieben Wochen antworteten 58% der angeschriebenen Gesellschaften, bei den restlichen 42% herrschte Funkstille – und das, obwohl der Gründer nach sechs Wochen telefonisch nachfragte und in vielen Fällen eine rasche Antwort zugesichert bekam.
Ein weiteres Ergebnis des Tests: Die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich Kapital einzuwerben steigt, wenn das Finanzierungsgesuch mit einer Empfehlung aus dem Netzwerk der Venture Capital-Gesellschaft verknüpft wird. Um diesen Einfluss zu untersuchen, legte der Kapital suchende Unternehmer fünf der Chefredaktion des VentureCapital Magazins gut bekannten Investoren ein persönlich adressiertes Empfehlungsschreiben vor. Zwei der fünf (40%) forderten innerhalb weniger Tage den vollständigen Businessplan beim Gründer an. Bezogen auf die Gesamtzahl aller 50 angeschriebenen Gesellschaften fiel das Interesse an der präsentierten Geschäftsidee mit 10% deutlich geringer aus.
Autor: Simone Janson
Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.
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