Arbeitnehmer sollten zum Beispiel lernen, dass nicht jeder, der gerade verfügbar ist, automatisch auch schlecht qualifiziert ist oder gerade keine Auftröge bekommt. Tatsächlich wird selten der Beste für ein Projekt zugeteilt. Meist ist es der oder die, noch zusätzliche Aufgaben vertragen kann und / oder idealerweise ehrgeizig ist.
Wie Arbeitgeber umdenken müssen
Umdenken und Vorurteile abbauen
Nicht jeder, der schnell verfügbar ist, ist schlecht qualifiziert oder bekommt nichts anderes. Er könnte sehr wohl der perfekte Kandidat und Problemlöser in der besagten Situation sein.
Möglicherweise ergibt eine Milchmädchenrechnung, dass der Freie teurer ist, als eine festangestellte Kraft. Das ist genau so zu kurz gesprungen wie die Idee, alle Projekte optimal durch interne Kandidaten besetzen zu können;
Organisatorische Voraussetzungen schaffen
Wer als Unternehmer jetzt schlau ist, stellt sich zeitnah auf den Paradigmenwechsel ein und schafft die nötigen Voraussetzungen: Gute Prozessdokumentationen und Systeme, die eine schnelle Einarbeitung ermöglichen, ein Betriebsklima, das (temporäre und) neue Mitarbeiter schnell heimisch werden lässt und offene und umfassende Kommunikation.
All das hilft übrigens auch neuen Festangestellten..
Machen!
Umsetzen, ausprobieren und lernen. Der frühe Umsetzer sichert sich die langfristigen Vorteile. Oder erkennt, dass es andere Möglichkeiten gibt; was auch ein Ergebnis sein kann.
Obacht – Domestikation mit Nebenwirkungen
Die Verlockung einen guten Freiberufler, Projektmitarbeiter, Berater etc. in die Festanstellung zu bewegen kann Nebenwirkungen haben. Der einst begrüßte externe Blick auf das Unternehmen und die aus verschiedenen Projekten mitgebrachte Problemlösungskompetenz hat nach der „Domestizierung“ des Freien eine geringe Halbwertszeit:
Schon bald ist aus dem Externen ein Interner geworden, der sich zu einem viel zu großen Anteil um Politik und Ähnliches kümmern muss. Der Freie hingegen hat – mit einigen Ausnahmen – genau deshalb diese Form der Beschäftigung gewählt und könnte schon bald wieder frei betätigen wollen.
Fazit: Mit Mut die Chancen Nutzen!
Es bieten sich enorme Chancen abseits der Festanstellung. Flexible und selbstbestimmte Arbeit auf der einen Seite; motivierte, flexible und hervorragende (freie) Mitarbeiter auf der anderen Seite. Investition: Mut und Veränderungsbereitschaft auf der Seite der Anbieter und die nötige Offenheit auf der Seite der Nachfrager von Arbeitskraft.
3. August 2011 um 12:40 Uhr
Ich kann dem Artikel nur zustimmen: Freiberufler sein und mit Freiberuflern arbeiten ist eine enorme Bereicherung. In meinem eigenen Job erlebe ich, dass auch in der Festanstellung flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten möglich ist – wenn das Vertrauen stimmt, ist vieles möglich.
3. August 2011 um 12:42 Uhr
Vertrauen – das ist das wichtige Stichwort. Daran mangelt es leider zu häufig!
5. August 2011 um 09:05 Uhr
100 %-ig unterschrieben. Deshalb sind aus meiner Sicht für den Erfolg eines Unternehmens vertrauensbildende Maßnahmen absolut notwendig. Vaude zeigt gerade super vor, wie’s klappen kann: Ein toller Praxisfall für selbstbestimmtes, erfüllendes Arbeiten.