Die britische Supermarkt-Kette Tesco wurde 2003 dafür ausgezeichnet, dass sie nach Aldi und Lidl die effizienteste Einkaufsmöglichkeit in Europa bietet – und zwar auch mit Eigenmarken.
Der Shop der Zukunft auf einem Plakat?
Nun hatte Tesco eine neue Idee, die sie in Südkorea ausgetestet haben: Statt Regale in Waren anzubieten, gibt es nur noch eine Simulation davon: Nämlich großflächige Plakate, die wie ein Schaufenster wirken und auf denen alle Produkte mit einem QR-Code versehen sind, den man nur noch abzufotografieren braucht.
Fertig ist der Einkauf. Die solcherart bestellte Ware wird dann abends nach Hause geliefert. Bernd, bei dem ich die Sache gefunden habe, jubelt dazu: “Das stelle ich mir gerade mit eBooks vor. Die Buchhandlung der Zukunft passt auf ein Plakat.”
Mein Gemüse suche ich doch lieber selbst aus
Na ich weiß nicht. Auch wenn es verlockend erscheint, sich das abendliche Gerenne zum nächsten Supermarkt zu ersparen: Einerseits finde ich die Idee Spooky, in Zukunft statt durch Straßen mit Geschäften (und echten Menschen und Waren) durch Straßen mit Plakatwänden zu laufen. Da fehlt doch irgendwie das haptische Einkaufserlebnis.
Selbst mein Gemüse suche ich mir lieber manuell aus – zum Beispiel beim Türken um die Ecke. Und wenn ich mir vorstelle, ständig zu Hause sein zu müssen, weil ja ständig irgendwas geliefert wird… mhm.
Netter Werbegag, nichts weiter?
Andererseits ist die Idee doch noch zu stark an bestehende Strukturen angelehnt. Mal ernsthaft: Wer würde denn auf einer Plakatwand einkaufen, wenn er das zu Hause noch viel bequemer im Internet tun könnte?
Da wiederum macht der QR-Code allerdings wenig Sinn. Fazit: Nette Werbeidee, hat auch gut funktioniert (Die Onlineumsätze sind um 130 % gestiegen). Aber sonst? Oder was meint Ihr dazu?
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