Mixed Leadership bringt Unternehmenserfolg: Mehr Frauen = mehr Geld – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Mixed Leadership bringt Unternehmenserfolg: Mehr Frauen = mehr Geld



Mixed Leadership & Diversity Management sind in aller Munde, dennoch gibt es auch 2017 noch immer viel zu wenig Frauen im Topmanagement. Was das ändern könnte: Frauen bringen Unternehmen mehr Gewinn. Erkannt hat das z.B. Alibaba-Gründer Jack Ma.


Hier schreibt für Sie: Johannes Schmeer ist Coach für Führungskräfte im Topmanagement.

Was führende Unternehmen anders machen am Beispiel Ali Baba

Der chinesische Milliardär & Alibaba-Gründer Jack Ma, im Video pbe in einer Rede aus dem Jahr 2017, stellte Fest: Frauen Denken mehr an andere als Männer. Und darauf kommt es im 21. Jahrhundert an. Selbst im Topmanagement seines Unternehmens finden sich daher über 40% Frauen.

Die Wirklichkeit in viele Deutschen Unternehmen sieht leider anders aus: „Topmanager sind Chauvinisten, merken‘s nicht mal, reden aber klug daher“, so könnte man überspitzt das Fazit einer Fraunhofer-Studie vom Oktober 2012 zusammenfassen.

Frauenförderprogramme bringen nicht weiter

Das Forscherteam um Prof. Schraudner wollte klären, weshalb trotz diverser „Wir fördern Frauen!“-Programme diese meist weniger Karriere machen als ihre männlichen Kollegen.

Heute, fast 5 Jahre später, liegen hier immer noch die Gründe, warum so wenig Frauen Karriere machen. Denn: So wenig ein Spoiler – nachträglich auf den Kofferraum des Autos montiert – aus diesem einen Rennwagen macht, so wenig helfen isolierte Maßnahmen, Frauen zu fördern. Denn: ihnen wird von der herrschenden männlichen Unternehmenskultur das Wasser abgegraben.

Frauen an die Macht? Lieber nicht!

Zum Beispiel die „konformistische Formalkultur“: Hier werden die Ansichten von Frauen als befremdlich empfunden und ihnen wird – von den Männern in der Hierarchie – die Fähigkeit zur Führung abgesprochen.

Noch knackiger die „konservative Ausschlusskultur“: In Unternehmen dieser Prägung besetzen die Männer alle relevanten Schlüsselpositionen und begründen normativ, dass Frauen ins Haus gehören und Männer in die Arbeit.

Die Wirkung der Frauenförderung verpufft in der Unternehmenskultur

Kein Wunder also, dass bei solchen Kulturen die Wirkung eines Zertifikates „Familienfreundliches Unternehmen“ schneller dahin schmilzt als das Eis in der Sonne und die meisten Programme nur zögerlich angenommen werden.

Nach wie vor gilt: je höher die Position, desto geringer der Anteil an weiblichen Führungskräften. Auch im Jahr 2017 ist das vorherrschende Rollenverständnis traditionell, die Managementkultur männlich dominiert.

Unterschiede lassen sich genau so wenig managen wie Zeit

In vielen Unternehmen gibt es mittlerweile Programme, die Frauen fördern wollen: So soll zum Beispiel „Diversity Management“ dazu beitragen, den Nutzen von Unterschiedlichkeit bewusst zu machen.

Von der Idee her sicherlich nicht falsch – allerdings birgt allein schon der Begriff die Gefahr eines Missverständnisses, ähnlich dem vom „Zeitmanagement“. Denn Vielfalt lässt sich genau so wenig managen wie Zeit.

Unternehmenskulturen nachhaltig verändern – nur wie?

Es sind letztlich immer nur wir Menschen selbst, die wir uns managen können im Umgang mit diesen gegebenen Fakten.

Das einzige, was also Bewegung in die Sache bringt, ist, unsere Einstellung zu ändern und unsere Emotionen in einer solchen Angelegenheit. Wenn das geschehen ist, handeln wir auch anders.

Frauen bringen Unternehmen mehr Geld

Aber will Mann das überhaupt? Nicht nur aus der Studie den Fraunhofer Instituts ergibt sich noch ein zweiter Hinweis, der für mehr Frauen in Führungspositionen sorgen könnte: Mixed Leadership, also eine gleichmäßige Verteilung von Frauen und Männern im Topmanagement, bringt Unternehmen mehr Geld ein.

Daraus ergibt sich: Die männlichen Hierarchen müssen vom wirtschaftlichen Nutzen überzeugt werden, den Frauen in Führungspositionen mit sich bringen. Salopp formuliert bedeutet das: „Mehr Frauen, mehr Geld“.

Eine traurige Erkenntnis?

Eine zugegebenermaßen traurige Erkenntnis, wenn man bedenkt, wo wir heute im Jahr 2017 angekommen sind: Dass Wertschätzung von Frauen in Führungspositionen nicht um ihrer selbst willen möglich ist, sondern nur wenn der ROI stimmt.

Beruhigend allerdings zu wissen, dass wenigstens das inzwischen nachgewiesen ist!

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