Meta-Studie zeigt Top-Fähigkeiten für Führungskräfte: Auf die Kommunikation kommt es an – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Meta-Studie zeigt Top-Fähigkeiten für Führungskräfte: Auf die Kommunikation kommt es an



Studien zum digitalen Wandel gibt es in letzter Zeit wie Sand am Meer und ein Hype-Begriff jagt den nächsten. Eine aktuelle Meta-Studie hat 30 Studien aus den letzten Jahren untersucht und herausgefunden, welche Führungskompetenzen wirklich zählen. Ein Ergebnis u.a.: Menschlichkeit ist wichtiger als IT-Kompetenzen.

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Die große Überraschung: Es menschelt in Unternehmen

Aus meiner Sicht ist das die große Überraschung: Kommunikationsfähigkeit ist auch oder gerade im digitalen Zeitalter die wichtigste Kompetenz für Führungskräfte, sie wurde ich in 70 % der Studien und Umfragen als relevant genannt. Gleich dahinter folgt Menschenorientierung, sie wird in 50% der Studien genannt.

Dahinter stehen Erwartungen wie ‚Wertschätzung‘ (23%) sowie ‚respektvoller Umgang‘, ‚Mitarbeiterorientierung, ‚Zugewandtheit‘ und ‚Belange der Mitarbeiter verstehen‘ (alle jeweils 3%). Auf den Rängen drei bis fünf liegen die Kompetenzen ‚Transparenz‘, ‚Vernetzungsfähigkeit‘ sowie ‚Vertrauen (schaffen)‘ – alle mit jeweils 37% Nennungen.

Methodik der Studie

Was mir an der Studie gut gefällt: Das in Frankfurt ansässige Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) hat nicht etwa die zigste eigene Studie durchgeführt, sondern die schier unübersichtliche Masse an Studien, die es zu dem Thema bereits gibt, ausgewertet. Gut, dass das mal jemand gemacht hat.

Konkret wurden insgesamt 30 Studien und Umfragen aus den Jahren 2012 bis Juli 2016 mit 18.274 Befragten ausgewertet. Der Fokus lag dabei auf deutschsprachigen Primärstudien und Umfragen aus den Jahren 2012 bis Juli 2016, die über Literatur- und Internetrecherche (Google, Bing und Google Scholar) identifiziert werden konnten. Es wurde ein Zeitraum von nur fünf Jahren gewählt, um eine Aktualität der Ergebnisse zu gewährleisten.

Methodenvielfalt

Die Primärstudien und Umfragen zeichnen sich durch eine Methodenvielfalt aus – mit einem Schwerpunkt auf quantitativen Erhebungen. Mehr als die Hälfte der Studien und Umfragen (54%) wurden quantitativ ermittelt – durch Online-Befragung oder Telefoninterviews. Einem Viertel (26%) liegen Experteninterviews zugrunde. 10% der Studien und Umfragen basieren auf persönlichen Gesprächen mit Führungskräften, bei weiteren 10% wurde eine standardisierte Befragung durch Expertengesprächen ergänzt.

Am Ende erstellte das IFIDZ ein Ranking der am häufigsten genannten Kompetenzen. Dabei zeigt sich, dass es bei Führungskräften auch weiterhin zwischenmenschliche Fähigkeiten auch weiterhin stark gefragt sind von Führungskräften.

Silicon-Valley-Kompetenzen in Deutschland wenig gefragt

Die hohe Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit wird beispielsweise dadurch unterstrichen, dass auch einzelne Aspekte von Kommunikation explizit als relevante Kompetenzen genannt werden wie ‚Feedback geben‘ (23%), und ‚zuhören‘ (10%) sowie ‚analog vor digital‘ (7%). Typische Digitalkompetenzen wie ‚Datenverständnis‘ oder ‚IT-Kompetenzen‘ rangieren hingegen weit abgeschlagen mit jeweils 17 % der Nennungen auf den Plätzen 25 und 27.

Auch Skills, die mit der Arbeitsweise und der Philosophie des „Silicon Valley“ assoziiert werden, wurden relativ selten oder gar nicht genannt. Hierzu zählen zum Beispiel Agilität (10%) oder disruptives Denken (10%), die nur in einzelnen Jahren in Studien genannt wurden. Gar nicht genannt wurden oder Experimentierfreude (0%) sowie oder Risikobereitschaft! (0%), die gar nicht genannt wurden.

Verbesserungsbedarf bei analogen Kompetenzen

Daraus lassen sich mehrere spannende Aspekte ablesen: Zum einen dominieren die Kompetenzen des analogen Zeitalters auch weiterhin die Erwartungen an Führungskräfte – das ist eigentlich kein Wunder, denn der Mensch mag bekanntlich, was er kennt.

Begriffe wie Agilität oder disruptives Denken scheinen hingegen reine Modebegriffe zu sein, die in nur in einem bestimmten Zeitraum gehypt wurden. Das wiederum ist eher schade, denn gerade dieses digitalen Kompetenzen sind für die Zukunft eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Die seltene Nennung ist somit eher ein Beleg für die Kurzsichtigkeit vieler Manager.

Der Mensch weiter im Mittelpunkt

Die Studie zeigt aber auch ebenfalls, dass klassische zwischenmenschliche Kompetenzen auch im Ddigitalen Zeitalter weiter wichtig sind. Die häufige Nennung bestimmter Begriffe wie z.B. ‚Wertschätzung‘ lässt schließlich auch den Schluss zu, dass Unternehmen und Führungskräfte sich stark mit bestimmten Themen auseinandersetzen, eben weil in diesem Bereich ein Mangel wahrgenommen wird.

Gerade durch die Digitalisierung gewinnen nämlich Kompetenzen wie Kommunikation, Menschenorientierung oder Vernetzung zunehmend an Bedeutung und nicht wenigen Führungskräften in Unternehmen dürfte aufgefallen sein, dass hier häufig noch Verbesserungsbedarf besteht – zumindest dann, wenn ein Unternehmen auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben will.

Die Meta-Studie können Sie hier kostenlos anfordern.

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