Jobhunting – Was Recruiter nicht erzählen – Teil 5: Hauptsache tolles Foto?


Voriger Teil
Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
13.02.2017 793 Leser 4 Debatten 581 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 10 Sekunden
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.
Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Ein ausschlaggebendes Kriterium für die Bewerberauswahl ist immer noch das Foto. Sobald ein Foto auf der Bewerbung ist, wird der Betrachter stark dazu verführt, ein vorschnelles Urteil abzugeben. Denn »ein Bild sagt mehr als tausend Worte« ist eben nicht nur eine Floskel.

Bewerbungstipps  Lebenslauf Jobbörsen Jobmessen Stellenanzeigen Bewerbungsschreiben

Schau mir in die Augen …

Jeder lässt sich von äußeren Merkmalen leiten, davon ist auch ein Personalentscheider nicht befreit. Wer in kürzester Zeit eine Entscheidung fällen muss, der schaut eben lieber ins Gesicht statt auf den Text, zumindest im ersten Schritt.

Auch wenn von vielen inzwischen die Bedeutung des Fotos dementiert wird, spricht die Praxis eine andere Sprache. Wer also glaubt, dass das Foto seine Bedeutung verloren habe und die Auswahl ausschließlich aufgrund von Noten und Expertisen erfolgt, der ist naiv.

Fotos erhalten mehr Aufmerksamkeit

Bei der Auswertung des Nutzerverhaltens hat die Jobbörse absolventa festgestellt, dass Profile mit Foto dreimal so viel angeklickt werden, wie Profile ohne Foto. Bekommen Personaler eine Bewerbung ohne Foto, fragen sie sich, ob bewusst oder nicht, warum der Bewerber das Foto weggelassen hat. Dabei geht es gar nicht um Schönheit oder Perfektion. Sympathie, Kompetenz und Persönlichkeit sind die ausschlaggebenden Faktoren.

Eigentlich sollte man in Zeiten drohenden Fachkräftemangels davon ausgehen, dass die Auswahlkriterien überdacht würden. Ja, da gebe ich Ihnen recht, doch die Erfahrung zeigt, dass es längst nicht überall der Fall ist.

Festgefahrene Vorurteile

Ich erinnere mich an einen Fall, ich nenne ihn Harald J.: Sobald ein Chef seine Bewerbung auf den Tisch bekam, hieß es: selbstständig, der lässt sich nichts mehr sagen, der ist festgefahren in seinen Ansichten – ablehnen.

Und wie erging es den Bewerbungen eines anderen Falls, ich nenne ihn Matthias? Bewarb er sich in einer anderen Branche, lautete die Aussage: keinen Branchenhintergrund, wie will der unsere Mitarbeiter führen, wenn er nicht weiß, worum es bei uns geht. In der gleichen Branche kannte man ihn und hatte seinen schleichenden Niedergang miterlebt – also kein Interesse.

Dann kamen die Bewerbungen unterhalb seiner ehemaligen Position: wenn er sich unter seiner Position bewirbt, dann war da vorher etwas faul, zu weit weg vom operativen Geschäft, können wir nicht bezahlen – danke nein.

Was haben Sie gemacht?

Auch Lebenslauf und Anschreiben bieten dem Arbeitgeber viel Angriffsfläche. Wenn er nicht erfährt, was Sie ihm zu bieten haben, wird er Sie ablehnen. Keine Infos über Tätigkeiten – ablehnen. Kein roter Faden – ablehnen.

Erwartet wird, dass Sie sich in das Unternehmen hineindenken, erkennen und zeigen, was Sie zum Unternehmenserfolg beitragen können. Er will nicht alles über Sie wissen, sondern nur das, was für sein Unternehmen und die zu vergebende Stelle von Bedeutung sind. Durch umfangreiche Aufsätze oder mehrseitige Lebensläufe quält er sich grundsätzlich nicht.

Mit einer knappen, aussagekräftigen und übersichtlichen Darstellung der relevanten Fähigkeiten und Erfahrungen schaffen Sie es auf den Stapel: Interessant.

Fazit

In der Regel wissen Sie nicht, wer über Ihre Bewerbungen entscheidet. Es gibt viele Gründe, die für, aber auch genug, die gegen einen Kandidaten sprechen.

Eine große undifferenzierte Streuung bringt eher Frust als Erfolg. Genaue Kenntnis über die eigenen Erfahrungen, Kenntnisse und Neigungen gepaart mit einer gründlichen Recherche der Marktsituation und eine zielgenaue Bewerbung gelangen ans Ziel.

berufebilder

Mehr Tipps & Infos? Unsere 10.000+ Community freut sich auf Sie!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Man kann es als politisch unkorrekt verurteilen, dass ein Personalchef
    seine Entscheidung auch vom Bewerbungsfoto abhängig macht. Wenn man
    diese Tatsache aber ignoriert, wird man – wie ich in einem Blog zu den
    Kosten eines Bewerbungsfotos mal zu Bedenken gegeben habe – seine
    Chancen auf den Job verringern.

    • Simone Janson

      Vielen Dank für den Hinweis. Natürlich verringert man seine Chancen, hier gilt es aber dann ggf. politisch etwas zu ändern; erste Ansätze gibt es ja bereits mit Firmen, die nur noch Foto-Lose Bewerbungen akzeptieren.

  2. Jobcollege

    Jobhunting – Was Recruiter nicht erzählen – Teil 5: Hauptsache tolles Foto? von Petra Barsch (Beitrag via Twitter) r1pDMFvzEc

  3. Simone Janson

    Jobhunting – Was Recruiter nicht erzählen – Teil 5: Hauptsache tolles Foto? – (Beitrag via Twitter) I8NiIrS21a

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.