Wiedereinstieg von Müttern ins Berufsleben: Wie gelingt Karriere mit Kind?

25.10.2016 835 Leser 6 Debatten 691 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 51 Sekunden

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Viele junge Frauen haben ein ganz genauen Plan vom Leben: Nach dem Abitur vielleicht ein Jahr ins Ausland, Studieren, Karriere – die Familienplanung steht dann häufig hinten an. Wer allerdings bereits dabei ist, die Karriereleiter hinaufzuklettern, wird schnell feststellen: Der richtige Zeitpunkt zum Pausieren ist eigentlich nie gekommen. Doch wer es richtig angeht, findet auch später wieder den Weg in zurück in die Arbeitswelt.

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Akademiker ziehen Karriere vor

Eine Studie unter jungen Akademikerinnen verdeutlicht, dass die Karriere vielen Frauen durchaus wichtig erscheint: 82 Prozent wollen Karriere und Kind miteinander verbinden, 18 Prozent ihre gesamte Energie für die Karriere aufbringen – und niemand plant, sich ausschließlich dem Nachwuchs zuzuwenden. Dieses Ergebnis ist kaum überraschend, denn wer eine Menge Zeit und Energie in seine Ausbildung investiert hat, möchte selbstverständlich auch Gebrauch davonmachen.

Kann nach dem Studium keine Berufserfahrung vorgewiesen werden, gelingt der Einstieg umso schwerer. Die Befragten zeigen sich aber auch optimistisch, dass diese Wahl zwischen beiden Alternativen gar nicht erst getroffen werden muss: 88 Prozent sind der Meinung, dass Kinder und Karriere sich sehr wohl miteinander verbinden lassen – wenngleich die Kindererziehung neben der Karriere viel Kraft kosten könnte.

Gute Gründe, um zu Hause zu bleiben

Zudem haben Akademikerpaare, die sich auf die Karriere fokussieren noch einen entscheidenden Vorteil: Aufgrund der vermutlich hohen Einkommen ist es durchaus möglich, die Kindererziehung durch Dritte übernehmen zu lassen – ein Kindermädchen erscheint problemlos finanzierbar. In der Praxis zeigt sich aber häufig, dass die Vereinbarung zwischen Beruf und Familie nicht immer leicht fällt. Auch wenn dies vielleicht einem veralteten Rollenbild entspricht: Sehr häufig bleiben Frauen in Deutschland doch für einige Zeit zu Hause, wenn sie Kinder bekommen.

Diese Tatsache ist auch auf sehr praktische Überlegungen zurück zu führen, denn zumeist haben die Männer höhere Einkommen. Muss einer der beiden Partner zu Hause bleiben, entscheidet nicht selten die finanzielle Notwendigkeit. Dazu kommt, dass man nach gängigen Klischee-Vorstellungen nur dann Karriere machen kann, wenn man bereit ist, über die normale Arbeitszeit von 40 Wochenstunden hinauszugehen.

Zudem ist hinlänglich bewiesen, dass die Säuglinge ein besonderes Verhältnis zu ihrer Bezugsperson haben, die in vielen Fällen eben noch die Mutter darstellt. Schließlich vertreten einige Experten die Meinung, dass eine Fremdbetreuung insbesondere in den ersten beiden Lebensjahren schädlich für das Kind ist. Es gibt sogar Studien, nach denen die soziale Kompetenz leiden soll, wenn das Kind zu früh von seiner Mutter getrennt wird. All das sind Argumente, die nicht wenige Mütter davon überzeugen, dann doch länger beruflich zu pausieren.

Stellen im Internet finden

War die Mutter nun für einige Zeit zu Hause, fällt der Einstieg in den Beruf zunächst nicht leicht. In vielen Branchen sorgt auch ein kurzes Ausscheiden dafür, dass die Berufspraxis fehlt oder bestimmte Veränderungen und Neuerungen nicht mehr bekannt sind. Die Wiedereinsteiger müssen über einen gewissen Zeitraum wieder angelernt werden. Hinzu kommt die Problematik, dass das Kind vielleicht ein einer Kindertagesstätte oder in einem Kindergarten unterkommt, bei Krankheit allerdings doch wieder versorgt werden muss. Minijobs oder die Anstellung in Teilzeit erscheinen daher zunächst einmal ideal: Insbesondere Minijobs überzeugen zudem dadurch, dass keine Steuern und nur geringe Sozialabgaben gezahlt werden müssen.

Weil außerdem nur für ein paar Stunden pro Woche gearbeitet werden muss, ist eine Vereinbarung mit dem Familienleben vergleichsweise einfach. Die Suche sollte am besten online durchgeführt werden: Portale wie jobboerse-direkt.de ermöglichen eine die Stellensuche ohne großen Zeitaufwand. Dabei wird einfach einmalig ein Lebenslauf ausgefüllt. Die potenziellen Arbeitgeber kommen dann auf die Bewerber zu und melden sich, wenn ein passendes Stellenangebot vorliegt. Auf das zeitaufwendige Schreiben von Bewerbungen kann also verzichtet werden.

Praxiserfahrungen sammeln

Mit einem solchen Minijob kann endlich wieder Praxis im Arbeitsalltag erworben werden. Damit frischt der Bewerber sein Wissen wieder auf; darüber hinaus hilft der erste Job nach der Babypause natürlich auch für den Lebenslauf weiter. Soll die eigene Karriere wieder verfolgt werden, ist der Einstieg durchaus nützlich.

Allerdings gilt eine Teilzeitstelle schnell als Karriere-Hindernis – daher sollte man bereits frühzeitig über weitere Karriere-Schritte und Weiterentwicklungsmöglichkeiten nachdenken. Dazu empfehle ich diesen Beitrag zum Thema Studieren & duales Studium mit Kind.

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  1. Claudia Kluczny

    Ich finde es schon belustigend dass man in Deutschland glaubt, eine Fremdbetreuung bis zum 2. oder 3. Lebensjahr könnte soziale Schäden hinterlassen.
    Ich lebe nun seit 15 Jahren in Frankreich, wo Kinder ab ca. 4 Monaten in die Krippe gehen ( manchmal nur halbtags ) und habe bis jetzt keine sozialen Schäden bei den Kleinen feststellen können 😉

    • Simone Janson

      Das finde ich beruhigend zu hören. In Deutschland hängt das natürlich auch mit dem historischen Mutterbild zusammen. Allerdings liest man in jüngster Zeit immer wieder von einem gegenläufigen Trend in Frankreich und ich frage mich dann, was dort dahinter steckt.

  2. KompetenzPartner

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  3. Thomas Eggert

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  4. BEGIS GmbH

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  5. Berufebilder

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