Wie die passende Weiterbildung die Karriere fördert: 2 Thesen & 12 Tipps


Heute ist auf Wirtschaftswoche Online meine Kolumne zum Thema eLearning in der beruflichen Weiterbildung erschienen. Zeit, einige grundlegende Gedanken zum Weiterbildung zum machen.

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Für 76 % verbessern Weiterbildungen die Arbeit

Ob beruflicher Aufstieg und der Wunsch nach mehr Verantwortung, Wiedereinstieg nach der Familienpause, der Wille, aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder einen Job zu finden, oder der Schritt in die Selbständigkeit: Motive für eine Weiterbildung gibt es viele. Eine Untersuchung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigt, dass eine Weiterbildung für die Karriere und das berufliche Fortkommen viele Vorteile bringt:

76 Prozent der Teilnehmer können ihre Arbeit besser als zuvor erledigen, für 60 Prozent haben sich die beruflichen Chancen konkret verbessert. Knapp 37 Prozent verstehen jetzt die Zusammenhänge im Unternehmen besser. Und immerhin 15 Prozent sind durch eine Weiterbildung tatsächlich beruflich aufgestiegen. Lernen zahlt sich also aus!

These 1: Dran bleiben ist wichtig

Beruflich auf dem Laufenden zu bleiben, wird immer wichtiger. Dran bleiben lautet die devise und regelmäßige Weiterbildungen, die auf vorhandenen Qualifikationen aufbauen und neues Wissen vermitteln, sind daher wichtig für die Karriere.

Denn Wissen veraltet leider schnell: Nach etwa fünf Jahren sind Fähigkeiten, die man in der Ausbildung gelernt oder sich durch Berufserfahrung angeeignet hat, nicht mehr aktuell. Denn die Arbeitswelt ändert sich rasend schnell.

Wer da am Ball bleiben will, muss regelmäßig weiterlernen: Neben speziellen Fachkenntnissen ist in vielen Bereichen mittlerweile auch betriebswirtschaftliches Know-How gefragt. Fast in jedem Job muss man einen Computer und die passende Software bedienen können. Aber auch so genannte Soft Skills wie Team- und Konfliktfähigkeit werden immer wichtiger.

These 2: Matching ist das Grundproblem

Ok, Weiterbildungen sind wichtig. Aber der Knackpunkt bei der ganzen Sache ist: Wie findet man im Weiterbildungsdschungel das passende Angebot und finanziert dieses?

Denn selbst wenn das Interesse bei den Arbeitnehmern da ist: Nicht immer bietet der Chef seinen Mitarbeitern auch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen an. Im Gegenteil, viele Unternehmen haben sogar sämtliche Fortbildungen gestrichen, weil sie sparen wollen.

Engagierte Arbeitnehmer sollten sich jedoch davon nicht abschrecken lassen und selbst in ihre berufliche Bildung investieren. Doch nicht immer ist es leicht, aus der Vielzahl von Angeboten die richtige Weiterbildung herauszufinden – und es erfordert Organisation und Planung. Noch häufiger bilden sich Arbeitnehmer jedoch nicht fort, weil Sie die hohen Kosten scheuen. Dabei gibt es zahlreiche Programme und staatlich Förderungen – man muss nur wissen, wo man suchen soll.

10 Tipps, wie Sie die richtige Weiterbildung finden:

Das Grundproblem dabei ist: Welche Weiterbildung ist die richtige‘? Denn eine genau passende Weiterbildung zu finden, ist nicht einfach: Es gibt gute und schlechte, teure und billige Kurse. Wir zeigen, wie Sie die richtige Weiterbildung für Ihre Ziele finden und finanzieren.

  1. Definieren Sie Ihre Ziele: Welches ist Ihr Ziel? Wiedereinstieg oder Karriere im Unternehmen? Fortbildung oder Umschulung? Grenzen Sie die Suche ein, dann finden Sie schneller das passende Angebot.
  2. Der Zeit-Faktor: Wie viel Zeit haben Sie für die Weiterbildung übrig? Vollzeit oder nur abends bzw. am Wochenende? Ein Fernkurs bietet flexible Zeiteinteilung, ist aber meist teuerer.
  3. Wo finden Sie die passende Weiterbildung? Suchen Sie in den etwa 150 Datenbanken im Internet – z.B. in KURS, der größten, aber keineswegs vollständigen Datenbank (http://www.kursnet.arbeitsagentur.de/) oder bei der IHK (http://www.wis.ihk.de/).
  4. Metasuche in allen Datenbanken: Noch schneller geht es, wenn Sie alle Datenbanken gleichzeitig durchsuchen. Die Metasuchmaschine InfoWebWeiterbildung hilft, einen Überblick zu finden: http://www.iwwb.de/.
  5. Auf die Qualität achten! Nicht alle Weiterbildungen halten, was Sie versprechen: Achten Sie daher auf Zertifizierungen und Gütesiegel. Das Bundesinstitut für Berufsbildung zeigt in einer Checkliste, wie Sie bei Auswahl vorgehen sollten: http://www.bibb.de/de/checkliste.htm
  6. Weiterbildungstests: Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Weiterbildungen und zeigt so Schwachpunkte auf. Sie können die Weiterbildungstests unter http://www.test.de/themen/bildung-soziales (leider kostenpflichtig) abrufen.
  7. Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit: Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt per Bildungsgutschein die vollen Kosten einer Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme – in der Regel aber nur für Arbeitslose zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Mehr Informationen: http://www.arbeitsagentur.de
  8. Bildungscheck NRW: Arbeitnehmer, berufliche Wiedereinsteiger und Selbständige (bis zu fünf Jahre nach der Gründung) aus NRW können einen „Bildungsscheck“ bekommen: Das Land übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten. Mehr Infos: https://www.mais.nrw/bildungsscheck
  9. Weiterbildungsprämie: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie jährlich bundesweit eine Weiterbildungsprämie beantragen, wenn Sie das Gleiche selbst noch einmal dazu legen. Mehr dazu: http://www.bildungspraemie.info/de/vorab-check-23.php
  10. Bildungsurlaub: Arbeitnehmer können jährlich 3-5 Tage Urlaub bekommen, um sich weiterzubilden. Geregelt wird das durch das Arbeitnehmerweiterbildungs-Gesetz NW (AwbG).
  11. MeisterBAföG: Sie haben einen ersten Berufsabschluss und wollen einen Fortbildungsabschluss mit öffentlich-rechtlicher Prüfung (z.B. bei der IHK) machen? Dann können Sie Meister-BAföG beantragen, das grundsätzlich für alle Berufsbereiche möglich ist. Mehr dazu unter http://www.meister-bafoeg.info/
  12. Förderungen im Überblick: Unter http://www.foerderdatenbank.de/ finden Sie einen vollständigen und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.
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