Sinn ist IN – 2/3: Sinnbasiert leben & arbeiten nur für Aussteiger?


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14.04.2016 742 Leser 0 Debatten 655 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 27 Sekunden
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8,6 Stunden schlafen, 8,3 Stunden arbeiten, 3 Stunden fernsehen, Fakten und Unterhaltung, 1,2 Stunden essen und trinken, 0,3 Stunden Sport und 0,6 Stunden Sonstiges. Damit verbringt der „normale Mensch“ seinen Tag. Will uns der Autor dieses Artikels jetzt erzählen, dass man dabei noch über den Sinn des eigenen Lebens nachdenken könne? Utopisch. Das ist nur was für Gurus, die extra nach Indien fliegen, um auf einem einsamen Berg noch einsamere Tage mit Meditation zu verbringen, um herauszufinden, wer sie wirklich sind und wenn ja, warum.

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Was motiviert uns jeden Tag

Die Suche nach dem großen Sinn des Lebens ist wahrscheinlich schon so alt, wie der Mensch selber. Kann es der Sinn des Lebens sein, keinen Apfel vom Baum zu essen, auch wenn dieser Baum die schönsten, saftigsten Äpfel trägt? Anscheinend schon, sonst wären wir heute nicht hier, sondern vielleicht immer noch im Paradies. Doch wir müssen für die Sinnfrage ja nicht gleich zeitlich so weit zurückgehen.

In unseren Breitengraden geht es im Leben nicht mehr ums nackte Überleben und Essen haben wir auch mehr als genug. Sogar die Fortpflanzung hat – statistisch gesehen – nicht mehr den Stellenwert von früher. Ja was ist also noch zu tun? Was motiviert uns dann, jeden Tag nach dem „normalen“ Kampf mit dem Wecker aufzustehen und zur Arbeit zu fahren? Was ist der Sinn unseres Lebens? Je nach persönlicher Ausrichtung: „Leben“, „Karma abtragen“ oder auch „in Gottes Gnaden leben“. Jeder wie er mag.

Spaß und Nutzen

Ich sehe den Sinn des Lebens darin, dass ich jeden Tag etwas tun darf, was mir zum einen Spaß macht (schließlich ist es ja mein Leben) und zum anderen jemandem einen Nutzen bringt.

Denn den eigenen Lebenssinn, der uns antreibt, muss und darf jeder für sich selber definieren. Aber nochmals: Wer von uns hat sich darüber schon mal richtig Gedanken gemacht?

Was das Lebens lebenswert macht

Wir lernen in der Schule „fürs Leben“. Wir lernen aber nicht, was das Leben lebenswert macht. Man lernt, dass es wichtig ist, einen Beruf zu finden und „weiter“ zu kommen. Weiter. Wo das auch immer ist. Wenn ein Facharbeiter richtig gut ist in dem was er tut (weil er es vielleicht auch gerne macht), ist die Chance groß, dass er „weiter“ kommt – und befördert wird.

Nach einiger Zeit findet sich der Facharbeiter in einem Büro und erstellt Excel-Dateien und berechnet die Produktivität seiner Angestellten. Macht er es noch gerne? Schon lange nicht mehr… Aber dafür bekommt er ja auch mehr Geld. Und mehr Anerkennung. Auch wenn es sarkastisch klingt – ist genau dieser Fall leider oft Realität.

Die „Überlösung“

Wenn wir uns bewusst wären, was der Sinn hinter dem ist, was wir tun – würden wir es (hoffentlich) noch lieber machen. Es würde uns Sinn geben. Und Sinn motiviert. Und motivierte Menschen arbeiten besser. Eine positive Spirale setzt ein.

Doch in der Realität wird die Sinnfrage oft mit einem süffisanten Lächeln abgetan – weil man mit dieser Frage eine „Überlösung“ sucht und diese ja sicher nicht selber liefern kann. Also befasst man sich gar nicht mit diesem wichtigen Thema. Schade.

Viel zu beschäftigt…

Menschen leiden daran, dass sie keinen tieferen Sinn im Leben erkennen können – sind aber zu beschäftigt, für sich selber diese Frage zu klären. Ja, wann auch? Bei einem durchschnittlichen Fernsehkonsum von meist über drei  Stunden bleibt da kaum Zeit.

Und bei „Frauentausch“ und „Germanys next Top-Model“ wird man dem Sinn des eigenen Lebens kaum auf die Schliche kommen. Es braucht so wenig: Etwas Papier, etwas Zeit und viel Nachdenken. Und dafür müssen Sie nicht einmal nach Indien reisen.

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