Selbsbestimmt Leben – Teil 3: Umarme die Unsicherheit!


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09.03.2016 362 Leser 5 Debatten 683 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 58 Sekunden
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Tim Ferriss sagt: »Menschen bevorzugen meist Unzufriedenheit gegenüber Ungewissheit.« Und tatsächlich macht Unsicherheit vielen von uns ganz schön Angst. Doch damit kann man umgehen lernen – und gegensteuern.

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Die Grenzen deiner Komfortzone

Kennst du dieses mulmige Gefühl in deinem Bauch, das dich vor einer neuen, möglicherweise riskanten Situation warnt? Das ist die Grenze deiner Komfortzone. Innerhalb dieser Zone gibt es wenig Unsicherheit, da du bekannte Abläufe wiederholst. Immer dann, wenn du dein Angstgefühl überwindest und damit die Grenzen deiner Komfortzone erweiterst, dann wächst du als Person.

Ein Alltag mit sich ständig wiederholenden Tätigkeiten wiederum bedeutet Stillstand. Es bedeutet Konformität. Solange du konform bist, ein festes Einkommen und eine gute Absicherung hast, kannst du das Risiko auf ein Minimum begrenzen. Wie in der Sage von Ikarus lehrt uns die weitverbreitete Meinung, dass wir nicht zu nah an die Sonne und nicht zu tief über dem Wasser fliegen sollen.

Das Leben ist eine Reise

Dabei sollte dein Leben eine Reise mit ständig neuen Herausforderungen sein. Wenn du dich wirklich lebendig fühlen willst, dann musst du jeden Tag ein wenig wachsen. Endlich gesund ernähren, aufhören zu rauchen, ein Buch schreiben, einen Blog starten, deine Beziehungen stärken, interessante Konversationen führen, für einen Marathon trainieren, neue Länder bereisen oder eine Idee umsetzen, die du schon lange im Kopf hast.

Viel zu oft erfinden wir neue Ausreden, um uns nicht aus unserer Komfortzone herausbewegen zu müssen, in der wir es uns so bequem gemacht haben. Wenn wir dann doch genug Mut fassen, ein Risiko einzugehen, dann lässt uns unser Umfeld wissen, wie naiv wir doch sind.

Berechnetes Risiko?

Kommt dir das bekannt vor? Wir Deutschen sind dafür bekannt, dass wir unermüdlich versichern, normieren, prüfen und zertifizieren. Damit sollen Restrisiken möglichst minimiert werden, was bis zu einem gewissen Grad sicher auch erstrebenswert ist.

Dieser ständige Wunsch nach Stabilität sorgt aber andererseits dafür, dass wir uns an den Status quo klammern und Veränderungen als negativ empfinden. Wir sollten uns zwar der Konsequenzen von Veränderungen bewusst werden, uns aber nicht gegen sie stellen, bis wirklich jedes kleine Restrisiko durchdacht und ausgeräumt ist. John G. Bennett hat es sehr treffend formuliert:

»Könnte Risiko im Voraus berechnet wer- den, wäre es kein Risiko mehr.«

Mit Ängsten umgehen

Holm Friebe und Sascha Lobo schrieben:

»Die Fähigkeit, ein gewisses Maß an Zukunftsangst und Unsicherheit auszuhalten, ist gewissermaßen die Grundvoraussetzung für ein Leben in der digitalen Bohème.«

Genau das gilt wohl generell für alle Selbstständigen. Sobald du dich für ein Leben außerhalb der Fürsorge von Arbeitgebern und Staat entscheidest, musst du lernen, mit Unsicherheit umzugehen.

Verteile Abhängigkeiten

Mit dem Eintritt in die Selbstständigkeit kannst du dir dein Sicherheitsnetz jedoch selbst stricken. Du musst dich nicht mehr auf einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz verlassen, sondern verteilst die Abhängigkeit auf mehrere Klienten oder – besser noch – auf die Masse von Kunden, Lesern und Fans.

Unsicherheit ist eine Reaktion des Gehirns, die uns sagt, dass etwas Wichtiges in unserem Leben geschieht – sozusagen unsere körpereigene Alarmanlage. Je nachdem, wie groß dein allgemeiner Optimismus und deine Risikobereitschaft sind, wird es dir leichter oder schwerer fallen, diese Warnung deines Körpers zu ignorieren beziehungsweise zu relativieren.

Umarme die Unsicherheit

Nimm das Gefühl von Unsicherheit als etwas Positives wahr. Es ist der Vorbote für eine neue Erfahrung in deinem Leben, für etwas mit wahrhafter Bedeutung. Als Mittel gegen die Unsicherheit empfiehlt Jonathan Fields in seinem empfehlenswerten Buch »Uncertainty« die Verwendung eines »Certainty Anchor« (Sicherheitsanker), der ein gewohntes Gefühl verleiht (zum Beispiel eine Morgenroutine).

Zudem ist es immer gut, dir den schlimmstmöglichen Fall – den sogenannten Worst Case – bewusst zu machen und eine genaue Vorstellung von dem zu bekommen, was passieren könnte, wenn deine Pläne nicht so gelingen, wie du es dir vorgestellt hast.

Der Worst Case ist gar nicht so schlimm

In der Regel ist es so, dass der Worst Case weniger schlimm ist als zuvor angenommen. Die wirren Ängste in deinem Kopf reduzieren sich drastisch, sobald du diese rationalisierst. Sei dir darüber bewusst, dass es immer einen Weg zurück ins alte Leben gibt.

Auswanderer kehren zurück nach Deutschland, gescheiterte Onlineunternehmer landen wieder in der Festanstellung und schlimmstenfalls kann vorübergehend bei einem Freund auf dem Sofa übernachtet werden.

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  1. Christopher End

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  2. Monika B. Paitl

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  4. Simone Janson

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  5. Berufebilder

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