Mitarbeiter-Zufriedenheit in Deutschland: Was macht Berufstätige glücklich?

21.10.2016 1067 Leser 11 Debatten 641 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 40 Sekunden
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Wenn Sie in Dortmund in einem kleinen oder sehr großen Unternehmen arbeiten, mit tollen Kollegen, dann sind Sie vielleicht die oder der zufriedenste Mitarbeiter Deutschlands. Der Arbeitsort sowie das Umfeld sind laut einer aktuellen Studie ausschlaggebende Faktoren. linkedin-zufriedenheit-im-job-studie

Wo sind die zufriedensten Arbeitnehmer?

LinkedIn hat weltweit 10.000 Fach- und Führungskräfte und 3.700 Personalverantwortliche befragt, um uns international ein Bild davon zu machen, wie glücklich Berufstätige heute sind. Ein für mich doch ein wenig überraschendes Ergebnis:

Wir Deutschen führen das Ranking an – 56,3 Prozent der Befragten hierzulande gaben an, „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ im Job zu sein. Im innerdeutschen Städteranking gewinnt übrigens Dortmund (62,7%), dicht gefolgt von Berlin, Stuttgart, Köln und Hamburg. Erst dahinter tauchen Essen, München, Düsseldorf oder Frankfurt am Main auf.

Personaler aufgepasst: Kollegen wichtiger als Geld

Was macht denn die Deutschen aber nun so zufrieden im Beruf? Tolle Kollegen und ein gutes Gehalt spielen beide eine wichtige Rolle. 37,6 Prozent der Befragten sprechen sich für die Kollegen aus, 35 Prozent finden, dass das Geld der wichtigste Faktor für ein erfülltes Arbeitsleben ist. Fast ein Drittel ist zudem der Meinung, dass Eigenverantwortung ein wichtiger Aspekt ist.

Das Ergebnis wird HR-Experten überraschen. Diese glauben mit 45 Prozent, dass das Gehalt die entscheidende Rolle für die Zufriedenheit spielt, gefolgt vom Verhältnis zum Vorgesetzten.

Das Privatleben darf bei all der Arbeit nicht zu kurz kommen. 42,4 Prozent gaben an, dass die richtige Work-Life-Balance für ein erfülltes Leben essentiell ist. Mehr als drei Viertel der Befragten (78,8%) würden sich mit weniger Gehalt zufriedengeben, wenn sich dadurch ihr Verhältnis von Arbeitszeit und Zeit für das Privatleben verbessert.

Startup vs. Konzern: Wer ist am glücklichsten?

Spannend werden unsere Studienergebnisse aus meiner Sicht auch, wenn wir uns unterschiedliche Gruppen ansehen:

Die höchsten Zufriedenheitswerte gaben Berufstätige in sehr kleinen (bis neun Mitarbeiter) und sehr großen (ab 5.000 Mitarbeiter) Unternehmen an – jeweils zwei Drittel der Menschen dort ist „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ von ihrer Arbeit. Die Unternehmen dazwischen erreichen hingegen nur einen Wert von 48,1 Prozent. Vielleicht, weil einerseits bei Neugründungen noch so viel Idealismus im Spiel ist und die Strukturen und das Umfeld in sehr großen Unternehmen so professionell? Diskutieren Sie diesen Punkt gerne in den Kommentaren mit mir, Ihre Meinung würde mich sehr interessieren.

Chefs & Männer sind zufriedener

Weitere Ergebnisse: Chefs sind zufriedener als Juniors oder das mittlere Management, Männer scheinen erfüllter im Beruf zu sein als Frauen. Nur jeder zehnte Junior und 14 Prozent der Berufstätigen im mittleren Management sind „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“. In höheren Positionen sieht es mit der Zufriedenheit schon ganz anders aus: ein Drittel der Unternehmensinhaber, 29 Prozent der Geschäftsführer und 24 Prozent im hohen Management sind zufrieden.

Zudem sind Männer mit 60,3 Prozent zufriedener im Beruf als Frauen, bei denen nur 48,2 Prozent „erfüllt“ oder „sehr erfüllt“ angaben. Auch hierzu würde mich Ihre Einschätzung sehr interessieren.

Zum Abschluss: 3 Tipps für mehr Zufriedenheit

Aus den Zahlen oben sehen Sie schon: Es gibt auch Menschen, die nicht ganz so glücklich mit ihren Aufgaben sind. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, grundsätzlich offen für ein Angebot eines Recruiters zu sein.

Mein Tipp an diese Gruppe: Achten Sie bei der Suche des nächsten Jobs nicht nur auf die Aufgaben und das Gehalt. Gehen Sie stattdessen folgendermaßen vor:

  1. Legen Sie sich eine Checkliste an: Was glauben Sie, macht Sie zufrieden im Job? Ordnen Sie die Punkte nach Priorität. So lernen Sie ihre Bedürfnisse besser kennen.
  2. Gleichen Sie Ihre Liste mit den Unternehmen ab: Passt das Unternehmen zu Ihnen? Recherchieren Sie online, schauen Sie sich die Unternehmensseite an und lernen Sie die Kultur Ihres Arbeitgbers in spe kennen.
  3. Verbinden Sie sich mit zukünftigen Kollegen: Wenn Sie sich über ein Unternehmen informieren, können Sie sich dafür die Profile der potentiellen neuen Kollegen in sozialen Netzwerken ansehen und einen ersten Eindruck gewinnen.
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