Meetings optimal organisieren: 7+1 goldene Regeln für effiziente Besprechungen

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15.12.2016 4374 Leser 4 Debatten 980 Wörter Lesezeit: 6 Minuten, 8 Sekunden
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In Unternehmen vergeht kaum ein Tag ohne Besprechungen: Meetings prägen den Berufsalltag von Führungskräften und Mitarbeitern aller Ebenen maßgeblich. Doch allzu oft verlaufen sie mangels sinnvoller Planung chaotisch und enden schließlich ohne greifbare Ergebnisse. Das muss nicht sein! Wenn Sie einige einfache Regeln befolgen, werden Ihre nächsten Sitzungen garantiert ein voller Erfolg.

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Meetingfrust statt Meetinglust?

Wer kennt das nicht: Tagaus tagein Termine, Konferenz auf Konferenz, eine Besprechung jagt die nächste. Das kostet unendlich viel Zeit und Energie – doch unterm Strich kommt nur selten etwas Greifbares heraus.

Es sind immer wieder die gleichen Probleme, die die Effizienz von Meetings verhindern. Damit es künftig besser läuft und Sie Ihre kostbare Zeit nicht mehr mit unbefriedigenden Zusammenkünften vergeuden, habe ich Ihnen die wichtigsten Regeln für erfolgreiche Besprechungen zusammengestellt.

1. Das Ziel ist der Weg

Eines der Haupthindernisse für effektive Besprechungen ist mangelnde Zielsetzung. Definieren Sie daher künftig klare Ziele – und zwar für jeden einzelnen Tagesordnungspunkt. Als Führungskraft geben Sie vor, was bis wann zu erledigen ist; für die Umsetzung müssen die Mitarbeiter sorgen.

2. Kompetente Teilnehmer einladen

Es klingt banal, wird aber oft sträflich vernachlässigt: Immer wieder erlebe ich, dass nicht die relevantesten und kompetentesten Leute am Tisch sitzen. Dementsprechend kann dann auch die Besprechung nicht zu Ergebnissen führen. Achten Sie daher bei der Zusammensetzung der Gruppe darauf, die richtigen Mitarbeiter einzuladen – also solche, die zu dem Thema wirklich etwas zu sagen haben – inhaltlich, aber auch hinsichtlich der Entscheidungskraft.

Sonst werden die Themen nur endlos weiterdiskutiert und schließlich vertagt. Und wie erreichen Sie, dass andere Abteilungen nicht irgendwen entsenden? Indem Sie eine einfache Regel aufstellen: Das, was in der Gruppe besprochen und ggf. entschieden wurde, gilt und kann anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden.

3. Ohne geeigneten Moderator läuft nichts

Selbst kleine Gesprächsgruppen profitieren davon, wenn sie von einem Moderator geleitet werden. Sonst ist die Gefahr groß, dass die Teilnehmer immer wieder vom Kernthema abschweifen und über das „ob“ diskutieren, statt sich auf das „wie“ zu konzentrieren. Übernehmen Sie als Führungskraft nicht die Moderation, da Sie ansonsten inhaltlich kaum mehr ausreichend eingreifen können.

Meist ist Neutralität ratsam, da der Moderator zwischen den unterschiedlichen Standpunkten zu vermitteln hat. Soll er hingegen nicht neutral sein, dann wählen Sie einen aus der hierarchiehöchsten Gruppe. Damit der Moderator seine Funktion erfüllen kann, müssen ihm bestimmte Rechte übertragen werden. Vor allem soll er die Autorität besitzen, ausschweifende Redner zu  bremsen und ausufernde Diskussionen zum Thema zurückzuführen. Sehr bewährt hat sich, die Redezeit pro Teilnehmer und Redebeitrag auf zwei Minuten zu begrenzen.

4. Für alles eine Regel

In vielen Unternehmen gibt es keinerlei verbindliche Vorgaben für Besprechungen, ihr Erfolg bleibt damit dem Zufall überlassen. Regeln für eine einheitliche Vorgehensweise sind aber unerlässlich – nur so lassen sich brauchbare Ergebnisse erzielen. Die wichtigsten lauten:

  • Alle Themen, über die in der Gruppe gesprochen werden, sind zu visualisieren, beispielsweise auf dem Flip-Chart.
  • Diskussionen finden erst statt, sobald die relevante Fragestellung für alle Teilnehmer verständlich ist.
  • Folgen Sie der ZDF-Regel und verlangen Sie für alle Diskussionspunkte belastbare „Zahlen, Daten, Fakten“.
  • Bei der Problemklärung kommen klar definierte Methoden zum Einsatz wie Abstimmungen, Sammlung und Gewichtung der Kriterien oder eine Punktevergabe hinsichtlich der Relevanz von Fragestellungen.
  • Jeder Tagesordnungspunkt wird mit einem WWW abgeschlossen: Wer macht was bis wann?
  • Halten Sie in einem Themenspeicher Fragen fest, die im Rahmen dieser Besprechung noch nicht final diskutiert wurden.
  • Entscheidungsvorlagen sollten einer einheitlichen Struktur entsprechen und maximal eine Seite lang sein.

Lassen Sie diese Regeln in jedem Besprechungsraum aushängen!

5. Klar machen, um was es hier geht

Nicht selten besteht Unklarheit über das (Sub-)Thema, das gerade behandelt werden soll. Klären Sie daher, um was es beim nachfolgenden Tagesordnungspunkt eigentlich geht, sodass alle Teilnehmer auf einem einheitlichen Stand sind. Räumen Sie dieser Klärung maximal fünf Minuten ein; so gewöhnen sich alle daran, kürzere Wortbeiträge zu liefern. Verstreicht diese vorgegebene Zeit ergebnislos, gehen Sie zum nächsten Thema über.

6. Zielgruppen einbeziehen

Unglaublich, aber wahr: Sehr häufig werden die Zielgruppen, um die es bei der Besprechung geht, gar nicht zu ihren konkreten Erwartungen befragt. D.h.: Die Gruppe soll Lösungen für Probleme etwa von Kunden finden, die zuvor inhaltlich gar nicht genügend herausgearbeitet wurden.

Die Diskussion findet dann im luftleeren Raum statt, wobei der Misserfolg natürlich vorprogrammiert ist. Sorgen Sie daher dafür, dass rechtzeitig vor dem Meeting alle relevanten Informationen aufbereitet und den Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden. Hilfreich sind auch strategische Aussagen des Managements hinsichtlich des Sachverhalts.

7. Diskussionen nicht ausufern lassen

Wer hat das noch nicht erlebt: Im Verlaufe einer Besprechung steigt der Komplexitätsgrad so stark an, dass niemand mehr durchblickt. Grund hierfür ist oft, dass manche Teilnehmer reden, ohne substanziell etwas beizusteuern – einfach nur, damit sie überhaupt etwas gesagt haben. Ist die Diskussion einmal so weit ausgeufert, wird das Thema dann gern mangels Lösbarkeit in Arbeitskreise delegiert. Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie

  • für jeden zu klärenden Sachverhalt eine zeitliche Obergrenze ziehen,
  • Redebeiträge beschränken und
  • Themen auch während der Besprechung immer wieder eindeutig definieren.

Ist die Delegation des Themas doch erforderlich, so sollte dies mit einem eindeutig formulierten Arbeits- und Lösungsauftrag an die Projektgruppe verbunden werden.

Extra-Tipp: Meetings strukturieren mit der Mind-Map-Technik – und Ergebnisse protokollieren

Die Inhalte der Besprechung werden transparent und für alle Teilnehmer greifbar, wenn sie laufend (etwa am Flip-Chart) visualisiert werden. Perfekt geeignet für Ideensammlungen ist die Mind-Map-Technik, die zudem innere Zusammenhänge der Thematik offenlegt. Und so gehen Sie dabei am besten vor: Zeichnen Sie in der Mitte des Blattes einen Kreis und schreiben Sie dort das Thema hinein.

Anschließend sammeln die Gruppenmitglieder die damit verbundenen Hauptprobleme und Unterpunkte. Im dritten Schritt werden Lösungen für die einzelnen Problemzweige erarbeitet. Da dies häufig vernachlässigt wird, abschließend noch eine Empfehlung. Erstellen Sie – als Führungskraft am besten selbst – ein Protokoll, in dem Sie alle relevanten Sachverhalte festhalten: Arbeitsfortschritte, (Zwischen-)Ergebnisse und offene Punkte, die im nächsten Termin zu behandeln sind.

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