Aktuelle Kolumne in DIE WELT über Jobs in der Luxusbranche: Gesellschaftlicher Paradigmenwechsel

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26.08.2016 781 Leser 4 Debatten 367 Wörter Lesezeit: 2 Minuten, 28 Sekunden

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In der aktuellen WELT-Kolumne geht es heute um einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Früher waren Jobs in der Luxusbranche cool in Zeiten sich ändernder Rahmenbedingungen sieht das anders aus. die welt

Die Olympiade von Rio: Zwischen Verschwendung & Armut

Keine andere Veranstaltung steht so sehr für diesen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel, den Kontrast zwischen Luxus und Armut wie die gerade zu Ende gegangene Olympiade in Rio: Irrwitzige Ausgaben auf der einen, Slums auf der anderen Seite. Der Sternekoch Massimo Bottura, bei dem ein Essen normalerweise 600 Euro kostet, sorgte daher auf ganz besondere Art für Abhilfe:

Aus den Essensresten der Olympiade bereitete er im Rahmen des Projekts RefettoRio mit seinem Team 1500 Menüs für die Armen. Eine beispiellose Aktion mit viel positivem Feedback, die die Frage aufwirft: Ist so viel Luxus in Zeiten globaler Krisen noch zeitgemäß? Und ist ein vermeintlicher Traumjob im Glamour-Bereich überhaupt noch cool und erstrebenswert? Ein Blick hinter die Kulissen:

Ist arbeiten in der Luxusbranche cool?

Eine, die sich mit dem Thema auskennt, ist Libertée Guillot-Sestier: Sie ist als Sales-Direktorin im Fünf-Sterne-Hotel de Paris, Saint Tropez, auch veranwortlich für die Organsiation von Events.

Das bedeutet oft Überstunden und Wochenendarbeit. Ihr Fazit fällt daher ernüchtert aus: „Gerade in Saint Tropez haben die Kunden die absonderlichsten Wünsche – und es wird erwartet, diese dann auch erfüllen.“

Nicht Mensch zweiter Klasse sein

Genau das war für Vincent Christen der Grund, der Branche den Rücken zu kehren: 8 Jahre ließ er sich in Nizza immer wieder als Skipper auf diversen Segeljachten anheuern. Der vermeintlich Traumjob entpuppte sich schnell als Alptraum:

Mit skurrilen Erlebnissen könnte er ein Buch füllen. Stattdessen gründete er sein eigenes Unternehmen eBike Riviera Tour, mit dem er eBikes vermietet und geführte Radtouren anbieten. „Ich wollte einfach nicht mehr als ‚Mädchen für Alles‘ buckeln und schlecht behandelt werden. Niemand sollte sich als Mensch zweiter Klasse fühlen“ umreist er seine Erfahrungen in der Luxusbranche.

Nachhaltige gesellschaftliche Wirkung tut not

Christen bestätigt damit den Eindruck von den olympischen Spielen: Reichtum ohne nachhaltige, gesellschaftliche Wirkung wirkt schnell hohl und leer.

Wer also in dieser Branche arbeiten will, tut gut daran, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

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