Gender Pay Gap – Lohn-Ungerechtigkeit schreckt Bewerber ab: Ignoranz verprellt Fachkräfte


Der bereinigte Gender Pay beläuft sich auf rund 7 Prozent des Einkommens. Dennoch gehen 7 von 10 Arbeitnehmern davon aus, dass Frauen in ihren Unternehmen für die gleiche Arbeit auch genauso vergütet werden wie Männer. Eine aktuelle Glassdoor-Studie untersucht weitere Details zur Wahrnehmung der Gehaltskluft, darunter die Auswirkung aufs Bewerberverhalten.Gender Pay Gap

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„Not in my house“

2095 ist das Jahr, in dem die Gehaltskluft zwischen Frauen und Männern endlich überwunden sein wird. So eine Einschätzung des Weltwirtschaftsforums. In Deutschland verdienen Frauen selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit heute noch 7 Prozent weniger als Männer. Ohne Berücksichtigung der bereinigenden Faktoren liegt der Gender Pay Gap sogar bei 22 Prozent. Viele Arbeitnehmer glauben dennoch nicht an die Gehaltskluft, zumindest nicht bei ihrem Arbeitgeber: 73 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass Frauen und Männer an ihrem Arbeitsplatz für die gleiche Arbeit auch die gleiche Vergütung erhalten.

Das zeigen die Ergebnisse der ersten Global Gender Pay Gap Survey von Glassdoor, bei der mehr als 8.000 Arbeitnehmer in Deutschland und sechs weiteren westlichen Industrienationen (Frankreich, Großbritannien, Kanada, Niederlande, USA und Schweiz) nach ihrer Einstellung und Wahrnehmung zum Thema befragt worden sind.

Gender Pay Gap beeinflusst Bewerberverhalten – auch von Männern

Dabei sind sich die Arbeitnehmer über die Grenzen hinweg einig, dass Frauen und Männer den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bekommen sollten. In Deutschland sind es 90 Prozent der Befragten. Der Anteil ist nur in den USA höher (93 Prozent).

Und ungleicher Lohn sorgt nicht nur für Unmut am Arbeitsplatz, sondern kann auch dazu führen, dass sich Jobsuchende erst gar nicht auf eine Stelle bewerben. 3 von 5 deutschen Arbeitnehmern gaben an, sich nicht bei einem Unternehmen zu bewerben, bei dem sie einen Gender Pay Gap vermuten. Und das gilt nicht nur für Frauen: Während 69 Prozent der befragten Frauen lieber auf eine Bewerbung verzichten würden, würden auch 53 Prozent der Männer von einer Bewerbung bei einem Arbeitgeber mit mangelnder Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern absehen.

Befragte sehen Regierung in der Pflicht

Um das Problem des Gender Pay Gap zu bekämpfen, gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte. Bundesministerin Manuela Schwesig setzt sich bereits seit geraumer Zeit für eine gesetzliche Regelung für mehr Lohngerechtigkeit ein. Initiativen wie der Equal Pay Day machen darüber hinaus darauf aufmerksam, dass eine signifikante Gehaltskluft besteht. Dieses Jahr fällt der Tag auf den 19. März, welcher symbolisch den Zeitpunkt markiert, bis zu dem Frauen unentgeltlich arbeiten würden, sofern sie fortan das gleiche wie Männer verdienen sollten.

Gesetze für mehr Lohngerechtigkeit, eine Neugestaltung der Firmenpolitik von Unternehmen und generell mehr Transparenz beim Thema Gehalt gehören laut Studie länderübergreifend zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann. In Deutschland finden 41 Prozent der Arbeitnehmer, bei deren Arbeitgebern ihrer Ansicht nach eine Lohnlücke besteht, dass die Regierung die Arbeitgeber zwingen sollte, Angestellte mit gleicher Erfahrung und Tätigkeit auch gleich zu entlohnen. Während 26 Prozent eine neue Unternehmenspolitik beim Thema Gehalt und Vergütung befürworten, wollen 15 Prozent eine größere interne Gehaltstransparenz.

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