Führen in permanenten Change-Prozessen: 3 Tipps für die Dauer-Veränderung

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13.07.2016 1338 Leser 5 Debatten 662 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 45 Sekunden
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Nichts ist so beständig wie der Wandel. Was der altgriechische Philosoph Herakles vor 2500 Jahren auf den Punkt brachte, gilt noch immer. Mit einem Unterschied: Der früher eher von Zeit zu Zeit geforderte Wandel ist zum gefühlten Dauerzustand mutiert. In vielen Unternehmen reiht sich ein Change-Prozess nahtlos an den anderen.

Change-Prozesse

Dauerzustand „Übergangsphase

Die offizielle Bezeichnung lautet „Übergangsphase“, aber in Wirklichkeit ist die Zeit der Veränderung oft Dauerzustand.

In solchen Zeiten braucht es vor allem „Richtige Chefs“! Mit „richtig“ ist weder machtbesessen noch patriarchalisch gemeint. Vielmehr sind jetzt echte Führungskräfte mit all ihren Kompetenzen gefragt.

Keine Zeit für Schönwetterchef

Die Zeit ist schlecht für Schönwetterchefs. Denn wenn die Auftragslage super und die Mitarbeitercrew motiviert ist, der Teamgeist so richtig zusammenschweißt und jeder weiß, was er zu tun hat … ja dann … braucht es im Grunde keinen Chef.

Allerdings sonnen sich nicht wenige gerade dann im positiven Licht. Seht her, zu welcher tollen Truppe wir geworden sind, mit welch großen Schritten wir den Markt erobern. Nun gut, etwas sarkastisch gesagt: Das kann in diesem Moment jeder!

Unsicherheit trifft auch Vorgesetzte

Was aber tun, wenn sich Unternehmen im „permanenten Change-Prozess“ befinden. Dieser muss gemanagt und geführt werden. Das ist an sich schon anspruchsvoll genug. Nun kommt eine weitere, erschwerende Komponente hinzu:

Auch Vorgesetzte spüren die Unsicherheiten der Veränderung. Flexibilität lässt sich leicht einfordern – bis man selbst davon betroffen ist.

3 Tipps für Führungskräfte

Daher sollten Führungskräfte nun zeigen, was sie so drauf haben:

  1. Denken Sie in Rollen! Auch als Führungskraft dürfen Sie die Rolle „Ratsuchender“ einnehmen, wenn Sie von der Unsicherheit betroffen sind. Vertrauen Sie sich jemandem an, mit dem Sie sich austauschen können. Gleichzeitig ist Selbstmanagement gefragt, um Ihre Unsicherheit nicht nach außen zu tragen. Denken Sie in Rollen und haben Sie den Mut, unterschiedliche Sichtweisen einzunehmen.
  2. Suchen Sie das Positive! In Zeiten des Wandels reagieren Mitarbeiter sensibel auf kleinste Signale. Als Vorgesetzter werden Sie genau beobachtet. Denn: Sie strahlen genau das aus, was Sie sind. Präsentieren Sie eine Neuerung an die Sie selbst nicht glauben, können Sie Ihre Worte noch so an das offizielle Wording anlehnen, man wird Ihnen ansehen, dass Sie nicht dahinter stehen. Suchen Sie ganz bewusst das Positive – nicht nur für Ihre Mitarbeiter, sondern ganz besonders auch für Sie selbst.
  3. Geben Sie Sicherheit! In Veränderungsprozessen müssen viele ihr gewohntes Terrain verlassen. Keiner weiß, ob das was „von oben“ verkündet wird, auch tatsächlich funktioniert. Die Unsicherheit bei allen Beteiligten ist groß. Geben Sie als Führungskraft  Sicherheit. Das geschieht vor allem nonverbal (siehe 2.) und durch kleinste Gesten. Reden Sie von der Zukunft nicht plakativ positiv, sondern zeigen Sie konkret auf, warum und wie genau alles jetzt und in Zukunft ablaufen wird – und vor allem gelingt.

Mitarbeiter ins Boot holen

Sind Mitarbeiter aller Hierarchiestufen nur Ausführende der von oben verordneten Veränderungen, werden sie sich kaum ins Zeug legen. Macht sie das Management jedoch zu Beteiligten, kommt dies dem gesamten Change-Prozess zugute. Ein Beispiel dazu:

Positive Dynamik

Ein großer Einzelhändler reorganisierte und, straffte sein Unternehmen. Alle waren eingebunden bis auf die Fahrer. „Von oben“ wurde entschieden, im Rahmen des neuen Erscheinungsbildes sämtliche Lastwagen weiß zu lackieren und mit überdimensioniertem Gemüse zu bekleben. Die Fahrer fanden dies zunächst lächerlich! Bis sie erfuhren, dass jeder für „seinen Lastwagen“ seine Lieblings-Gemüsesorte auswählen durfte.

Plötzlich waren alle mit Feuereifer dabei, es wurde diskutiert, wer denn wohl welches „Früchtchen“ wäre und viel dabei gelacht. Diese positive Dynamik wurde von der Geschäftsleitung unterschätzt. Denn wenn ein Fahrer SEINEN Lastwagen mitgestalten darf, ist das fast so, als wenn er seine Wohnung neu einrichtet. Die Mitarbeiter haben freiwillig sogar private Zeit investiert, um das richtige zu wählen und die Gestaltung mitzubestimmen. Die Fahrer  waren an Bord – komme was wolle. Sie haben den gesamten Change-Prozess nicht nur mitgetragen, sondern zum Erfolg gefahren.

“Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.”

Mahatma Gandhi


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