Feelgood-Management im Wohlfühltempel Büro: 3 kreative Anti-Stress-Tipps

31.10.2016 555 Leser 6 Debatten 1307 Wörter Lesezeit: 9 Minuten, 30 Sekunden
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Vom Büro zum Wohlfühltempel

Stress ist inzwischen an der Tagesordnung, und immer mehr Arbeitnehmer fallen aufgrund von Burnout aus. Doch mit ein paar kreativen Tipps und Tricks können Arbeitgeber dazu beitragen, dass sich ihre Angestellten trotz Berufsstress im Büro wohlfühlen. Denn wenn das Büro zum Wohlfühltempel wird, profitieren auch die Unternehmen – von der besseren Leistung zufriedenerer Mitarbeiter.

Wenn der Kaktus auf dem Schreibtisch, die Bilder der Liebsten an der Bürowand und der Pausenspaziergang an der frischen Luft nicht mehr ausreichen, um den Stress bei der Arbeit abzubauen, werden alternative Büro-Konzepte benötigt, damit die Mitarbeiter gelassener mit den steigenden Leistungsanforderungen umgehen können. Welche das sein könnten, verrät dieser Artikel.

Entstressen bei der Arbeitskleidung

In vielen Betrieben gehört sie fest zum Berufsalltag: Die Arbeitskleidung. In Banken, Anwaltskanzleien und Co. sind das zumeist Anzug und Krawatte für die Männer, während Frauen überwiegend Blazer und Business-Rock- oder Hose und High Heels tragen. Das Problem: Bequem sind die Büro-Outfits in den seltensten Fällen. Stattdessen fühlen sich Büroangestellte damit eingeengt: Der Rock oder die Hose zwickt, die Schuhe drücken und die Krawatte engt ein. Diese Tatsache ist für viele ein zusätzlicher Stressor, der den Arbeitsalltag noch schwieriger macht.

Damit sich die Angestellten wohler fühlen und somit auch bessere Leistungen bringen, können die Arbeitgeber jedoch für ein bisschen Auflockerung im Betrieb sorgen. Der Casual Friday, der in manchen Unternehmen praktiziert wird und den Verzicht auf Anzug, Hemd und Krawatte an Freitagen als Einstimmung in das Wochenende genehmigt, lockert die Kleiderordnung auf, dennoch sollten auch dann noch ein legeres Hemd ohne Krawatte oder aber ein Rollkragen mit Freizeitsakko getragen werden.

Mit Hausschuhen & Jogginghose?

Doch nichts spricht dagegen, die Kleiderordnung noch lockerer zu gestalten – und zwar nicht nur an Freitagen. So könnten die Arbeitnehmer sich beispielsweise ihre bequemen Hausschuhe mit zur Arbeit nehmen, statt den ganzen Tag Schuhe zu tragen, die drücken. Aber auch das Tragen von Jogginghosen bietet sich an: Denn die gemütliche Freizeithose ist laut sportscheck.com so vielseitig einsetzbar, dass sie sich – geschickt kombiniert – sogar als Bürooutfit eignet: Wer die lässige Hose mit Blazer oder Jackett trägt, erzielt einen seriösen und schicken Look. Damen können darüber hinaus High Heels dazu tragen, um den eleganten Style abzurunden. Der Gedanke dahinter: Viele empfinden das Businessoutfit als eine Art Verkleidung und fühlen sich wohler in ihrer Freizeitbekleidung. Eine Jogginghose ist locker und gemütlich, engt nicht ein und sorgt für Wohlbehagen.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2010 gaben darüber hinaus 63 Prozent der Befragten an, dass Arbeitnehmer im Casual Look produktiver in ihrem Job seien als solche, die vorgeschriebene Kleidung am Arbeitsplatz tragen. Wer als Arbeitgeber also die allgemeine Arbeitsumgebung auflockert, profitiert letzten Endes von besseren Leistungen seiner Angestellten – und damit längerfristig auch von einem besseren Umsatz des Unternehmens. Die Teilnahme am Internationalen Jogginghosentag am 21. Januar könnte bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

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Gemüsegarten fürs Büro?

In einer Publikation über Wohlbefinden im Büro verrät die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: „Die Gegenwart von Pflanzen fördert die seelische Ausgeglichenheit und das Wohlbefinden des Menschen. Und zwar nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern vor allem dort, wo viele Menschen viele Stunden verbringen: im Büro.“ Tatsächlich belegen zahlreiche Studien die positiven Effekte von Pflanzen auf Seelenleben, Gesundheit und Leistungsfähigkeit, und in immer mehr Büros finden Philodendron, Schefflera und Co. ihren Platz. Doch wirklich was Neues sind die Pflanzen, die auch zur Verschönerung des Büros beitragen sollen, nicht mehr – und immer noch sind Angestellte durch die vielen beruflichen Anforderungen gestresst.

Wenn Pflanzen sich so positiv auf die seelische Ausgeglichenheit, die Arbeitszufriedenheit, die Leistung, das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken, bietet es sich nahezu an, für noch mehr „Grünzeug“ am Arbeitsplatz zu sorgen. Eine gute Initiative ist beispielsweise das größte Farm-to-Table Büroprojekt Japans: In der hektischen Metropole Tokio kümmern sich Manager einer Zeitarbeitsfirma um Salatköpfe. Hier werden Tomaten im Konferenzraum, Bohnen unter den Bänken und Brokkoli in der Eingangshalle angebaut.

Mehr als 200 Sorten Obst und Gemüse, Kräuter und auch Blumen wachsen rund um das sowie im Bürogebäude. So lernen die Angestellten, ihr eigenes Essen anzubauen, und sind während des stressigen Berufsalltags von Natur umgeben. Doch damit nicht genug: In der Mittagspause haben sie ebenfalls etwas von dem Grünzeug, denn das Unternehmen versucht, soviel Nahrung wie möglich für seine Kantine anzubauen. Aber auch das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Produktivität der Mitarbeiter stehen bei dem Projekt im Mittelpunkt. Wer als Arbeitgeber die Idee, das Büro als kleines Gewächshaus zu nutzen, unterstützt, leistet also einen erheblichen Beitrag zur Produktivität seiner Mitarbeiter. Das Zeitarbeitsunternehmen in Japan könnte dabei als gutes Vorbild dienen.

Kleine Ruheinseln für zwischendurch: Bessere Work-Life-Balance bei der Arbeit

Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist eine Grundvoraussetzung für gute Leistungen und Wohlbefinden bei der Arbeit. Wer sich von seinem Job überfordert fühlt, ständig Überstunden macht und kaum noch Freizeit hat, fühlt sich in den seltensten Fällen wohl bei der Arbeit. Eine Hilfe kann es daher sein, wenn der Arbeitgeber das Unternehmen nicht nur zu einer reinen Arbeitsumgebung macht, sondern auch mehrere Freizeitoasen darin einrichtet. Es ist bekannt, dass mehrere kleinere Pausen zwischendurch förderlich für die Produktivität und das Wohlbefinden der Mitarbeiter sind. Arbeitgeber können auf ganz vielfältige Weise dazu beitragen.

So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, einen Freizeitraum im Betrieb einzurichten: Hier können die Angestellten sich zwischendurch auf Sofas ausruhen, ein bisschen beim Kickerspielen austoben oder bei einem Cappuccino mit den Kollegen quatschen. Auch in einem firmeninternen Fitnessraum haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, zwischendurch neue Energie für die anstehenden Aufgaben zu tanken. Und auch Wellnessangebote im Unternehmen – etwa für Massagen – tragen zu Wohlbefinden und Entspannung während der Arbeitszeit bei.

Meditation fürs Wohlbefinden

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Wirksamkeit von Meditation für das Wohlbefinden und die seelische Ausgeglichenheit: Bei regelmäßiger Durchführung haben Meditationen einen positiven Einfluss auf Körper und Geist und tragen zur Stressverringerung und zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens bei. Dies könnten Arbeitgeber nutzen, um das Wohlbefinden und die Produktivität ihrer Angestellten zu steigern. So könnten sie beispielsweise im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements einen Meditationsraum im Unternehmen einrichten, indem die Arbeitnehmer meditieren und im hektischen Büroalltag ein bisschen Stress abbauen können. Mit ein paar Mitteln lässt sich ganz einfach eine entspannende und beruhigende Atmosphäre erzeugen:

  • Bequeme Decken und Kissen
  • Beruhigende Musik
  • Duftkerzen oder Räucherstäbchen
  • Grünpflanzen
  • Buddha-Figuren

Ein gutes Beispiel ist das Unternehmen Google, das im Rahmen des 2007 gestarteten „Search Inside Yourself“-Programms Meditationsräume an allen Standorten eingerichtet hat. In einem solchen Raum der Stille lernen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter, zur Ruhe zu kommen, zu sich selbst zu finden und Abstand vom Bürostress zu bekommen. Das trägt im Idealfall dazu bei, gestärkt und mit neuen Ideen an die beruflichen Projekte zu gehen.

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Fazit

Gerade die Generation Y stellt hohe Ansprüche an den Arbeitgeber und erwartet eine gute Work-Life-Balance. Die obengenannten Beispiele zeigen, dass eine Vermischung von Arbeits- und Freizeitleben zu einem größeren Wohlbefinden bei der Arbeit beitragen kann. Bisherige Versuche wie ergonomische Büroeinrichtungen und die Fotos von den Liebsten im Büro scheinen nicht gefruchtet zu haben, benötigt werden also alternative Büro-Konzepte, die mehr leisten können.

Egal, ob Arbeiten in Kuschelkleidung mit Jogginghose und Hausschuhen, die Verlagerung der beruhigenden Gartenarbeit ins Büro oder kleine Freizeitoasen im Betrieb in Form von Hobby- und Meditationsräumen – all diese kreativen Ideen erhöhen das Wohlbefinden der Angestellten und tragen so auf lange Sicht auch zu besseren Leistungen bei. Daher profitieren nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber davon, wenn sich die Angestellten im Betrieb wohlfühlen.

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