Feedback konstruktiv geben – 2/3: Kritisieren, aber richtig!


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13.10.2016 865 Leser 6 Debatten 634 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 33 Sekunden
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Wie gibt man konstruktiv Feedback – ohne den anderen zu verstören? Zunächst gilt es die Frage zu klären: Was wollen Sie eigentlich? Kritik äußern? Eine Anweisung geben? Oder Feedback geben?

Erfolg & Management  Management Führung Kritik Feedback

Wenn andere uns bewerten & beurteilen

Was unterscheidet Feedback und Kritik: Kurz gesagt die innere Haltung. Kritik kennzeichnet sich dadurch, dass jemand einen anderen bewertet und beurteilt. Sie hat etwas Beanstandendes, Bemängelndes oder sogar Tadelndes.

Der Kritiker nimmt für sich in Anspruch zu wissen, wie etwas zu sein hat. Er ist im Recht, der andere im Unrecht, denn er macht es falsch. Der Änderungsprozess ist ehr aufgezwungenen als das er den anderen mitnimmt.

Der aufgezwungene Veränderungsprozess

Die Anweisung hat einen anordnenden Charakter. „Du machst das jetzt so!“ Auch hier ist es ein gezwungener Veränderungsprozess, der den anderen nicht unbedingt abholt.

Beim Feedback begegnet man dem Gegenüber auf Augenhöhe und mit Respekt. Durch konkrete Beispiele und konstruktive Veränderungsvorschläge stößt man einen freiwilligen Veränderungsprozess an, der durch Einsicht getragen wird.

Leitgedanken für Feedbackgeber

Natürlich geben Sie ihr Feedback zeitnah, solange die Eindrücke noch frisch sind. Wärmen Sie keine alten Kamellen auf. Aber bitte erst dann, wenn (wieder) in einer konstruktiven Grundhaltung gegenüber dem Empfänger sind. Je nach Anlass kann die gute alte Regel „eine Nacht darüber zu schlafen“ sehr sinnvoll sein.

Immer konkret Feedback geben

Beschreiben ein konkretes Verhalten oder Ereignis, was Sie gestört hat, anstatt die Person zu kritisieren. Geben Sie Rückmeldung zu Verhaltensweisen, die die Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht stören oder zu fehlerhafte Arbeitsergebnissen führen. Aber greifen Sie nicht den Menschen an.

Feedback – gut & persönlich begründen

Sprechen Sie von den Auswirkungen, die das Verhalten auf Sie persönlich hat: „Mich hat das gestört!“ oder Begründen Sie Ihr Feedback gut, in dem Sie konkret Ihre Befürchtungen für mögliche Konsequenzen artikulieren.

„Ich fürchte, dass wir den Kunden verlieren, wenn…“ Sie können viel kaputtmachen, wenn Sie die Meinung Dritter anführen. „Und die anderen sagen das auch!“

Immer die Situation verbessern

Schlagen Sie Verhaltensweisen vor, die aus Ihrer Sicht die Situation oder die Ergebnisse verbessern. Laut einer Studie der Hochschule Osnabrück ist das einer der Erfolgsfaktoren für gelingendes Feedback.

Nicht nur zu sagen, wie man es nicht will, sondern auch zu sagen, was man gerne hätte bzw. mit welchem Verhalten man zufrieden wäre. Das macht es dem Empfänger deutlich einfacher.

Warum Feedback fehlzünden kann

Im Folgenden ein paar Gründe, warum Feedback fürchterlich fehlschlagen kann:

  • Das Feedback ist zu indirekt. Chef:„Thomas, das finde ich nicht so gut. Das Projekt muss in Zukunft besser laufen. Sie müssen Ihre Skills optimieren!“ Thomas:„???“ Wüssten Sie jetzt, was geschehen ist? Und was Sie konkret ändern sollen? So hat Feedback keine Wirkung.
  • Das Feedback ist ein Monolog, kein Dialog. Oft reden Manager in Feedback-Situationen zu viel, weil es ihnen unangenehm ist, oder weil sie keine Erwiderung und schon gar keine Rechtfertigung hören möchten. Das ist nachzuvollziehen, aber wenig hilfreich. Denn der Gesprächspartner muss die Chance bekommen seine Sicht der Dinge darzustellen. Erst dann hat Ihr Feedback die Chance umgesetzt zu werden.
  • Das Feedback enthält das Wörtchen „…aber“. Ein großer Stolperstein für gelingendes Feedback ist das Wort „Aber“. „Du machst das und das wirklich gut! Und ich mag Dich sehr…ABER! Das ist ein Gesprächs-Killer! Damit verlieren Sie Ihren Zuhörer. Er wird alles, was vor dem Wort ABER kam vergessen. Und in Zukunft immer zusammenzucken, wenn Sie etwas loben, denn er wartet darauf, dass das dicke Ende nachkommt.
  • Das Feedback wird aufgestaut. Geben Sie kontinuierlich Feedback, dann sind es kleine für alle gut verdaubare Portionen und es kommt nicht zu Dampfkochtopf-Explosionen.
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