Einstiegsgehälter im Personalwesen 2016: Was verdienen Nachwuchsrecruiter?

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07.11.2016 2851 Leser 4 Debatten 840 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 20 Sekunden

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Für viele ist die HR-Abteilung ein lange anvisiertes Ziel. Für andere ergibt sich eine Anstellung im Personalwesen erst im Laufe des Studiums oder nach einigen Jahren im Job. Compensation Partner hat die Einstiegsgehälter für das Tätigkeitsfeld „Personalwesen“ ermittelt. einstiegsgehaelter-im-personalmanagement-2016

Akademische Berufseinsteiger in der Personalwirtschaft

Neben den Einstiegsgehältern haben wir uns im Frühjahr 2016 außerdem mit der Zusammensetzung von Beschäftigten in der Abteilung Human Resources beschäftigt und herausgefunden, welche akademischen Backgrounds die meisten HR-Profis mitbringen.

Für die Einstiegsgehälter konnten wir Datensätze von akademischen Beschäftigten mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung auswerten. Mit dem durchschnittlich höchsten Gehalt landen Personalreferenten im Recruiting auf dem ersten Platz unseren Rankings. Sie können zu Beginn der Karriere mit rund 46.000 Euro brutto im Jahr rechnen.

Auf den weiteren Plätzen folgen Beschäftigte in der Personalentwicklung (45.121 Euro) sowie in der Personalberatung (40.483 Euro). Die durchschnittlichen Jahresgehälter zum Einstieg liegen für Trainer (Verhaltens-/Persönlichkeitstrainer) bei 39.897 Euro, für Sachbearbeiter bei 37.183 Euro und für Personaldisponenten bei 35.828 Euro.

HR-Einstiegsgehälter mit abgeschlossener Berufsausbildung

Wir haben uns außerdem die Gehälter von Einsteigern angeschaut, die mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im HR-Bereich ihre Karriere beginnen. Auch hier liegen Referenten für die Personalbeschaffung sowie Personalentwicklung auf den ersten beiden Plätzen im Ranking. Allerdings, und das ist der Unterschied, können wir eine Gehaltsdifferenz von rund 10.000 Euro jährlich ausmachen:

Die Gehälter für die jungen Berufstätigen in der Personalbeschaffung liegen bei durchschnittlich 37.795 Euro, in der Entwicklung bei 36.663 Euro. Es folgen Berufseinsteiger in der Sachbearbeitung (30.546 Euro), in der Personalberatung (30.546 Euro) sowie als Trainer (29.264 Euro). Personaldisponenten erhalten mit durchschnittlich 28.395 Euro auch mit abgeschlossener Berufsausbildung zum Einstieg das vergleichsweise geringste Gehalt.

Nicht selten entscheiden sich Arbeitnehmer/-innen im Personalmanagement dafür, nach abgeschlossener Berufsausbildung das eigene Fachwissen durch ein ergänzendes Studium – beispielsweise Personalmanagement oder Betriebswirtschaftslehre – aufzustocken. Auch eine Weiterbildung zum Personalbetriebswirt ist möglich. Erfahrungsgemäß können Beschäftigte anschließend eher mit der Übernahme von Führungsaufgaben rechnen und dementsprechend auch höhere Gehälter beziehen. Sogar ein Einstieg in die Managementebene kann dadurch möglich werden.

Akademische BerufseinsteigerQ1MedianMittelwertQ3
Personalreferent, -beschaffung38.188 €43.577 €46.080 €49.824 €
Personalentwicklung, Aus- u. Weiterbildung39.350 €43.734 €45.121 €48.853 €
Personalberatung32.248 €37.990 €40.483 €44.647 €
Trainer (Verhaltens-/Persönlichkeitstrainer)27.535 €38.749 €39.897 €48.396 €
Personalsachbearbeiter33.013 €36.263 €37.182 €42.155 €
Personaldisponent29.900 €35.157 €35.828 €39.204 €
Berufseinsteiger mit BerufsausbildungQ1MedianMittelwertQ3
Personalreferent, -beschaffung29.652 €35.236 €37.795 €42.189 €
Personalentwicklung, Aus- u. Weiterbildung29.835 €35.297 €36.653 €42.465 €
Personalsachbearbeiter25.427 €29.866 €31.181 €35.114 €
Personalberatung26.040 €31.000 €30.546 €34.910 €
Trainer (Verhaltens-/Persönlichkeitstrainer)21.464 €26.138 €29.264 €35.481 €
Personaldisponent23.740 €27.507 €28.395 €31.200 €

Unternehmensgröße als wichtiger Faktor bei der Gehaltshöhe

Ein weiterer wichtiger Faktor bei dem Einfluss auf die Höhe des Gehalts ist die Unternehmensgröße.

Kleine Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern bezahlen ihren akademischen Berufseinsteigern durchschnittlich 39.089 Euro. Unternehmen mit einer Mitarbeitergröße zwischen 101 und 1.000 Angestellten vergüten Absolventen von Universitäten und Hochschulen mit rund 42.816 Euro. HR-Einsteiger in Konzernen oder großen Unternehmen (mehr als 1001 Beschäftigte) erhalten zum Anfang ihrer Karriere sogar rund 48.300 Euro.

Auch im Hinblick auf die Unternehmensgröße fallen die Einstiegsgehälter für Absolventen einer Berufsausbildung deutlich geringer aus: In kleinen Unternehmen kommen sie auf durchschnittlich 28.534 Euro, in mittleren Betrieben auf durchschnittlich 32.954 Euro. Das Jahresgehalt von Berufseinsteigern mit abgeschlossener Ausbildung liegt in großen Unternehmen mit mehr als 1001 Mitarbeitern bei einem Mittelwert von 35.386 Euro im Jahr.

Gehaltsunterschied je nach Unternehmensgröße

Akademische BerufseinsteigerQ1MedianMittelwertQ3
Klein < 101 Mitarbeiter (MA)30.800 €36.737 €39.089 €43.721 €
Mittel 101 – 1000 MA37.000 €42.426 €42.816 €46.484 €
Groß > 1001 MA39.366 €43.835 €48.322 €53.823 €
Berufseinsteiger mit BerufsausbildungQ1MedianMittelwertQ3
Klein < 101 MA23.489 €27.400 €28.534 €32.459 €
Mittel 101 – 1000 MA26.714 €30.481 €32.954 €37.367 €
Groß > 1001 MA28.345 €33.193 €35.386 €42.352 €

Akademikeranteil im Personalwesen

In einer Auswertung aus dem Mai 2016 haben wir anhand von 4.462 Datensätzen außerdem ermittelt, ob und welche akademischen Hintergründe Beschäftigte im Human Resources-Bereich aufweisen: Hierbei konnten wir eine recht große Heterogenität feststellen:

Den größten Akademikeranteil (55 Prozent) ermittelten wir im Beruf „Personalentwickler“, dicht gefolgt vom Personalreferenten mit einem Anteil von 49,4 Prozent. Erstaunlicherweise haben laut Untersuchung lediglich 43,2 Prozent der Personalleiter einen Hochschulabschluss. Hier zeigt sich, dass auch ohne akademischen Hintergrund eine Karriere in der obersten Personalebene möglich ist.

Quereinsteiger: Psychologie und Rechtswissenschaften sind keine Seltenheit

Sofern HR-Mitarbeiter einen akademischen Abschluss aufweisen können, muss dies nicht immer ein fachbezogenes Studium im „HR-Management“ sein. Wir konnten feststellen, dass 48 Prozent der Beschäftigten einen Abschluss im Studium „Wirtschaftswissenschaften“ vorweisen konnten. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da zahlreiche wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge den Schwerpunkt „Personalwesen“ anbieten.

9,9 Prozent der Beschäftigten waren vor dem Berufseinstieg für „Rechtswissenschaften“ eingeschrieben, weitere 9 Prozent für einen Studiengang der „Sozialwissenschaften“. Zu den häufigsten Studiengängen von Beschäftigten im Personalwesen gehört mit 8 Prozent außerdem „Psychologie“.

Weiter abgeschlagen folgen Lehramtsabsolventen (6,7 Prozent) sowie Quereinsteiger mit einem Abschluss in den Sprach- und Kulturwissenschaften (4,7 Prozent) und Ingenieurswissenschaften (2,3 Prozent).

Weiterbildung als sinnvolle Ergänzung

Insgesamt haben Quereinsteiger auch mit einem themenfremden Studiengang recht gute Chancen, im Personalwesen – zumindest im Recruiting sowie Bewerbermanagement – Karriere zu machen. Vorkenntnisse in Kommunikation und Coaching sowie betriebswirtschaftliches Denken sind definitiv von Vorteil. Verwaltungsaufgaben oder Themen mit einem arbeitsrechtlichen Schwerpunkt erfordern jedoch häufig konkretes Fach- und Anwendungswissen, das sich Beschäftigte nicht immer beim „learning on the job“ aneignen. In solchen Fällen sind Workshops und Weiterbildungen empfehlenswert.

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