Erfolg & Management

Duke Ellington, David Bowie & das HR-Barcamp – 2/2: Events im Ellington-Hotel

Ende der Siebziger Jahre ging es im Ellington Hotel noch einmal richtig los. Frank Zappa, Mick Jagger, Lou Reed, Barbara Streisand oder David Bowie feierten hier nach ihren Konzerten rauschende Feste.

Ellington-Hotel-Berlin-Sommergarten-(c)Stadtwandelverlag

New Wave: Studio 53

Mit dem New Wave wurde der stylisch-schicke „Dschungel“ zur Szene-Diskothek schlechthin, einer Art Berliner Pendant zu New Yorks „Studio 54“ – in der Hausnummer 53! Wer einmal drinnen war, gehörte dazu und konnte mit etwas Glück Rio Reiser als DJ oder den zeitweiligen Berliner Nick Cave am Nachbartisch erleben.

Prince und Boy George verbrachten hier ihre Berliner Nächte. Mit dem Mauerfall und dem Techno geriet die In-Disko jedoch ins Abseits, 1993 musste sie schließen. Und auch der Nachfolger, das Edel-Restaurant „Dschungel“, reüssierte nie wirklich. Ende der 90er fiel der Laden schließlich in den Dornröschenschlaf, aus dem ihn nur selten Revival-Parties aufweckten.

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Der Saal der Senatoren

Seit 2007 ist das nun anders: Der Veranstaltungsbereich bietet auf insgesamt 1490 Quadratmetern mit zehn unterschiedlichen Räumen Platz für insgesamt bis zu 800 Personen – bei einer Tagespauschale ab 64 Euro inkl. Business-Lunch, zwei Kaffeepausen und Schreibunterlagen. Wer Beamer und Leinwand sowie High-Speed-Internet benötigt, zahlt 10 Euro mehr.

Der Saal, in dem die Finanzsenatoren ihre Pressekonferenzen gaben, ist ebenfalls erhalten. Er befindet sich im Obergeschoss eines zweiten rückwärtigen Bauteils und wird heute als Konferenz-Raum genutzt – passenderweise unter dem Namen Saal Senator bietet er auf 202 Quadratmetern Platz für bis zu 180 Personen.

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Kunst in der Femina

Prunkstück für Events ist der ehemalige Saal Femina, in dem sich heute unter gleichem Namen ein moderner Veranstaltungsraum mit 634 Quadratmetern und Platz für bis zu 600 Personen befindet.

Daran angeschlossen ist ein geräumiges, Licht durchflutetes Foyer, in dem Kaffeepausen, Empfänge oder Stehlunches durchgeführt werden können. Hier und in einem kleinen Eventraum im Erdgeschoss (90 Quadratmeter für 96 Personen) ist eine Sammlung von Werken russicher Künstler zu bewundern.

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Der Charme der Zwanziger Jahre

Doch nicht nur in den Veranstaltungsräumen, das ganze Gebäude lebt von seiner Historie: In den Treppenhäusern und einigen Sälen wurde der Charme der späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre erhalten: Er findet sich in weißen und grünen Wandkacheln, Treppenhandläufen aus Messing, Stuckornamenten an den Decken und vergoldeten Schriftzügen an den Wänden. Beeindruckend sind zudem die langen Flure in den oberen Stockwerken.

Damals konnte man die innere Gliederung des Stahlskelettbaus mit Leichtsteinwänden flexibel an die Nachfrage der Mieter anpassen: Ein Büroraum von etwa 100 Quadratmetern im zweiten Stock kostete 1932 „inklusive Heizung“ 270 Reichsmark im Monat; ein „kleines Einzelbüro mit Warteraum“ war ab 56 Reichsmark Monatsmiete zu haben. 1938 bezog die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein die Büros.

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Ellington_Hotel_SJanson

Zimmer statt Büroräume

Heute befinden sich hier die 285 Zimmer und Suiten des Hotels, die preislich ab etwa 120 Euro beginnen und in minimalistischem, kühlem weiß gehalten sind – fast möchte man bedauern, dass sich der urige Berliner Charme des Treppenhauses nicht auch in den Zimmern fortsetzt, aber das Ellington Hotel lebt gerade auch von diesen Kontrasten.

158 Zimmer gehören zur Standard-Kategorie in der Größe von 16 bis 20 Quadratmetern. Für eine Doppelbelegung bei Konferenzen sind sie allerdings nicht geeignet, da sich die Toilette hier offen im Raum befindet. In den höheren Kategorien ist das aber anders: Insgesamt gibt es acht Kategorien, darunter drei Executive-Rooms (75 Quadratmeter), 2 Familienzimmer, zwei Turmsuiten (40 Quadratmeter) sowie vier behindertengerechte Räume.

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Frühstück im Kabarett & Gourmet-Restaurant

Wo die Kabarett- und Schauspielstars der Nachkriegszeit auf der Bühne standen, frühstücken heute die Hotel-Gäste, wobei die kantinenartige Atmosphäre sicherlich eine Reminszenz an die flexibele Tischgestaltung von Konferenzgästen zu verstehen ist.

Anders sieht das im mit 15 Gault&Millau Punkten (2016) ausgezeichneten Restaurant DUKE aus: Es verfügt über 65 Sitzplätze und eine offene Showküche. Eine raffinierte Tresen-Konstruktion verbindet das Restaurant mit der DUKE Bar & Lounge sowie dem Sommergarten. Ein separater Private Dining Room bietet zudem weitere zwölf Plätze in privater Atmosphäre.

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Der Weintresor

Eine Besonderheit befindet sich im historischen Keller des Hotels: Hinter den im Original erhaltenen tonnenschweren Stahltüren des ehemaligen Tresorraums der Oberfinanzdirektion, liegt der 35 Quadratmeter große Weintresor mit rund 300 verschiedenen Weine aus Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Österreich.

Darunter finden sich Besonderheiten wie die Sassicaia Reihe 1976 bis 2008 inkl. dem „Sassi 85“ und einem Barbaresco Angelo Gaja Jahrgang 1969. Der Weintresor lädt aber auch ein, bei gutem Essen und perfekter Weinbegleitung der Geschichte auf die Spur zu gehen.

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Das Jazz-Radio

Eine weitere Besonderheit befindet sich in der großräumigen Duke Bar & Lounge: Der Sender JazzRadio 106.8 mit 75.000 Hörern hat international bereits 22 Auszeichnungen erhalten hat, darunter den New York International Radio Broadcasting Award. Im Ellington Hotel überträgt er täglich live aus dem gläsernen Studio im Erdgeschoss, während die Gäste ihre Cocktails schlürfen. Außerdem gibt es regelmäßig Jazzkonzerte.

Bei so viel Geschichte bleibt nur eines zu bedauern: Das der Paternoster, mit dem die Herren der Finanzverwaltung täglich ins Büro hinauffuhren und der z.B. im Berliner Abgeordnetenhaus noch in Betrieb ist, gibt es leider nicht mehr – die Baubehörde fand ihn zu gefährlich für einen Hotelbetrieb.

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[icon type=“mobile“] App-Tipp

Wer noch mehr Geschichten über Berlin hören und erleben will, kann die kostenlose App „Going Local Berlin“ nutzen: Sie stellt zwölf Berliner Bezirke, 60 Kieze und mehr als 700 persönlichen Berlin-Tipps, Veranstaltungen und Restaurant-Empfehlungen vor. Die Idee dahinter: Berlin wie ein echter Berliner entdecken. Dazu bietet die App pro Bezirk eine Tour an, die auch als Video verfügbar ist und Einblick in die Atmosphäre und Highlights eines Stadtteils gib, wie etwa den Kräuterhof in Reinickendorf, Klein-Venedig in Spandau oder die „Imaginäre Manufaktur“ in Kreuzberg. Die App ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und steht zum Download unter http://app.visitberlin.de bereit.

  1. Barcamp Mekong
    Barcamp Mekong

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  2. Frank

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