Duke Ellington, David Bowie & das HR-Barcamp – 1/2: Das Ellington-Hotel Berlin


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06.01.2016519 Leser6 Debatten 1094 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 25 Sekunden
Offenlegung & Bildrechte: Das Ellington Hotel hat unsere Recherche in Berlin durch einen kostenlosen Aufenthalt unterstützt. visitBerlin hat unsere Fahrtskosten bei einer Recherche in Berlin übernommen. Bildmaterial erstellt mit einer Systemkamera unseres Sponsors Olympus, außerdem von Ellington Hotel.
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Im Berliner Ellington-Hotel spielten einst Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Duke Ellington, später arbeitete hier die Berliner Finanzverwaltung und im Keller feierte David Bowie. Heute findet hier u.a. das jährliche HR-Barcamp statt. Was sonst hervorsticht: Der hervorragende Service. Name

Anreise

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Haus voller Geschichte

Kein Zweifel, das 2007 eröffnete Berliner Ellington Hotel in Charlottenburg, unweit des Wittenberg-Platzes, ist ein Haus mit Geschichte und Geschichten – was aber daneben sofort auffällt, ist das, wovon ich im Vorfeld bereits viel gehört hatte: Der herausragende Service der rund 100 Mitarbeiter, die kompetent und effizient für die Gäste da sind. Es wurde Zeit, mir das persönlich einmal anzusehen.

Der erste Eindruck: Begeisterung. Eben ein typisches Stück Berlin. Entworfen von Richard Bielenberg und Josef Moser und gebaut von 1928 bis 1931 durch die Märkische Bau- und Grundstücksverwertung-AG, wurde das Gebäude unter dem Namen „Haus Nürnberg“, „Femina- oder Tauentzien-Palast“ bekannt.

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Denkmalgeschützte Fassade

Sichtlich beeinflusst von dem den Bauten des Architekten Erich Mendelsohn entstanden über dem durchgehenden Ladengeschoss – auch heute noch befinden sich hier 6 Geschäfte, die als Showroom genutzt werden können – mit belichteten langgestreckte Fensterbändern die vier Obergeschosse, die ursprünglich als Büro gebaut wurden. Die Wandflächen sind mit Travertin verkleidet, gerahmt werden sie durch schmale Bänder aus dunklem Backstein unter- und oberhalb der stark profilierten Fenster.

Gegliedert wird die 185 Meter lange und weitestgehend noch intakte Fassade durch Treppenhaustürme und Erker. Die Hauseingänge und Schaufenster der Ladenfront sind in Messing gefasst – auch das trägt zum vornehmen Äußeren des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes bei.

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Die Femina

Bekannt wurde diese aber vor allem durch sein Erdgeschoss, genauer gesagt durch das rückwärtige, zweigeschossige Ballhaus, genannt „Femina“, die bereits am 1. Oktober 1929 als „Das Ballhaus Berlins“ eröffnet wurde, das mit 2.000 Sitzplätzen, „zwei Riesenbars und drei Kapellen“, „täglich Tanztee. Gedeck M 2,50“ und „Tanz-Attraktionen“ warb.

Besonderheiten waren ein Aufzug für bis zu 16 Personen, eine Rohrpost und das hydraulisch zu öffnende Dach, das den Tanzenden den Blick auf den Sternenhimmel freigab. Dazu spielte „Tangokönig“ Juan Llossas auf.

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Das Grand Café

Bereits 1931 wurde das Grand Café, das sich im Erdgeschoss genau unter dem Ballsaal befand, zu Willi Schaeffers „Cabaret für Alle“ umgebaut, im Dritten Reich entwickelte sich das Haus an der Nürnberger Straße mit dem großen Ballsaal und seinen zahlreichen Nebenbars und -restaurants zum beliebtesten Swingpalast Berlins, hier traten Teddy Stauffer, Heinz Wehner und weitere berühmte Kapellmeister“ mit ihren Tanzorchestern auf.

Der Ballsaal wurde während des Krieges geschlossen, doch in den übrigen Lokalitäten schwofte man weiter – bis zum bitteren Ende. Während das Vorderhaus den Krieg recht heil überstand, wurde das rückwärtige Ballhaus im Krieg schwer beschädigt. Nur die Außenmauern blieben stehen.

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Klaus Kinski sorgte für Furore

Im Erdgeschoss eröffnete im Juni 1946 das Kabarett „Ulenspiegel“, in dem Werner Finck seine Rückkehr nach Berlin und Gustaf Gründgens seine Rückkehr zum Kabarett feierten. 1948 wurde der Saal zum Kino umgebaut, 1958 wurde er zur Spielstätte des privat finanzierten „Berliner Theaters“, dessen Darstellerliste sich wie das Who is Who des deutschen Boulevardtheaters liest. Viele der alten Ufa-Stars, von Lil Dagover über Olga Tschechowa bis hin zu Grethe Weiser, aber auch Jüngere wie Günter Pfitzmann und Edith Hancke waren hier zu sehen.

Für Furore sorgte 1959 der junge Klaus Kinski, als er an zehn Tagen hintereinander Villon, Rimbaud, Oscar Wilde und Gerhart Hauptmann rezitierte. Aus der ehemaligen „Pusztastube“ im Kellergeschoss wurde 1949 die „Badewanne“.

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Die „Badewanne“

Von einer Gruppe von Malern als uriges Künstlerlokal initiiert, entwickelte sich der Kellerclub bald zu Berlins wichtigster Jazzstätte – die aber immer auch für anderen Rummel zu haben war: für Rock’n’Roll-Preistänze etwa oder Marlon-Brando-Lookalike-Wettbewerbe.

Coca Cola war neben Bier das beliebteste Getränk, und unters Publikum mischten sich zahlreiche amerikanische GIs, um Größen wie Lionel Hampton, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong, Count Basie, Dizzie Gillespie oder den namengebenden Duke Ellington live zu hören.

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Die Wilden Siebziger

In den Siebzigern schwenkte man auf Schlager und Disco um, 1978 eröffnete man als Diskothek „Sugar Shack“ noch einmal neu. Doch die Luft war raus, auch der Nachfolger „Garage“ dümpelte mehr schlecht als recht vor sich hin.

Im alten Ballhaus war es mit dem Vergnügen schon 1973 vorbei gewesen. Der einstige Kabarett-, Kino- und Theatersaal wurde zur Personalkantine der Berliner Finanzverwaltung, die 1951 die Bürogeschosse bezogen hatte.

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App-Tipp

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  2. Frank

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  3. Siggi Weide
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    Top! Gerade gestern in kleiner, aber feiner Runde darüber philosophiert. #berlinblogs #berlininsider #berlintrends #berlinfriends

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