Change-Management & innere Kritiker – Teil 3: Welches Etikett haben Sie? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Change-Management & innere Kritiker – Teil 3: Welches Etikett haben Sie?



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Die Kinderwelt ist voll von Sätzen, die von großen Menschen gesagt und von Kinderohren völlig anders gehört und interpretiert werden. Aber damit nicht genug. Als wäre die „private Logik kleiner Menschen“ nicht schon herausfordernd genug, gibt es zusätzlich noch das Phänomen des Etikettenklebens. Erfolg & Management  Lernen Lesen Gehirn Intelligenz Intuition Erfolg Resilienz Changemanagement Wandel Transformation


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Hier schreibt für Sie: Claudia Hupprich ist Managementberaterin für DAX-Unternehmen & mittelständische Unternehmen. Profil

Hilfe, mein Etikett

Viele kleine Menschen bekommen schon früh ein Etikett von Eltern, Lehrern und anderen Menschen aus der näheren Umgebung verpasst: Da gibt es den Faulpelz, die Schüchterne, den Träumer, den Zappelphillip, den Klassenclown, den Nichtsnutz, die Streberin, den Kämpfer. Manche Kinder rebellieren früher oder später gegen diese Etiketten und entwickeln sich in das genaue Gegenteil.

Andere Kinder jedoch tun dies nicht und übernehmen das jeweilige Etikett bis ins Erwachsenenalter hinein. Sie nehmen das, was jemand über sie gesagt hat, in ihr eigenes Repertoire an Überzeugungen auf, ohne sich zu fragen, ob die vermeintliche Wahrheit des Gehörten für sie auch richtig und hilfreich ist.

Limitierende Glaubenssätze

Sie übernehmen limitierende Glaubenssätze, innere Werte und ungünstige Strategien von anderen Menschen und integrieren diese in die eigene Vorstellungswelt. Sie nehmen die Grundlagen für einen Wusel an, ohne Wenn und Aber.

Aber warum ist das eigentlich so? Warum entstehen die Grundlagen für viele Wusel bereits in der Kindheit? Warum werden viele Wusel geschenkt, vererbt und besonders von kleinen Kindern nicht nur kritiklos, sondern oftmals mit großer Neugierde und Offenheit angenommen?

Kleine Wellensurfer

Ein Grund mag in der Entwicklung des kindlichen Gehirns auf dem Weg zum erwachsenen Gehirn liegen. Der Mathematiker und Philosoph Gunter Dueck beschreibt in seinem Buch Topothesie sehr anschaulich die Unterschiede zwischen kindlichen und erwachsenen Gehirnen anhand der Messung von Hirnströmen.

Diese Hirnströme kann man messen und in einem Elektroenzephalogramm, kurz EEG, grafisch darstellen. Vielleicht haben Sie ein solches EEG ja schon einmal gesehen. Es sieht ein bisschen aus wie die Messungen eines Seismografen, also eines Geräts, das Bodenerschütterungen vor, während und nach einem Erdbeben registriert.

Elektrische Wellen im Gehirn

Ähnliches kann man auch mit einem EEG darstellen, nämlich die elektrischen Wellen in unserem Gehirn, die manchmal mit einer sehr niedrigen Frequenz und dann wieder mit einer sehr hohen Frequenz auftreten.

  • Die langsamsten Wellen werden Deltawellen genannt und sind nur im traumlosen Tiefschlaf oder in sehr tiefer Trance erreichbar.
  • Ein bisschen schneller sind die sogenannten Thetawellen. Auch diese Wellen kommen gewöhnlich nur im Schlaf vor, und zwar wenn man träumt. Sie lassen sich jedoch auch durch Hypnose oder tiefe Meditation im Wachzustand erreichen. Dieser Wachzustand wird dann als enorm kreativ erlebt. Fantasie und Kreativität können bis ins Extreme gesteigert und es können ungewöhnliche Ideen und Problemlösungen entwickelt werden.
  • Wenn die Wellen noch ein bisschen rascher laufen, spricht man von Alphawellen. Diese Wellen erleben wir, wenn wir die Augen geschlossen haben und langsam einschlafen. Wenn wir gelöst und entspannt sind und eine innere Ruhe und Gelassenheit verspüren. In diesem Zustand sind wir sehr aufnahmebereit, kreativ und können uns gut Dinge merken.
  • Noch ein bisschen schneller als Alphawellen sind die sogenannten Betawellen. Diese Wellen stellen die normale Hirntätigkeit im Rahmen des normalen Wachbewusstseins dar. Der Fokus ist nach außen gerichtet, und das Gehirn verarbeitet die jeweiligen Sinneseindrücke. Wenn das Gehirn im niedrigen Betawellenbereich arbeitet, sind wir aufmerksam, wach und können klar denken. Wenn sich die Frequenz innerhalb des Betawellenbereichs jedoch weiter erhöht, fühlen wir eine innere Unruhe, Angst, Stress und Überforderung. Dies sind übrigens Gefühle, die ein optimales Arbeitsumfeld für Wusel jeglicher Art bieten.
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