Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler – 2/2: Neue Chancen dank Digitalisierung


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21.01.2016 605 Leser 12 Debatten 651 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 44 Sekunden
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Im ersten Teil des Beitrags es um den traditionell schwierigen Einstieg für Geisteswissenschaftler. Doch gerade die Digitalisierung bietet auch neue Chancen.

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Die Digitalisierung und ihre Chancen

Die nicht eindeutigen Berufszuschreibungen – die wenigsten Arbeitgeber suchen nach einer Germanistin oder einem Philosophen – bergen den Vorteil, universal einsetzbar zu sein. Ein Jurastudent wird normalerweise auch Jurist, dasselbe gilt für Biologen, Physiker und Zahnärzte. Als Geisteswissenschaftler sind die Berufsfelder weiter gesteckt. Viele kommen nach dem Studienabschluss im Journalismus unter oder sind in der Öffentlichkeitsarbeit und PR tätig. Verlage, Agenturen, Theater und andere kulturelle Einrichtungen sind oft Arbeitsplatz für Germanisten, Historiker und Politologen. Weit verbreitet ist die Selbständigkeit unter Geisteswissenschaftlern, vor allem im Bereich redaktioneller, Lektorats- und Übersetzungsarbeit.

Mittlerweile öffnen sich für Geisteswissenschaftler aber auch Felder, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen waren. Industrie und Wirtschaft greifen inzwischen vermehrt auf Absolventen der Geisteswissenschaften zurück, da die im Studium geschulten Fähigkeiten, was vor allem anspruchsvolles Schreiben und öffentliches Referieren und Präsentieren betrifft, in Disziplinen wie Wirtschaftswissenschaften, Informatik und BWL zu kurz kommen. Gerade im kaufmännischen Sektor, was Werbung und Marketing betrifft, steigt die Zahl von Geisteswissenschaftlern an.

Viele Wege führen zum Erfolg

Letztendlich führen die unterschiedlichen Wege in die Berufstätigkeit dazu, dass sich Geisteswissenschaftlern grundsätzlich gute Zukunftsperspektiven bieten, obwohl sie zugegebenermaßen etwas länger brauchen als Absolventen anderer Disziplinen, um den für sie adäquaten Platz zu finden. Durchschnittlich fällt der Verdienst für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer zwar niedriger aus, als derer anderer Disziplinen, aber vielleicht ist ja auch nicht für jeden das Geld der Maßstab aller Dinge.

Für all diejenigen, die am Ende ihres Studiums überhaupt keine Vorstellung von der beruflichen Zukunft haben, bietet sich die Möglichkeit, diesen Entscheidungsprozess noch hinauszuzögern in Form einer Promotion. Doch das sollte gut überlegt sein. Was zunächst von einem selbst als eine Art Standstreifen wahrgenommen wird, um mal den Fuß vom Gas zu nehmen, durchzuatmen, den Kofferraum aufzuräumen und die weitere Fahrt zu planen, entwickelt sich alsbald zu einem Tunnel, an dessen Ende nicht der Hauch eines Lichtstrahls zu sehen ist. Die fetten Jahre sind definitiv vorbei.

Warum ein Doktortitel?

Warum sollte man aber überhaupt eine Promotion ins Auge fassen? Vielleicht deshalb: Der Doktortitel beinhaltet nicht nur eine geballte Menge Wissen und Fleiß, er ist durchaus auch einfach ein begehrter Begleiter in der Namensgebung. Und er setzt offensichtlich ein langjähriges Studium voraus.

Doch wenn man nicht gerade eine klare Begriffsdefinition in seinem Studium anstrebt und Zahnarzt oder Physiker wird, was kann man mit all den anderen Doktorentiteln in der heutigen Berufswelt erreichen? Hält der Titel also auch, was er verspricht?

Bringt eine Promotion wirklich weiter?

Der Schnitt einer geisteswissenschaftlichen Promotion liegt je nach Disziplin und Standort zwischen fünf und zehn Jahren. Wer aus rein zeitstrategischen Gründen, in der Hoffnung, dass einem irgendwann ein Apfel vom Baum der Erkenntnis auf den Kopf fliegt, den Weg der Promotion einschlägt, sollte sich dieses Martyrium ersparen. Fünf Jahre Studium haben nichts mit fünf Jahren Arbeit an einer Dissertation gemeinsam.

Auffälligster Unterschied: Man hat weder Zeit noch Geld. Als Student sorgen Eltern oder Bafög für ein relativ sorgenfreies Leben und der persönliche Stress hält sich bei einem Arbeitsaufwand von 20 Semesterwochenstunden in überschaubaren Grenzen. Die Doktorarbeit finanzieren einem die Eltern in der Regel jedoch nur, wenn sie Rockefeller heißen, und daher muss man sich selbst um die Finanzierung kümmern.

Eine Promotion gut überlegen

Während es im naturwissenschaftlichen Bereich eigentlich Usus ist, auf einer Stelle zu promovieren, sind Promotionsstellen in den Geisteswissenschaften äußerst rar gesät. Man kann natürlich versuchen, ein Stipendium zu erhalten, was aber auch nicht einfach ist. Letztendlich bleibt vielen nur die Möglichkeit, arbeiten zu gehen und das kostet jede Menge Zeit, was die Promotionsdauer verlängert und erschwert.

Klar, „Doktor“ klingt ganz cool, aber allein aus Prestigegründen sollte man sich das auf keinen Fall antun, denn die Komplexität einer Dissertation wird einen erschlagen, wenn man dieses Vorhaben nicht konsequent angeht.

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