Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler – 1/2: Mit & ohne Doktortitel zum Job – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler – 1/2: Mit & ohne Doktortitel zum Job



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Für Geistesewissenschaftler gestaltet sich ein Berufseinstieg traditionell schwierig. Kann ein Doktortitel helfen? Gemeinsam mit dem Doktoranden Fabian Kuhn geht unsere Autorin der Frage nach. Arbeitsmarkt Analysen  Studienwahl Berufswahl Berufsbild Sozialwissenschaften & Geisteswissenschaften


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Hier schreibt für Sie: Jennifer Dühnfort ist Redakteurin bei der MenschDanke GmbH. Profil

Alles eine Sache der Perspektive

Kinder beantworten die von ihrem Umfeld oft gestellte Frage, „Was willst du denn einmal werden, wenn du groß bist?“, zumeist mit naiven Wunschvorstellungen wie Lokomotivführer und Pirat, was natürlich wenig Zukunftsaussichten hat. Als Student der Geisteswissenschaften begegnet einem diese Frage dann erneut, wenn auch in leicht abgeänderter Form. Keine Party auf der nicht ein verdutzter Maschinenbaustudent, der laut eigener Aussage gar nicht weiß, dass man sowas überhaupt studieren kann, fragt: „Und was machst du damit, wenn du mal fertig bist?“

Als Betroffener versucht man dieser Frage auszuweichen, denn man kann sie oft selbst nicht beantworten, nicht ohne den ironischen Hinweis, dass ja notfalls Taxi fahren oder reich heiraten Alternativen wären, sollte sich an dieser Situation bis zum Ende des Studiums nichts geändert haben. Es scheinen nicht wenige zu sein, die nach ihrem Abschluss nochmal ernsthaft die Perspektiven der modernen Piraterie abwägen und das Klischee des Taxifahrers mit Universitätsabschluss, oder gar Promotion, ist besonders unter Geisteswissenschaftlern weit verbreitet.

Eine Wissenschaft für sich

Trotzdem entscheidet sich ein Fünftel aller Studierenden für ein geisteswissenschaftliches Fach, oder vielleicht gerade deswegen? Um das zu ergründen, habe ich mich ein wenig umgesehen und bin über Fabian Kuhn gestolpert. Fabian studiert(e) Geschichte und Kulturwissenschaften an der Universität Karlsruhe und anschließend an der HU in Berlin. Er schreibt derzeit an seiner Dissertation und stellte sich eben diese Frage, die sich anscheinend ein Großteil der Studierenden stellt: Wie geht’s nach dem Studium weiter? Explizit hat mir Fabian erklärt, wohin genau es für geisteswissenschaftliche Studenten im Anschluss geht.

Ein geisteswissenschaftliches Studium hat normalerweise eine Regelstudienzeit von 10 Semestern. Es gibt kaum jemanden, der vom Arbeitsaufwand erdrückt wird und es bleibt genug Zeit für studentische Aktivitäten. Auslandsaufenthalte, Praktika und Partys, die man so nie wieder erleben wird, gestalten das Studentendasein erträglich. Wenn man die richtige Balance und Einstellung an den Tag legt, können aus dem Studium die schönsten Jahre des Lebens werden.

Die Gefahr, hängenzubleiben, ist deshalb nicht zu unterschätzen und Semesterzahlen von über 20 sind keine Ausnahmefälle. Viele richten sich in ihrem gemütlichen Universitätsbiotop ein, auf der Suche nach einer Zukunftsperspektive und sich selbst. Ernst wird es erst hinterher. Plötzlich hält man seinen Master, das Diplom oder Examen in der Hand und vor einem öffnet sich ein großes schwarzes Loch.

Abstrakter als andere Berufsbilder

Geisteswissenschaftliche Berufsbilder sind viel abstrakter als die anderer Disziplinen. Wer Medizin, Marketing oder Maschinenbau studiert, hat per definitionem ein konkretes Berufsfeld vor Augen und dementsprechend stringent sind auch die Studiengänge konzipiert. Der Prozentsatz von Germanistik-, Geschichts-, und Philosophiestudenten, die während ihres Studiums keine genauen Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft haben, ist sicherlich hoch.

Das schwammige Berufsbild birgt allerdings Übel und Chance zugleich. Ein geisteswissenschaftliches Studium vermittelt ein größeres Allgemeinwissen als etwa ein wirtschafts- oder naturwissenschaftliches Studium und persönliche Neigungen und Interessen werden in größerem Maße gefördert und befriedigt. In den persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten liegen deshalb eindeutig die Motive für die Studienwahl. Gehaltsvorstellungen, Karrierechancen und damit die Sehnsucht nach beruflicher und finanzieller Sicherheit treten im Vergleich dazu in den Hintergrund.

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