In 8 Schritten zur erfolgreichen Existenzgründung: Checklisten & Kurz-Überblick


Sebastian Kühn gibt in dieser Woche auf B E R U F E B I L D E R Tipps für ein Selbstbestimmtes Leben. Ein wichtiger Aspekt dabei: Die Gründung eines eigenen Unternehmens. Wir geben 8 schnelle Tipps für die Existenzgründung. female-entrepreneur-startup

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Hauptsache Nummer sicher?

Dem aktuellen StartupUp-Hype zum Trotz ist Existenzgründung in Deutschland immer noch ein Thema, das misstrauisch beäugt wird. Zur groß scheinen die Risiken, aus der vermeintlich sicheren Festanstellung auszubrechen, etwas eigenes zu wagen, innovativ zu denken.

Kein Wunder, ist doch unser gesamtes Bildungs- und Sozialsystem sowie unsere ganze Kultur und Denkweise auf fleißiges Arbeiten und Einzahlen in die Sozialversicherung ausgerichtet.

Wie Ikarus im Krabbenkorb

Wenn doch einmal jemand es wagt, aus dem sicheren System auszubrechen, dann geht es ihm laut Kühn wie den Krabben, die gefangen im Korb sitzen: Kaum ist eine erfolgreich zum Rand gekrabbelt, ziehen die anderen sie wieder erbarmungslos herunter.

Oder die Geschichte von Ikarus, der übermütig zu hoch flog und des Wachs-Flügel in der Sonne schmolzen – der jähe Absturz war die Folge. Die Geschichte gilt als Warnung, doch nicht zu übermütig zu sein.

Checkliste: Vorteile der Selbständigkeit

Dabei bietet der Schritt in die Selbstständigkeit gute Chancen, eigene Ideen zu verwirklichen und stellte eine wirkliche Alternative zur Festanstellung dar. Folgende Vorteile bietet ein eigenes Unternehmen – wenn man es denn richtig anstellt:

  • Man hat keinen Chef oder unangenehme Kollegen
  • Man entscheidet selbst, womit man sein Geld verdient
  • Die Arbeitszeiten sind frei einteilbar
  • Der gesamte Verdienst fließt in die eigene Tasche
  • Man kann – wenn es gut läuft – der eigenen Leidenschaft folgen

Leidenschaft, Erfolg & Misserfolg lieben nah beieinander

Denn ein großer Vorteil der Selbständigkeit besteht darin, dass man seines eigenen Glückes Schmid ist und die Freiheit hat, sich selbst zu verwirklichen – vorausgesetzt, man kann mit dieser Idee Geld verdienen oder schafft es, ein passives Einkommen zu generieren, um Zeit für spannende Dinge zu haben – ein Weg, den auch Sebastian Kühn vorschlägt.

Doch eines muss auch klar sein: Existenzgründung ist immer auch ein Risiko. Viele Unternehmen scheitern gerade in der Anfangsphase. Häufig fehlt einfach eine durchschlagende Geschäftsidee oder das Unternehmerische Handwerkszeug.

Checkliste Unternehmerisches Handwerk

Während in einer Festanstellung Dinge wie Arbeitsaufgaben, Versicherungen oder Gehalt klar geregelt sind, steht man als Unternehmer immer wieder vor neuen Fragen:

  • Ist die Idee überhaupt geschäftsfähig?
  • Wer kauft meine Dienstleistung/Arbeit?
  • Welche Marketingstrategie ist die richtige?
  • Wie viel muss ich monatlich verdienen, um davon leben zu können?
  • Oder welche rechtlichen Dinge muss ich beachten?

Selbständigkeit gleich einem Bürokratischen Hürdenlauf

Dazu kommt auch ein erheblicher bürokratischer Aufwand – vor allem der Weg in die Selbstständigkeit gleicht einem Hürdenlauf: Vom Businessplan über die Finanzierung bis hin zur Wahl der richtigen Rechtsform sind viele Dinge zu regeln.

Und auch die Anmeldung beim Finanzamt, die Gewerbanmeldung und die Wahl der richtigen Versicherung sind zu beachten. Deshalb empfiehlt es sich, vor der Gründung alle möglichen Informationen einzuholen und umfangreiche Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

8 Tipps zur richtigen Gründung

Selbständigkeit ist kein Hexenwerk: Wer sie planvoll angeht, hat gute Chancen auf Erfolg. Wir zeigen, welche Schritte dafür notwendig sind.

  1. Guter Rat muss nicht teuer sein: Beratung ist wichtig – und muss dank staatlicher Zuschüsse nicht teuer sein. Erste Anlaufstelle für Existenzgründer können die zuständige Arbeitsagentur, die IHK, die städtische Wirtschaftsberatung oder ein unabhängiger Existenzgründungsberater sein. Letztere sollten bei der Agentur für Arbeit sowie bei den jeweiligen Behörden akkreditiert sein, damit man für die Beratung eine Kostenerstattung erhalten kann.
  2. Idee und Businessplan: Am Anfang steht die optimale Geschäftsidee. Doch die sollten Sie nicht einfach ins Blaue hinein entwickeln, sondern Absatzmärkte, Marketingstrategien, Finanzierung, Gewinnplanung sowie Chancen und Risiken genau durchdenken. Eine Businessplan, den Sie ohnehin benötigen, wenn Sie einen Kredit aufnehmen oder eine staatliche Förderung beantragen wollen, bietet dazu die optimale Möglichkeit.
  3. Die Finanzierung klären: Als nächstes sollten Sie die Finanzierung Ihrer Idee klären: Ist eine Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld der Bundesagentur für Arbeit möglich? Ein Kredit oder eine Bürgschaft bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau? Gibt Ihnen Ihre Hausbank einen Kredit? Greifen Ihnen Investoren unter die Arme? Da die Finanzierung elementar ist, sollten Sie auf jeden Fall das Finanzierungsgespräch gut vorbereiten.
  4. Die optimale Rechtsform: Auch von der Wahl der richtigen Rechtsform hängt es ab, ob ihr Unternehmen erfolgreich wird: Denn sie entscheidet darüber, ob und wie Sie mit anderen zusammenarbeiten, welche Steuern Sie zahlen müssen, wie viel Aufwand in die Bürokratie zu investieren ist, ob Sie den Namen Ihres Unternehmens frei wählen oder ob Sie Ihre Bilanzen veröffentlichen müssen. Daher sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie beispielsweise ein Einzelunternehmen, eine GbR, eine GmbH oder eine Limited gründen wollen.
  5. Die Gewerbeanmeldung: Der nächste Schritt ist die Anmeldung Ihres Gewerbes in der Gemeinde Ihrer Betriebsstätte. Als Freiberufler müssen Sie sich lediglich eine Steuernummer beim Finanzamt besorgen. Als Gewerbetreibender werden darüber hinaus noch Pflichtmitglied in der Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer. Ab einer bestimmten Einkommensgrenze oder als Kapitalgesellschaft müssen Sie sich darüber hinaus ins Handelsregister eintragen.
  6. Die Anmeldung beim Finanzamt: Nachdem Sie ein Gewebe angemeldet haben, kontaktiert die Gemeinde automatisch das zuständige Finanzamt, und Sie bekommen das Formular zur Anmeldung beim Finanzamt automatisch zugeschickt. Als Freiberufler müssen Sie sich hingegen selbst beim Finanzamt melden. Um eine Steuernummer zu erhalten, müssen Sie in jedem Fall den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Von nun an zahlen Sie als Unternehmer Einkommenssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer – und als Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer.
  7. Die Sozialversicherung: Der nächste Schritt ist die Anmeldung bei der Sozialversicherung. Als Selbständiger sind Sie hier nämlich nicht automatisch pflichtversichert, sondern müssen sich selbst anmelden. Sie müssen sich krankenversichern, haben aber die Wahl ob gesetzlich oder privat. Die Rentenversicherung ist, bis auf wenige Ausnahmen, freiwillig. Die Arbeitslosenversicherung auch. Bei der Unfallversicherung kommt es auf Ihre Branche an.
  8. Weitere Versicherungen: Die Sozialversicherung schützt Sie noch nicht vor allen möglichen Schäden. Sie sollten sich in einem weiteren Schritt auch gegen Berufsunfähigkeit, private Unfälle oder Verdienst- und Forderungsausfälle absichern. Bei Rechtsstreitigkeiten hilft hingegen eine Rechtsschutzversicherung, in Schadensfällen eine Haftpflichtversicherung. Welche Versicherung wirklich notwendig ist, hängt von Ihren individuellen Risiken ab.
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