Den Winter als Reflexionsphase nutzen: 5 Schritte für gute Vorsätze

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02.12.2015 205 Leser 3 Debatten 854 Wörter Lesezeit: 6 Minuten, 38 Sekunden
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Es ist kalt, finster und feucht. Der Winter zeigt sich hierzulande meist von seiner fiesen Seite. Und doch hat gerade diese Jahreszeit eine entscheidenden Einfluss auf uns und unsere Zukunft. nature_winter

Der Winter als Reflexionsphase

Die Natur ist gerade um diese lichtarme Jahreszeit Reflexionszone erster Güte. Zu dieser Zeit werden wir uns extra-deutlich bewusst, was uns wirklich wichtig ist und wir stellen die Weichen für das Kommende. Denn unsere Gemütslage wird permanent von einem reichhaltigen Hormoncocktail beeinflusst.

Das geringere Licht bewirkt eine Verschiebung der Mixtur in Richtung Hormone die uns ruhig, sanft, innerlich ausgeglichen, introvertiert und auch schläfrig machen. Sie stellen unseren Körper auf Energiesparen um. Dadurch nehmen wir leichter zu und sind gedämpfter sexlustig. Ja, richtig gelesen, etwa von November bis Februar ist Abnehmen mit erheblich heftigeren Gegenreaktionen des Körpers wie Hunger, Energiemangel, Antriebslosigkeit und Schwarzseherei verbunden. Dafür fällt uns Abnehmen im darauf folgenden Frühling umso leichter.

Erholen vom Sommer

Erholen vom geschäftigen Sommer ist das Programm der Zeit. Das wurde so in Jahrmillionen in uns programmiert. Wir können uns dem nur durch Flucht in sonnenreiche Gefilde entziehen. Aber da entgeht uns Entscheidendes. Denn der Energiesparmodus hat einen äußerst nützlichen Effekt auf uns: er fördert die Introspektion. Wir nehmen zu dieser Jahreszeit viel deutlicher wahr, was uns tief in uns drin bewegt. Vorausgesetzt natürlich, wir lassen es zu.

Wir haben nun vermehrt das Bedürfnis, das Jahr und unsere Vergangenheit Revue passieren zu lassen. Wir haben just auch die Muße, uns selbst und unseren Beitrag auf die Geschehnisse zu betrachten. Gerade jetzt erkennen wir besonders gut, welche Lerneffekte wir aus dem Erlebten für uns mitnehmen können. Das gelingt uns zu keiner Jahreszeit so gut. Nicht umsonst gibt es den Brauch der Jahresvorsätze genau jetzt. Und nicht etwa im Sommer beispielsweise. Im Sommer drängt es uns nach draußen, wir wollen erleben und machen.

Wie gute Vorsätze funktionieren

Wie wir also jetzt zu dieser trüb-wohligen Zeit über uns, andere und die Ereignisse so sinnieren, da stoßen uns unweigerlich Dinge auf, die uns so ganz und gar nicht behagen. Manche davon werden völlig neue Ungereimtheiten sein, andere sind alte Bekannte die wir seit Jahren und Jahrzehnten mit uns schleppen, vor uns her schieben oder mit wechselndem Erfolg zu verdrängen versuchen.

Plötzlich haben wir den brennenden Wunsch etwas oder gleich alles zu ändern: „Aus! Schluss! Vorbei! Jetzt muss es anders werden!” Überkommt es uns vielleicht und voller Tatenwut und glühender Vorsätze machen wir uns ans Werk. Doch dieses Strohfeuer verraucht rasch erfolglos.

Gute Vorsätze in 5 Schritten

Wie gehen wir richtig vor, um diese wertvolle Zeit optimal zu nutzen? Am besten in 5 Schritten:

  1. Zunächst ist es entscheidend: Gehen Sie es ruhig an. Lassen Sie sich die Zeit. Sie haben die Zeit ohnehin, denn Sie allein entscheiden über Ihre Zeit. Außerdem haben Sie es sich in manchen Dingen über Jahre schon leicht gemacht und Sie haben sie eben bisher noch nicht geändert. Da kommt es jetzt auf ein paar Wochen auch nicht an.
  2. Lassen Sie sich Zeit. Allein, wenn Sie sich bereits Zeit gewähren, ereilt Sie das gute Gefühl Herr Ihrer Zeit zu sein. Dieses Bewusstsein ist für alle weiteren Schritte Grundvoraussetzung. Ohne dieses stimmige Gefühl brauchen Sie gar nicht weiterzumachen mit Ihrer Zukunftsplanung. Lassen Sie es bleiben, sparen Sie sich die Zeit und die Energie.
  3. Sind Sie mit sich und Ihrer Zeitherrschaft stimmig, dann machen Sie lange Spaziergänge in möglichst viel Natur und setzen sich ausgiebig an schöne Plätze in der Natur; idealerweise mit Ausblick. Setzen Sie sich vor ein (Kamin-)Feuer oder eine Kerze und verweilen Sie auch am Abend im nicht beleuchteten Zimmer im schummrigen Dämmerlicht der hereinbrechenden Nacht.
  4. Notieren Sie sich was Ihnen nicht passt, was Sie geändert haben wollen, wo Sie sich für Ihre Zukunft etwas anderes wünschen. Schreiben Sie es unbedingt auf, sonst verfangen Sie sich in unproduktiven Gedankenkreisen. Das bringt Sie nicht weiter.
  5. Dann spüren Sie in sich hinein. Genau, Sie spüren. Sie grübeln nicht ewig herum, sondern Sie spüren in sich und Ihre Problemthemen hinein. Tauchen Lösungsalternativen auf? Welche? Spüren Sie bei Lösungsmöglichkeiten unbändige Lust loszulegen? Notieren Sie das. Schrecken Sie vor Alternativen regelrecht zurück? Notieren! Was fühlt sich gut an, auch wenn Sie es belassen wie es ist? Obwohl Sie erst dachten es ändern zu wollen. Schreiben Sie sich das auf.

Ergebnis: Dinge ändern mit neuer Energie

Sie haben aus sich herausgeholt, wo Sie ungeschminkt und tatsächlich bereit sind Energie aufzuwenden für Dinge, die Ihnen nicht passen. Sie wissen, was Sie ändern wollen, weil Sie es für sich tun. Nicht für andere. Und egal was Sie ändern wollen, Sie werden dazu immens Energie, Ausdauer, Überzeugung und Frustrationstoleranz brauchen. Na klar, denn sonst hätten Sie es ja schon längst nonchalant getan.

Und genau diese notwendige Energie haben Sie nun in sich bereit gestellt. Sie werden Dinge ändern, nicht weil Sie meinen sie ändern zu wollen, sondern weil es Ihnen ein echtes Bedürfnis ist. Weil es Ihnen für sich selbst wichtig ist und nicht weil dann andere von Ihnen irgendetwas denken. Und dann brauchen Sie auch keine Disziplin für die Durchführung. Denn dann tun Sie, was ein wahrer Ausdruck Ihres Selbst ist.

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