Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe


Voriger Teil
Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
18.12.2015 315 Leser 5 Debatten 742 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 8 Sekunden
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.
Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Uns fehlt etwas, wenn wir uns mit einer Gemeinschaft nicht identifizieren dürfen. Doch dazu bedarf es auch Vertrauen. Doch dabei vergeuden Unternehmen gewaltige Leistungspotenziale.

Gesundheit & Feelgood  Unternehmenskultur Teamarbeit Kollegen

Wir sind Gefühlswesen, die nach Gemeinschaft lechzen

Stadtmarathon, Fußballweltmeisterschaft und Oktoberfest. Wir lieben es, sinnfrei in Massen in eine Richtung zu rennen, zu grölen und uns vielleicht liebestrunken zu besaufen. Völlig normal und absolut gesund für unsere Spezies. Wir brauchen das.

Wir müssen emotional ans Limit und darüber hinaus. Wir müssen dazu gehören dürfen. Wir müssen uns mit einem Haufen anderer Homo Sapiens identifizieren dürfen. Wir erblühen, wenn uns dieser Haufen anerkennt und braucht. Wir geraten in Ekstase, wenn wir uns für diesen Haufen verausgaben, ja hergeben dürfen.

Das Erbe der Evolution

Das glauben Sie nicht? Diese Ansichten passen nicht in unsere aufgeklärte und so individuelle Zeit? Das haben wir längst abgelegt?

Weshalb sind sich Mediziner dann einig, dass Massenphänomen Übergewicht sei die evolutionsbedingte Unmöglichkeit, sich in so kurzer Zeit an geänderte Umstände anzupassen. (Hierbei sprechen wir von einem Zeitraum von über 10.000 Jahren!). Scheint gefühlt lang genug, aber unsere Systeme sehen das scheinbar anders.

Ohne Gemeinschaft sind wir unglücklich

Geistig-emotional verlangen wir hingegen eine tag-genaue Anpassung. Wir können zwar denken, was wir tun, doch wir können es noch nicht fühlen. Der Mensch ist ein Gefühlswesen, das nach Spiritualität, höherem Sinn und inniger Gemeinschaft lechzt. Ohne diese Gemeinschaft kann er sich nicht optimal entwickeln.

Deshalb kommen auch so viele Kinder – und mittlerweile auch Erwachsene – nicht klar im Leben. Ihnen fehlt eine stabile und angemessen große Familie. Eine Umgebung, auf die Sie sich in jedem Fall verlassen können. Kein technisches Gerät, kein Konsumartikel und kein individualistisches Vor-sich-hin-Gelebe kann je liefern, was wir emotional wirklich brauchen. Wir sind keine Schildkröten, die nach dem Schlüpfen ins weite Meer kriechen.

Unternehmen, die neuen Stämme

Wir haben zu Gunsten einer noch nie da gewesenen wirtschaftlichen Entwicklung die emotionale Sozialstruktur aufgegeben, welche die Grundmotivation jedes wirtschaftlichen Fortschrittes ist. Der Sippenerhalt, die Stammeszukunft waren es, die den Menschen schon immer veranlasst haben, Kontinente zu entdecken und Kriege zu führen. In uns stecken viele Jahrtausende archaischen Erblühens individueller Fähigkeiten zu Gunsten der Gemeinschaft. Seit jeher zählte die Gemeinschaft mehr als der Einzelne.

Dessen Triumph die Gemeinschaft förderte und ihn als Individuum auszeichnete. Es lag im ureigenen Interesse der Gemeinschaft, dass jeder seine „Berufung“ fand. Dass jeder seine Stärken zur Blüte brachte. Je besser dies dem Einzelnen gelang, desto mehr profitierte die Gemeinschaft. Heute überlassen wir das dem Einzelnen selbst. Das funktioniert nicht wirklich. Damit wir uns optimal entwickeln können, brauchen wir emotional nahe Menschen, die ein echtes Interesse haben, dass wir unsere größten Stärken zur Geltung bringen.

Die verkannte Macht des Stamms führt zur Schock-Seuche

Weshalb Mitarbeiter zumeist nur wenig echte Hingabe in der Arbeit zeigen, liegt auch an der Hire-and-Fire-Kultur. Wer entlassen wurde, der hat nicht einfach nur einen Job verloren, der wurde aus einer Gemeinschaft ausgestoßen. Das war Zeit unserer Menschheitsgeschichte schlimmer als die Todesstrafe.

Natürlich haben wir heute keine wirklichen Existenzsorgen nach einer Kündigung. Doch innerlich zerbricht etwas. Zuerst bemüht sich der Mitarbeiter, die neue Firmenkultur anzunehmen und sich zu integrieren, seinen Platz zu finden, Vertrauen aufzubauen und seine Fähigkeiten zur Geltung zu bringen, doch von heute auf morgen ist er nicht mehr gewollt.

3 Tipps für mehr Vertrauen

Ein gewaltiger Schock. Diese Schock-Seuche infiziert die Zurückbleibenden und das soziale Umfeld der Gefeuerten. Wen das nicht schockt, der hat auch nicht wirklich engagiert gearbeitet und seine Berufung, seinen Stolz auf seine eigene Arbeit, noch nicht entdeckt.

Wer den aufrichtigen Wunsch der Hingabe in seinen Mitarbeitern in Taten wirksam werden lassen will, muss eine rundum vertrauensvolle Umgebung schaffen. Wie das funktioniert ist an sich sehr einfach:

  1. Wir betrachten unser Gegenüber als genau so viel wert wie uns selbst und bringen ihm echte Wertschätzung entgegen.
  2. Alles, was versprochen wird, wird auch gehalten. Koste es was es wolle.
  3. Liegen Gründe vor, die das Versprochene als überholt erweisen, gut, wird eben eine neue Vereinbarung aufgrund der neuen Tatsachen getroffen.

Überforderung durch Informationsflut

Wir sehen, in uns und unseren Kollegen schlummern gewaltige Energien und damit Leistungspotentiale, die wir bei vielerlei Gelegenheit erleben, doch vorwiegend in der Freizeit.

Zumeist liegt es an der Unmöglichkeit ob der Aufgaben- und Informationsflut, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche und die der Kollegen treffend zu erkennen. Wir könnten weitaus mehr leisten, wenn wir auf unsere ureigensten Bedürfnisse nach echtem Naturkontakt und echtem sozialen Halt eingehen.

berufebilder

Mehr Tipps & Infos? Unsere 10.000+ Community freut sich auf Sie!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. KompetenzPartner
    KompetenzPartner

    Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe von Jörg Romstötter: Uns fehlt etwas,… (Beitrag via Twitter) jZJTt3yd6X #Beruf #Bildung

  2. Thomas Eggert
    Thomas Eggert

    Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe von Jörg Romstötter via B E R U F E B I L D E R (Beitrag via Twitter) 7zduhx6lxA

  3. BEGIS GmbH

    Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe von Jörg Romstötter via B E R U F E B I L D E R (Beitrag via Twitter) FFjoMpFEcG

  4. Berufebilder
    Berufebilder

    Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe – (Beitrag via Twitter) F8ez5z4JxE

  5. Simone Janson
    Simone Janson

    Erfolgs-Ressource Natur – 3/3: Vertrauen schafft Hingabe – (Beitrag via Twitter) np2QFzu6dD

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.