Wie tickt die Generation Y zwischen Traumjob & Privatleben: 3 Tipps für den Spagat

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06.05.2015 574 Leser 8 Debatten 942 Wörter Lesezeit: 6 Minuten, 49 Sekunden
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Die Generation Y ist in aller Munde. Doch wie ihre Angehörigen wirklich ticken, wissen sie wohl selbst am besten. Unsere Autorin wagt eine Bestandsaufnahme, gibt Tipps für den schwierigen Spagat zwischen Selbsverwirklichung & Privatleben – und fragt, ob der überhaupt sein muss. Businessideen & Verkauf  Zeitmanagement Arbeitsorganisation Traumjob Jobwechsel HighPotentials Fachkräfte

Generation Y – was machen die überhaupt?

Seit einigen Monaten befasse ich mich mit der Frage, wer sie ist, diese Generation der ich angehöre. Melancholiker sagen, ich sei inmitten der Quarterlifecrisis und auf der Suche nach dem Sinn – so kurz vor dem 30. Geburtstag sicher nicht unnormal.

Das wäre mir zu kurz gedacht. Tatsächlich beschäftigen mich andere Fragen: Wer sind wir, wohin gehen wir und warum scheinen wir das Leben neu erfunden zu haben. Drei Fragen, unzählige Antworten und hier kommt mein Versuch eines Zwischenfazits.

Ein Leben für die Arbeit?

Gerade bin ich erkältet. Gerade meint den vierten Tag in Folge. Erkältet meint ich habe Fieber, schneuze mich um mein Leben und huste, während ich arbeite, als wäre ich Kettenraucher. Damit erledige ich alle wichtigen Dinge meines Berufs. Ich verstehe mich nicht nur als Dienstleister.

Ich lebe es. Viele Menschen um mich herum verstehen nicht, wieso ich arbeite, während ich krank bin. Eine Antwort darauf ist: Ich liebe die Arbeit, die ich mache. Eine Andere ist: Ich bin selbstständig. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und lässt einen Blick auf meine Generation zu.

Leben, um sich auszudrücken

Michael Nast schrieb für das Onlinemagazin imgegenteil gerade über die Generation Beziehungsunfähig. Einer der Beiträge, die mir eine wohlige Gänsehaut bereiteten, weil genau skizziert wird, zwischen welchen Wenns und Abers wir gefangen sind. Einer der Absätze, die in meinem Kopf blieben, war dieser:

Die Generation unserer Eltern hatte einen Beruf UND ein Leben. Es gab eine Trennung. Nach der Arbeit pflegten sie ihr Privatleben. Heute ist das verschmolzen. Ein Job ist heutzutage mehr als nur ein Job, ein Beruf hat den Anspruch einer Berufung.

Eigentlich eine sachliche Feststellung, die gut das Leben zwischen dauerhafter Erreichbarkeit, sozialen Netzwerken und persönlichen Verpflichtungen in einen Rahmen setzt, der passt. Dabei steckt dieser Rahmen mehr ab: Es geht um den Anspruch einer Generation an sich selbst.

Die Suche nach dem Optimum

Nast legt dabei großen Wert auf die Verknüpfung der beruflichen Herausforderung und den eigenen Beziehungsstatus. Dabei gibt er diverse Beispiele, warum Menschen Single sind. Tatsächlich passt zu dem, was er selbst beschreibt, eher ein: Es ist kompliziert – und das in jeder Hinsicht. Wir sind nicht einfach. Wir drücken uns auch. Wir wünschen uns Partner, die uns ergänzen und das Internet suggeriert uns, dass wir diese auf Knopfdruck finden können.

Dasselbe gilt umgekehrt auch für unsere berufliche Zukunft: Wir müssen nur lange und gut genug suchen, dann finden wir einen besseren, ausfüllenden und gut bezahlten Job. Die Anzahl derjenigen, die auf dem Weg an ihren eigenen Ansprüchen kaputt gehen, sehen wir ebenso wenig wie die Ansprüche, die wir uns als Bürde auf die Schultern legen. Sie drückt und wenn sie zwickt, scheint sie erst richtig zu liegen.

3 Tipps für den Spagat

Im Umkehrschluss bedeutet diese Vielfalt der Möglichkeiten, die uns vor Probleme stellt auch, dass wir unseren Fokus richten müssen. Es kommt der Tag an dem man sich entscheiden muss: Gesund oder krank? Für die Kollegen aufstehen oder für den Körper liegen bleiben? Für das Leben oder mit Gejammer?

Diese Aspekte führen mich zu drei Aussagen über meine Generation:

1. Wir sind nicht, wir werden.

Jede Aussage dazu, wer meine Generation sei und was sie auszeichne, kann nur einen bestimmten Teil erklären. Unsere Einheit heißt Vielfalt.

2. Plane nicht, lebe!

Wer nach dem idealen Job sucht, verpasst die Gelegenheit, einen guten Job anzunehmen. Man könnte auch mit Maxim sprechen und sagen:

Und das Glück steht vor Dir an der Strasse Und hält den Daumen raus, Aber alles geht so schnell, dass es Dir immer erst auffällt, Wenn du in den Rückspiegel schaust. Und dann ist es längst zu spät um anzuhalten, Dann musst Du weiter geradeaus, Bis das Glück wieder an Dir vorbeirauscht, Weil Du ständig in den Rückspiegel schaust. (c) Maxim – Rückspiegel

Selbstverwirklichung heißt ab einem gewissen Punkt, Dinge nicht mehr nur anzupacken. Es geht auch um Zukunft. Dazu braucht es eine Richtung (keinen Plan!). Diese gilt es zu entwickeln, wobei das Leben mit seiner gefühlten Berufung und Richtung miteinander Hand in Hand gehen.

3. Es gibt keine größere Einsamkeit als die zu zweit!

Wer versucht uns zu verstehen, sollte eins bedenken: Single zu sein, um sich selbst zu verwirklichen, ist für einen begrenzten Zeitraum eine Entscheidung, die Möglichkeiten eröffnet. Schädlicher scheint da ein Zusammenleben zu sein, welches weder die eigenen Erwartungen erfüllt noch sich in das Leben und die eigene Richtung einpasst.

Leben und Arbeit mögen nicht mehr getrennt sein. Das bedeutet auch, Partnerschaften mit Beruf und Berufung zu vereinbaren – und wer das nicht mehr kann, muss den Beispielen im Text von Nast folgen und sich trennen.

Lebt doch, wie Ihr wollt!

Für mich geht es jetzt ohne schlechtes Gewissen in das nächste Meeting und all jenen, die das nicht verstehen, mag ich die Fragen zurufen, woran sie glauben und wofür sie leben. Wenn sie die Trennung zwischen Beruf und Privatleben noch haben, mögen sie diese genießen.

Ich für meinen Teil möchte gerade auf wenig in meinem Leben verzichten. Wobei: Die nächste Erkältung dürfte gern bis 2016 auf mich warten.

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