Supply Chain Management – vernetztes Denken Teil 4: Win-Win oder Nullsummenspiel?


Voriger Teil Nächster Teil
Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
05.03.2015 220 Leser 3 Debatten 382 Wörter Lesezeit: 2 Minuten, 34 Sekunden
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.
Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Ist die Zusammenarbeit von Gastronomie und Zulieferer nun eine Win-Win-Situation oder ein Nullsummenspiel für beide? retro

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Der Auszug aus „Nackt im Netz“ in einem Lehrwerk für bayrische Fachoberschule: Ständige Erreichbarkeit schon bald out?: Kürzlich wurde ein Auszug aus meinem Buch „Nackt im Netz“ in einem Schulbuch veröffentlicht. Der Beitrag ist auch frei verfügbar hier im Blog.… Mehr Lesen

Unsere Bücher zum Thema

berufebilder

Insider-Wissen – Best Practice zu neuen Führungsmodellen: Führung fit für die Zukunft: Wissen kompakt im schnellen Überblick mit vielen Best Practice Tipps und für nur 2,99 €: Wie sieht erfolgreiche Führung in Zukunft aus? Unsere… Mehr Lesen

Rechenspiele

Der Wirt benötigt eine große Menge seines Getränks. Ein Hektoliter kostet dem Hersteller 20 Euro (bewertet zu Herstellkosten). Üblicherweise wird der Hektoliter mit einem Nettoabgabepreis von 60 Euro an den Wirt verkauft.

Der kann seinerseits einen Nettoverkaufspreis (ohne Steuern) von 120 Euro beim Sommerfest erzielen. Der Verkäufer und der Wirt rechnen mit einem Absatz von etwa 130 Hektoliter.

Eine Milchmädchenrechnung

„Eine Milchmädchenrechnung“, jubelt der Verkäufer innerlich, „ich muss nur 30 Hektoliter gratis zur Verfügung stellen. Das kostet mich lediglich 600 Euro (Herstellkosten pro Hektoliter mal Gratis-Hekto­ liter).

Der Wirt hat jedoch einen geldwerten Vorteil von 1800 Euro (Nettoabgabepreis pro Hektoliter mal Gratis-Hektoliter). Das ist ein Win-Win-Spiel für uns beide. Bei der nächsten Großveranstaltung mit dem Wirt hole ich das schnell wieder herein.“ Der Verkäufer ist happy. Der Gastwirt sollte es auch sein. Oder?

Man sieht, was man nicht sieht

Anfang des 19. Jahrhunderts hat der französische Ökonom Frederik Bastiat sein Leben der Aufklärung ökonomischer Mythen in Werken, wie der „Parabel vom zerbrochenen Fenster“ oder der „Petition der Kerzenmacher“ gewidmet.

Sein Werk nannte er „Was man sieht und was man nicht sieht.“ Darin widmete er sich den Denkfallen in der Welt der Wirtschaft und nahm zahlreiche Berufsgruppen aufs Korn, die nur das Sichtbare zu bewerten imstande waren; ihre Gedanken waren in vielen Fällen nicht zu Ende gedacht.

Win-Win oder doch Nullsummenspiel?

Vielleicht haben wir es fast 200 Jahre später wiederum mit einem Denkfehler zu tun? Schauen wir näher hin!

Der Wirt hat tatsächlich 1800 Euro gespart, weil er 30 Hektoliter vom Hersteller gratis zur Verfügung gestellt bekam, die er sonst zum vollen Einkaufspreis hätte zahlen müssen. Aber wie steht es um den Hersteller?

Die Rechnung ohne Wirt

Der hat nicht nur seine Herstellkosten von 20 Euro pro Hektoliter zu tragen, sondern auch den entgangenen Deckungsbeitrag (DB) von 40 Euro pro Hektoliter.

Der entgangene DB ist der normale Verkaufspreis des Herstellers an den Gastronomen abzüglich des Aktionspreises. Folglich sieht die Rechnung so aus:

  • Sichtbare Herstellkosten gemäß Kostenrechnung von 600 Euro (das sind die Geldkosten, die auch in der Kostenrechnung aufscheinen).
  • Nicht sichtbare Kosten in Form von entgangenem DB von 1200 Euro (das sind die Alternativkosten, die nicht in der Kostenrechnung auf- scheinen).
  • Sichtbare Kosten und nicht sichtbare Kosten ergeben insgesamt 1800 Euro.
berufebilder

Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. 13885 11: 12 Tipps für erfolgreiche Mitarbeiter-Motivation: Fokussierung von Talenten & Kompetenzen am 15.11.2016
  2. 876 9: 5 Tipps für Talent-Management im Recruiting: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen am 16.11.2016
  3. 1588 9: Mitarbeiter-Motivation & Vertrauen erhöhen die Leistung: 2 Mal 8 Tipps für Führungskräfte am 30.11.2016
  4. 73 7: Optimal Mitarbeiter-Feedback geben & Dialog führen: Raus aus dem Frageterror am 30.11.2016
  5. 1583 7: Emotionales Verkaufen in 3 Mal 3 Schritten: Interesse wecken in 30 Sekunden am 23.11.2016
  1. Ähnliche Diskussionen: Emotionales Verkaufen in 3 Mal 3 Schritten: Interesse wecken in 30 Sekunden

  2. Ähnliche Diskussionen: Nach der Übernahme von LinkedIn durch Microsoft: Die Social-Recruiting-Revolution

  3. Ähnliche Diskussionen: Social-Media, US-Wahl & Hate-Speech: Studie zum gesellschaftlichen Klima

  1. kanzlei-job

    Supply Chain Management – vernetztes Denken Teil 4: Win-Win oder Nullsummenspiel?: Ist die Zusammenarbeit von… (Beitrag via Twitter) umzlQQusGz

  2. Berufebilder

    Supply Chain Management – vernetztes Denken Teil 4: Win-Win oder Nullsummenspiel? – (Beitrag via Twitter) U77LGb0NTv

  3. Simone Janson

    Supply Chain Management – vernetztes Denken Teil 4: Win-Win oder Nullsummenspiel? – (Beitrag via Twitter) vFqql43A4t

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.