Strategien gegen Mobbing: Wertschätzende Gegenwehr

26.03.2015 1897 Leser 4 Debatten 721 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 11 Sekunden
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Jede und jeder kann Opfer von Mobbing-Attacken am Arbeitsplatz werden. Doch Sie müssen diese nicht einfach hinnehmen, sondern können lernen, angemessen und wirksam auf solche Angriffe zu reagieren und dem Mobber sogar die Show stehlen.

1. Planung

Wer arbeitet, hat Kollegen – und an denen lässt sich nur selten etwas ändern. Ist uns ein Kollege feindlich gesonnen, kann es für uns schwierig werden: Häufig versuchen sich solche Personen mit dummen Sprüchen oder Beleidigungen auf unsere Kosten zu profilieren. Im Privatleben geht man diesen Menschen aus dem Weg.

Im Betrieb ist das jedoch nicht möglich. Schließlich geht es fast immer darum, Ziele gemeinsam mit Kol­legen zu realisieren. Zwischenmenschliche Probleme gefährden diese Ziele. Daher ist jeder für eine produkti­ve Betriebsharmonie mitverantwortlich. Stellen Sie sich auch dieser speziellen Verantwortung – und wehren Sie sich aktiv gegen Mobbing am Arbeitsplatz!

Mobbing erkennen

Mobbing beginnt in der Regel mit ausgrenzenden sowie herabwürdigenden Aktivitäten. Deren Inhalte reichen von Häme und Spott über Frechheiten bis hin zu Lügen. Die Täter offenbaren ihre Beweggründe nur selten. So glaubt der Angreifer manchmal nur, er könne mit seinem Verhalten das eigene Selbstbewusstsein steigern.

Vielleicht treiben ihn auch Neid oder Unsicherheit an. Eher selten stecken sogar zielorientierte Pläne dahinter. Sie haben es also mit Clowns oder Feinden zu tun. Die Hintergründe, die Erfahrung sowie die individuelle Po­sition im Unternehmen geben Ihnen Hinweise auf das wahrscheinlichste Motiv.

Erste Hilfe

Diese Methode stellt keine Konfliktbearbeitung dar! Ein Konflikt lässt sich fast immer sachlich begründen und dementsprechend aufarbeiten. Beim Mobbing greift man dagegen eine Person aufgrund ihrer Persönlichkeit und fast nie wegen ihrer Meinung an. Mobbing ist durchweg destruktiv motiviert.

Ein Vorgesetzter sollte des­halb im Kenntnisfall unbedingt angemessen einschreiten, doch leider ist von dieser Seite nicht immer Hilfe zu erwarten. Die beste Hilfe ist die eigene Initiative. Diese Methode eignet sich für jeden, der sich bei der Arbeit von Kollegen verbal angegriffen fühlt und entsprechende Angriffe abstellen möchte. Die hier vorgestellten Techniken lassen sich ohne besondere Vorkenntnisse von jedem Betroffenen umsetzen.

Ablauf

Zunächst erlernen Sie Techniken, mit denen Sie auf einen Mobbing-Angriff wertschätzend reagieren können. Ergänzend vermittelt Ihnen die Methode nonverbale Reaktionsmöglichkeiten auf einen Angriff. Anschließend geht es darum, Zuschauer anzusprechen, um sie auf die eigene Seite zu ziehen. Weiterhin werden die Abwehrreaktionen nach Anzahl und Rang der Angreifer differenziert. Darüber hinaus erhalten Sie Vorschläge, wie Sie Ihre eigene Sprachgewandtheit verbessern sowie Hinweise, wie Sie typische Probleme bei der Umsetzung der Methode lösen.

2. Praktizieren

Falls Sie das Ziel von Mobbingangriffen sind, sollten Sie nicht abwarten, sondern frühestmöglich dagegen angehen. Nachfolgende Re-Aktionen nützen Ihnen bei fast allen Arten verbaler Angriffe. Die Schlagfertig­keitstechniken bedürfen jedoch einiger Übung. Die Techniken verstehen sich nicht aufeinander aufbauend, sondern als unabhängige Alternativen. In der Praxis kombiniert bzw. mischt man die Techniken häufig.

Achten Sie bei jeder Ihrer Re-Aktionen darauf, nicht selbst zum Täter zu avancieren: Der wertschätzende Um­gang mit Ihrem Widersacher ist wichtig. Gegenangriffe sollten Sie vermeiden! Je nach Reaktion verwandeln sich nämlich Angegriffene aus der Zuschauerperspektive in den eigentlichen Aggressor. Vielleicht planen intrigante Kollegen sogar eine solche Metamorphose. Unser Empfinden bezüglich eines Angriffs ist allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. Orientieren Sie sich (auch) an Ihrem Angreifer: Er bestimmt die Höhe der Gürtellinie!

2.1. Stellen Sie ein Risiko dar

Ihr Widersacher versucht sein Ansehen zu vergrößern, indem er andere kleiner macht. Wenn der Angegrif­fene unsicher oder sprachlos reagiert, erhält der Angreifer genau die erhoffte Reaktion. Am liebsten ist ihm diese Bestätigung vor Publikum, denn dann bewundern die anderen sein Tun. Er vernimmt deren Lachen als Applaus für seine diffamierende Art. Leider hält sein Höhenflug nicht lange an. Die bei ihm freigesetzten Glückshormone versickern bald in seiner Blutbahn – und schon benötigt er seine nächste Portion Anerken­nung. Da er jedoch vorsichtig ist, greift er immer die Person an, bei der er wenig Gegenwehr erwartet. Für die­se Art von Angreifern ist es unvorteilhaft, wenn sich sein Opfer wehrt. Er will Anerkennung gewinnen und nicht selbst in den Fokus des Spotts geraten. Er ist feige und geht selten ein unkalkulierbares Risiko ein.

Genau dieses Risiko müssen Sie darstellen! Sie haben grundsätzlich verschiedene Optionen, auf dumme Sprüche zu reagieren. Sie können beeindruckt, gekränkt, amüsiert oder gleichgültig sein. Häufig kommen die ersten Angriffe aus heiterem Himmel. Hier sind nur die wenigsten auf eine Abwehr eingestellt. Da mobbing-af­fine Personen aber Wiederholungstäter sind, ist der nächste Angriff vorhersehbar. Auf diesen nächsten Angriff stellen Sie sich ein – und stehlen dem Mobber die Show.

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