Richtig überzeugen mit Sympathie – Teil 8: Authentisch manchmal doch zu echt? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Richtig überzeugen mit Sympathie – Teil 8: Authentisch manchmal doch zu echt?



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Überhaupt mögen wir authentische Menschen am allerliebsten. So schön echt, richtige Typen eben. Allzu authentisch zu sein kann allerdings auch Probleme schaffen. Das hat uns im letzten Bundestagswahlkampf erst wieder Peer Steinbrück vorgeführt.

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Hier schreibt für Sie: Reiner Neumann ist Diplom-Psychologe, Trainer, Coach & Buchautor. Profil

Sich nicht verbiegen lassen um jeden Preis?

Im Zusammenspiel mit den Medien lieferte Steinbrück eine passgenaue Kopie des früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Auch Peer Steinbrück wollte so bleiben, wie er war, sich nicht verbiegen lassen. Dazu gehörten Tränen als (natürlich nicht inszenierte) Reaktion auf die Frage, ob jemand sich glaubwürdig für die Belange sozial Benachteiligter einsetzen kann, wenn er gleichzeitig sein Bundestagsmandat kaum wahrnimmt und mehr als eine Million Euro für Vorträge kassiert.  Dazu gehört ebenso der Stinkefinger auf dem Titel des SZ Magazins.

Gute Wirkung ist selten Zufall, sondern meist das Ergebnis harter Arbeit und guter Vorbereitung. Kurt Beck und auch Peer Steinbrück wollten mehr, für sich und für das Land, gleichzeitig aber wollten sie sich nicht verbiegen lassen. Nicht nur Politiker, auch Manager und bekannte Repräsentanten von Institutionen unterliegen immer wieder dem Irrtum, authentisch sein zu dürfen oder sogar zu müssen.

Der Irrtum Authenzität

Auch realisiert nicht jeder, dass Authentizität in unterschiedlichen Handlungsfeldern anderes bedeutet. Ein als authentisch wahrgenommener Politiker soll andere Verhaltensweisen zeigen als ein Rockstar. Hannelore Kraft wird als durchweg authentische Person wahrgenommen. Das Gleiche gilt für Daniela Katzenberger. Und doch würde es befremden, wenn sich beider Verhaltensweisen zu sehr überschnitten.

Unsere Suche nach Authentizität verdrängt, dass jede Lebenssituation auch immer das Erfüllen von – vielschichtigen – Rollenerwartungen bedeutet. Gerade in Unternehmen geht es darum, über die funktionale Rolle hinaus Passung mit der Unternehmenskultur zu erreichen. Wenn das stimmt, sind Sie einer von uns und erfüllen damit wieder die Anforderungen, die Voraussetzung für Sympathie und Nähe sind. Ihr wahres Ich muss eben in diese Rolle hineinwachsen.

Rollenspiele perfekt beherrschen

Wie es besser geht, zeigt uns die FAZ am Beispiel des rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Michael Billen. Billen war der CDU-Mann im Nürburgring-Untersuchungsausschuss, der sich mit einem unerlaubten Dreh Zugang zu vertraulichen Informationen über die fadenscheinigen Investoren verschaffte. In der Sache hatte er recht, der Weg allerdings war falsch.

Die CDU-Führung versuchte danach, ihn aus dem Landtag zu drängen. Vergeblich. In seinem Wahlkreis wurde er 2011 wieder direkt in den Landkreis gewählt und genießt ein großes Maß an Unabhängigkeit. Timo Frasch beschreibt alltägliche Situationen:

»[…] hätte er sich anders geben wollen, als er ist – hätte er dann beim Frühstück am nächsten Morgen die Blutwurst in einer Tupperdose auf den Tisch gestellt? Hätte er beim Duschen die Badezimmertür sperrangelweit offen gelassen? Und wäre er später mit einem kurzärmligen schwarzen Hemd, dunkler Sonnenbrille und einer neonorangefarbenen Krawatte zu irgendeinem symbolischen Spatenstich am Bahnhof Bitburg-Ehrdorf erschienen?«

Er zahlt allerdings auch einen Preis: »Er wird nichts mehr. Dessen ist er sich bewusst, es ist ihm aber auch egal.«

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