Richtig Entscheiden lernen – Teil 3: Entscheiden in 5 Schritten


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10.06.2015 483 Leser 6 Debatten 694 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 53 Sekunden
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Gute Entscheidungen erhalten Sie, wenn Sie gezielt und nachvollziehbar vorgehen. Auch wenn sich später herausstellt, dass es eine bessere Entscheidung gegeben hätte: So können Sie den Entscheidungsweg nachvollziehen und begründen.

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1. Was soll entschieden werden?

Häufig starten wir, ohne zu wissen, wo wir genau hinwollen. Nehmen Sie sich die Zeit, sich darüber klar zu werden, was eigentlich entschieden werden muss – auch wenn die Fragestellung scheinbar schon klar ist.

Beispiel: Kauf oder Leasing

Während Frauke Niebl die Angebote sichtete, kam ihr eine Idee: Für die Firma wäre es günstiger, die Maschine zu leasen. Ihre Aufgabe war es, Ersatz für die veraltete Maschine zu beschaffen. Automatisch ging sie davon aus, dass es sich um die Anschaffung einer neuen Maschine handeln würde. Jetzt stellten sich ganz neue Fragen: Soll die Maschine gekauft oder geleast werden? Muss sie neu sein oder tut es auch eine gebrauchte? Welche Hersteller kommen infrage?

Aufkommende Fragen

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Entscheidungsproblem wirft im Beispiel völlig unterschiedliche Fragen auf, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Klären Sie stets zuerst, auf welcher Ebene das Problem entschieden werden muss. Dabei gilt:

  • Je allgemeiner das Problem angegangen wird, desto mehr Alternativen gibt es (zum Beispiel Aufrechterhalten der Produktion).
  • Je spezifischer das Problem angegangen wird, desto schneller und leichter fällt die Entscheidung (zum Beispiel günstigstes Angebot für die Maschine X finden).

2. Welche Ziele verfolgen Sie?

Jede Entscheidung dient dazu, bestimmte Ziele zu erreichen. Individuell können diese Ziele höchst unterschiedlich sein. Werden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt? Dann kann es vorkommen, dass die Ziele sich gegenseitig ausschließen.

Beispiel: Softwarelösung

Tobias Reiter hat sich für die günstigste Logistik-Software entschieden. Schließlich enthält sie alle geforderten Funktionen und ist ausgereift. Was er übersehen hat, ist, dass sich seine Mitarbeiter weigern, mit der neuen Software zu arbeiten: »Viel zu kompliziert in der Anwendung. Wir bleiben bei der alten Software, auch wenn die weniger kann!«

Fakten nicht ausblenden

In unserer Beratungspraxis erleben wir oft, dass Entscheidungen unter der Ausblendung bestehender Fakten getroffen werden. Tobias Reiter hat schlicht übersehen, dass die beste und günstigste Software nichts nützt, wenn die Mitarbeiter sie ablehnen.

Statt ›Welche Software bietet das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis?‹ hätte die Frage lauten sollen: ›Welche Software unterstützt uns am besten in unserer Arbeit?‹ Halten Sie schriftlich fest, welche Ziele Sie mit Ihrer Entscheidung verfolgen. Kennzeichnen Sie Neben- und Hauptziele und konzentrieren Sie sich auf letztere!

TIPP: Mit den folgenden Fragen finden Sie sicher zu Ihren Zielen:

  • Wie sieht der Zustand aus, den Sie erreichen wollen? Welche Kriterien beschreiben ihn am treffendsten?
  • Welche Rahmenbedingungen gibt es, die zu beachten sind? Etwa externe Vorgaben oder die Ziele anderer Personen.
  • Passen die Ziele zu den strategischen Zielen des Unternehmens?

3. Welche Entscheidungsoptionen haben Sie?

Je mehr Optionen Sie haben, desto besser wird die Entscheidung ausfallen. Vermeiden Sie es, sich zu früh auf eine Entscheidung festzulegen oder in der Kategorie ›schwarz – weiß‹ zu denken. Sammeln Sie alles, was Ihnen an Lösungsalternativen in den Sinn kommt. Vermeiden Sie es, in dieser Phase einzelne Aspekte zu bewerten.

4. Entscheiden Sie sich!

Wenn alle Optionen vorliegen, prüfen Sie, welche davon Ihren Zielen und Anforderungen am ehesten entspricht. Meist fällt die Entscheidung nun leicht, weil sich eine Option als die beste erweist. Ergibt die Bewertung keinen eindeutigen Favoriten? Dann bleibt Ihnen nichts übrig, als Fakten und Intuition erneut zu befragen und sich zu entscheiden.

TIPP: Als Führungskraft sind Sie Entscheidungsträger.

Akzeptieren Sie, dass jede Ihrer Entscheidungen mit Risiken verbunden ist. Eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Zielen kann das Risiko reduzieren, aber nie eliminieren. Nullrisiko würde bedeuten, nicht zu entscheiden. So wie Sie das Risiko eines Verkehrsunfalls nur dadurch auf Null senken, indem Sie zu Hause bleiben.

5. Prüfen Sie die Zielerreichung

Analysieren Sie in der Rückschau Ihre Entscheidungen. Mit einer ehrlichen Reflexion haben Sie die Chance, Ihre Entscheidungsfähigkeit zu verbessern.

Checkliste Zielerreichung

  • Inwiefern habe ich meine Hauptziele erreicht?
  • Welche Abweichungen nach oben oder unten gibt es?
  • Wie weit stimmten meine Prognosen?
  • Welche Aspekte habe ich übersehen?
  • Welche Gründe gibt es für die Abweichungen?
  • Lag ich mit meiner Intuition richtig?
  • Würde ich die gleiche Entscheidung wieder treffen?
  • Wenn nein – wie würde meine Entscheidung heute ausfallen?
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