Perspektive wechseln & Umdenken im Kopf – 1/3: Kopfstand mit Füßeklatschen


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16.06.2015 205 Leser 6 Debatten 710 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 41 Sekunden
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Es geht nicht oder nicht leicht genug voran? Die Arbeit, die Aufgabe macht keinen Spaß mehr? Dann häng dich rein! Work harder? Besser:: Work smarter. Zum Beispiel mit einem Perspektivwechsel: Wechsle die Perspektive und alles wird leichter.

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Der Perspektivkoller

Ich mähe meinen Rasen und der Nachbar beschwert sich über den Lärm meines – Elektromähers! Hat mein Nachbar ein „Rad ab“ ? Ich sitze im Meeting, mache einen super Vorschlag und die Kollegin sagt: „Das trägt unser Budget nicht.“ Aber für ihre mäßigen Ideen haben wir immer Geld? Mein Job frisst mich auf, schlecht bezahlt ist er auch, ich muss mir dringend etwas Besseres suchen, aber mein Beziehungspartner sagt: „Einen sicheren Job aufgeben? Überleg dir das gut!“ Mit so einem Angsthasen an meiner Seite finde ich nie etwas Bessere! Was haben diese drei Beispiele gemeinsam? Den Perspektivkoller.

In allen drei Situationen kommt es zum Konflikt, es geht nicht voran, es wird diskutiert statt gehandelt, der nötige Wandel unterbleibt, das Projekt ruht, die Termine werden nicht eingehalten, Innovation findet nicht statt, Kreativität wird ausgebremst, das Teamklima leidet, Besserung bleibt aus, die Beziehung wird ge- bis zerstört – weil der andere „ein Rad ab hat“, ein „Angsthase“ ist, „mäßige Ideen“ hat? Nein, weil das meine Sichtweise ist. Eine andere kenne ich nicht oder lasse ich (unbewusst) nicht zu.

Sonst würde ich erfahren, dass Nachbars Baby endlich hinter der Hecke für sein Sommermittagsschläfchen eingenickt ist und ein Baby natürlich auch von einem E-Motor geweckt wird. Ich wüsste, dass die Kollegin gestern für einen Maschinenschaden den letzten Rest Budget aufgewendet hat und wirklich kein Geld mehr da ist. Und ich wüsste, dass mein Beziehungspartner mir keine Angst machen, sondern mich lediglich vor meinen spontanen Entschlüssen bewahren möchte.

L’état, c’est moi!

„Normalerweise“ sind wir ganz vernünftige Menschen; tolerant, offen, lassen mit uns reden. Unter Stress macht das Reptilienhirn Schluss damit. Sobald der Adrenalinspiegel steigt, neigen wir dazu, unseren Standpunkt mit der faktischen Realität zu verwechseln – unbewusst. Wir „wissen“ nicht mehr, dass es andere Perspektiven gibt. Selbst wenn wir darauf kommen sollten, dass man die Dinge auch anders betrachten kann, werten wir abweichende Sichtweisen mit Gedanken/Sprüchen ab wie: „Was soll das? Der soll sich nicht so haben! Der sieht das völlig falsch.“ Perspektivenrigidität, euphemistisch oft „Konservatismus“ genannt, ist der Tod jeder Veränderung. Der Perspektivwechsel ist der Vater, der Treiber, der Ermöglicher jedes Wandels.

Natürlich ist es sinnvoll, an der eigenen Sichtweise festzuhalten: Ich möchte einen Snack, weil ich Hunger habe – und den Hunger lasse ich mir doch nicht ausreden! Zu seiner eigenen Sicht der Dinge zu stehen gibt Orientierung und Sicherheit und bringt voran – so lange, bis es das nicht mehr tut, bis ein anderer eine andere Sichtweise in Opposition zu meiner vorbringt oder kein Snack mehr im Küchenschrank ist. Dann ist es geboten, seine Sichtweise zu ändern, zu adaptieren und sie den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Können wir das? Wollen wir das?

Sackgasse? Wechsle die Perspektive!

In jeder Konflikt-, Krisen-, Problem- oder Verhandlungssituation, bei jeder Aufgabe und Herausforderung kann ich „Try harder!“ praktizieren, in den Konflikt gehen, härter arbeiten, schärfer argumentieren. Leider macht das mein Gegenüber wegen seiner Spiegelneuronen meist instinktiv auch. Es kommt zur Eskalation und wir landen im Patt. Viele kennen den Spruch: „Don’t try harder, but smarter!“

Aber was heißt „smart“? Zum Beispiel: Wenn es (so) nicht mehr weitergeht, wenn es zu anstrengend wird, wenn es keinen Spaß mehr macht, wenn es zu langsam voran geht – streng dich nicht stärker an, sondern wechsle die Perspektive! Verändere deine eigene, gewinne eine neue Perspektive! Stell dich, die Sache und deine bisherige Sichtweise sozusagen auf den Kopf und klatsch mit den Füßen – wenn es hilft, warum nicht! Probiere alternative, optionale, ungedachte Perspektiven aus wie Schuhe im Schuhgeschäft: Bis es passt! Bis es besser passt. Wie gewinnt man neue Perspektiven? Das sehen wir im zweiten Teil der Serie zum Perspektivenwechsel.

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