Mit Menschlichkeit zu Hochleistungen & Führungserfolg: Anstand gewinnt?

02.04.2015 523 Leser 3 Debatten 860 Wörter Lesezeit: 6 Minuten, 6 Sekunden
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Auch wenn diese simple Tatsache im stressigen Berufsalltag schnell mal übersehen werden kann: Chefs sind auch nur Menschen. Wenn Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter kontinuierlich zu hohen Leistungen motivieren wollen, sind Sie gut beraten, auch Ihre Menschlichkeit mit ins Büro zu nehmen. Wir erklären Ihnen, warum.

1. Planung

Hochleistung und Menschlichkeit schließen sich keineswegs aus. Vielmehr ist Menschlichkeit im Unternehmen eine entscheidende Voraussetzung für Hochleistung. Diese Methode zielt auf die Frage ab, unter welchen Bedingungen Menschen in Unternehmen bereit sind, ihr Leistungspotenzial dauerhaft auf hohem Niveau

einzubringen. Dies gelingt nur, wenn Mitarbeiter anständig und fair, also menschlich, behandelt werden. Und: Es bedarf dazu keines erhobenen Zeigefingers und keiner Ausflüge in Morallehren und Ethik. Wenn Sie Hochleistungen auf der Basis gelebter Menschlichkeit erzielen wollen, betrachten Sie systematisch den eigenen Führungs- und Unternehmensalltag – und werfen Sie dann einen kritischen Blick auf das eigene Verhalten.

Oft sind es eher Kleinigkeiten, die falsch laufen. Wer sich mithilfe der hier vorgestellten Methode entsprechende Fehler in den Abläufen bewusst macht, kann sie mit geringem Aufwand korrigieren – und entsprechende Erfolge erzielen.

Ablauf

Diese Methode umfasst drei zentrale Aktivitäten:

  1. Für dauerhaft herausragende Ergebnisse müssen Hochleistung und Menschlichkeit zusammenkommen.
  2. Führungsverhalten ist von zentraler Bedeutung und bedarf intensiver Aufmerksamkeit, Lenkung und Unterstützung von oben.
  3. Führungskräfte müssen ihre Führungsaufgaben – nicht nur die Sachaufgaben – äußerst gewissenhaft wahrnehmen.

Anschließend erhalten Sie Tipps für den Umgang mit typischen Problemen.

2. Praktizieren

Unternehmen konkurrieren schärfer denn je um die besten Bewerber und die fähigsten Mitarbeiter. Der Ruf des Unternehmens am Arbeitsmarkt wird zum Wettbewerbsvorteil – oder im Falle eines negativen Images zum Wettbewerbsnachteil. Die besten Bewerber fühlen sich heute nur von Unternehmen mit gutem bzw. hervorragendem Ruf angesprochen. Und nur wer diese „High Potentials“ anständig und fair behandelt und ihnen herausragende Arbeitsbedingungen bietet, kann sie im Unternehmen halten.

Es empfiehlt sich deshalb schon aus Eigeninteresse ein bewusst menschlicher Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Hochleistung ohne Menschlichkeit funktioniert nicht. Die Mitarbeiter unter Druck zu setzen, ihnen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes zu drohen, ihnen Angst zu machen: All dies erzeugt Widerstand statt Motivation. So kommt es zum Dienst nach Vorschrift, keinesfalls aber zu Spitzenleistungen. Hochleistung muss von innen heraus entstehen. Die Bereitschaft dazu finden Sie nur bei motivierten Mitarbeitern.

2.1 Verbinden Sie Hochleistung und Menschlichkeit

Spitzenunternehmen wollen und müssen sich im immer schärferen Wettbewerb gegenüber ihren Konkurrenten behaupten. Deshalb bedürfen sie hoher und höchster Leistungen ihrer Mitarbeiter. Dauerhafter Erfolg kann sich jedoch nur dort einstellen, wo ein menschlicher und fairer Umgang mit den Beschäftigten mit einer hohen Leistungsmotivation einhergeht.

Für Sie als Führungskraft bedeutet dies:

  • Fordern Sie hohe Leistungen ein. Setzen Sie anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele. Dies ist die „harte“ Seite der Führungsarbeit.
  • Sorgen Sie, indem Sie Ihre Mitarbeiter anständig behandeln, für ein gutes, von Fairness und Respekt getragenes Arbeitsklima. Dies ist die „weiche“ Seite der Führungsarbeit.
  • Beachten Sie beide Seiten gleichermaßen stark. Beide sind wichtig, stehen gleichrangig nebeneinander und sollten sich folglich miteinander im Gleichgewicht befinden. Nur wenn Hochleistung und Menschlichkeit miteinander im Einklang stehen, ermöglicht dies eine langanhaltende Mitarbeitermotivation und dauerhafte Erfolge.

Ein entsprechendes Gleichgewicht herzustellen gelingt den wenigsten Führungskräften auf Anhieb: In der Regel tendieren Führungskräfte zur einen oder anderen Seite – zur Hochleistung oder zur Menschlichkeit. Auch Sie werden Ihre Stärken auf einer der beiden Seiten haben. Daher die Empfehlung:

  • Machen Sie sich bewusst, in welche Richtung Sie tendieren, welches also Ihre stärkere Seite ist.
  • Arbeiten Sie nun gezielt daran, die andere Seite zu fördern (siehe unten), damit beide sich etwa die Waage halten.
  • Schwächen Sie nicht Ihre starke Seite, um ein Gleichgewicht zu erlangen, sondern stärken Sie Ihre schwache Seite. Dadurch erreichen Sie ein Gleichgewicht auf hohem Niveau.
  • Die eigene schwächere Seite, entgegen der persönlichen Ausprägung, zu stärken, ist nicht leicht. Es erfordert Disziplin und wirkliche Arbeit. Nehmen Sie diese Herausforderung an! Sie werden Ihre Führungsfähigkeit massiv verbessern.

Liegen Ihre Stärken in der Einforderung von Hochleistungen, so arbeiten Sie an Ihrer Menschlichkeit:

  • Beziehen Sie Mitarbeiterinteressen stärker als bisher ein.
  • Haben Sie Respekt vor der Würde eines jeden Mitarbeiters.
  • Gehen Sie getrost in Vorleistung – mit persönlicher Ehrlichkeit und Fairness.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Anweisungen klar und Ihre Reaktionen berechenbar sind.
  • Hören Sie aufmerksam zu, was Mitarbeiter Ihnen zu sagen haben. Wenn Mitarbeiter anderer Meinung sind oder Kritik äußern, kann dies sehr wohl berechtigt sein und sollte von Ihnen dementsprechend sorgfältig geprüft werden.
  • Die meisten Menschen sind anständig. Gehen Sie daher auch anständig mit ihnen um.

Dominiert Ihre menschliche Seite, so fördern Sie Ihre Fähigkeit, Hochleistungen einzufordern:

  • Fordern Sie dauerhafte und überdurchschnittliche Leistungen Ihrer Mitarbeiter ein.
  • Leistungen müssen dem Unternehmen, dem Gesamtinteresse dienen.
  • Fordern und fördern Sie deshalb teamorientierte Leistungen ein, statt Egotrips einzelner zu fördern.
  • Tragen Sie die nötigen Auseinandersetzungen mit unmotivierten Mitarbeitern offensiv und selbstbewusst aus.
  • Stellen Sie sich Konflikten – auch wenn sie unbequem, unangenehm und schwierig zu lösen sind. Dies gehört zu Ihren Aufgaben.

2.2 Stärken Sie die Basisführungsebene

Ein Spitzenunternehmen benötigt herausragende Mitarbeiter. Um sie zu gewinnen und dauerhaft zu halten, sind zunächst einmal hervorragende Führungskräfte nötig, die ihre Mitarbeiter so behandeln, dass sie zu hoher Leistung bereit sind. Letztlich entscheidend für die Führungsqualität im Unternehmen ist die unterste, die Basisführungsebene: Schließlich sind es deren Repräsentanten, welche in aller Regel die höchste Zahl an Mitarbeitern führen.

Was die Basisführungsebene an Führungsverhalten vorlebt, widerfährt somit der größten Gruppe aller Beschäftigten im Unternehmen. Die Basisführungsebene prägt somit ganz entscheidend die Wahrnehmung, ob im Unternehmen gute oder schlechte Führungsarbeit geleistet wird. Die Führungsqualität dieser Gruppe hat dementsprechend entscheidenden Einfluss auf die Stimmung und Motivation Ihrer Mitarbeiter. Unternehmen müssen deshalb insbesondere der Auswahl, Betreuung und ggf. Weiterbildung der untersten Führungskräfte besonderes Gewicht beimessen. Dieser Sachverhalt bedarf größter Aufmerksamkeit und sorgfältiger Gestaltung.

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