Interview mit Petra Mühlbauer, Director Human Resources von Edenred Deutschland – 1/2: „Gesundheitsmanagement dient der Mitarbeiterbindung“


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18.03.2015 1386 Leser 4 Debatten 659 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 57 Sekunden
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Edenred Deutschland wurde kürzlich für sein Mitarbeiter-Engagement wiederholt unter die Top-100-Arbeitgeber beim Great-Place-to-Work-Award gewählt. Im Interview erzählt Personaldirektorin Petra Mühlbauer, wie das Gesundheitsmanagement im Unternehmen funktioniert und was das mit Mitarbeiterbindung zu tun hat.

Petra Mühlbauer ist Human Resources Director von Edenred Deutschland. Nach Führungspositionen in der Hotellerie in Österreich und Asien studierte sie Psychologie und Bildungswissenschaften an der Fernuniversität Hagen und arbeitete studienbegleitend als HR Consultant. Seit 2011 verantwortet sie das Personalmanagement für Edenred Deutschland GmbH, die sich auf staatlich geförderte Arbeitgeberzuwendungen in Form von Essensgutscheinen und Gutscheinkarten zur Mitarbeiterbindung spezialisiert hat. An den Standorten München, Wiesbaden und Hamburg betreut sie insgesamt 100 Mitarbeiter.

Frau Mühlbauer, Gesundheitsmanagement und Mitarbeiterbindung – wie passt das zusammen?

Unternehmen, die sich aktiv um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, sorgen so dafür, dass diese zufriedener sind. Und Mitarbeiter reden natürlich auch darüber oder geben Bewertungen im Internet ab. Insofern ist Gesundheitsmanagement ein wichtiger Bestandteil des Employer Branding.

Wie sieht das Gesundheitsmanagement für Ihre eigenen Mitarbeiter bei Edenred aus?

14-tägig kommt ein Personaltrainer während der Arbeitszeiten zu uns ins Unternehmen und macht Bewegungspausen, dies ist vor allem für Mitarbeiter mit sitzenden Tätigkeiten interessant: der Schwerpunkt liegt auf Dehnungs- und Gleichgewichtsübungen. Und die Mitarbeiter bekommen auch Tipps und Tricks an die Hand, wie sie die Übungen auch im Arbeitsalltag einsetzen können.

Außerdem verschicken wir regelmäßig einen Newsletter zum Thema health@ work, in dem wir die Übungen nochmals aufnehmen oder Infos über die Wichtigkeit von Vitaminen in der Ernährung geben. 2014 gab es zudem konzernweit zwei Tage unter dem Motto „Ideal Meal Day“, bei denen es um eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz ging.

Schließlich halten wir ein Massageangebot vor. Eine Physiotherapeutin kommt dafür ins Haus. Mitarbeiter, die dieses Angebot in Anspruch nehmen, werden während der Arbeitszeit freigestellt, die Kosten für die Anwendung tragen sie selbst..

Alles während der Arbeitszeit?

Ja, unsere Mitarbeiter können alle Angebote zur Gesundheitsprävention während der Arbeitszeit in Anspruch nehmen.

Die Grippewelle war kürzlich in aller Munde – wie reagieren Sie auf solche aktuellen Entwicklungen?

Wir geben zum Beispiel in unserem Newsletter verstärkt Hygienehinweise, etwa das Händewaschen nicht zu vergessen, da dies einer der Hauptinfektionswege ist und informieren darüber, was man tun kann, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Insgesamt geht es vor allem darum, die Mitarbeiter zur Selbstverantwortung anzuleiten.

Im Zuge des Masern-Ausbruchs in Berlin wurden ja Zwangsimpfungen diskutiert. Was halten Sie von solchen Zwangs-Maßnahmen im Unternehmen?

Nichts. Zwar haben wir im vergangenen Jahr auch Vorsorgeuntersuchungen in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse und verschiedenen Ärzten angeboten: Diese kamen ins Unternehmen und haben Hautscreenings, Lungenvolumenuntersuchungen, Sehtests oder Handkraftmessungen durchgeführt, teilnehmende Mitarbeiter konnten dabei auch das Bonusheft ihrer Krankenkasse mitbringen.

Prinzipiell ist es uns aber wichtig, die Mitarbeiter davon zu überzeugen, sich selbst um ihre Gesundheit zu kümmern.

Wie reagieren die Mitarbeiter auf das Gesundheitsmanagement?

Sehr positiv, einige berichten, dass sie durch uns erst zum regelmäßigen Laufen gekommen sind, nachdem wir zum Beispiel im letzten Jahr an einem Firmenlauf teilgenommen haben. Das werden wir dieses Jahr wieder machen: Wir suchen dazu noch einen passenden Charity-Lauf.

Unser Gesundheitsmanagement hat übrigens einen großen Anteil an der Great-Place-to-Work-Auszeichnung. Die Mitarbeiter schätzen offenbar unser Engagement, auch wenn in größeren Unternehmen vielleicht noch mehr angeboten wird.

Konnten Sie durch das Gesundheitsmanagement Motivations- und Produktivitätsverbesserungen feststellen?

Wir führen natürlich immer wieder Projekte zur Prozessoptimierung durch. Daher können wir Produktivitätssteigerungen nicht alleine auf unser Gesundheitsmanagement zurückführen. Die Mitarbeiter melden uns aber zurück, dass sie sich z.B. durch die Gymnastikübungen fitter fühlen und motivierter arbeiten.

Konnten Sie den Krankenstand verringern?

Ja, auch wenn man es hier nicht genau sagen kann, woran das liegt. Grundsätzlich verringert sich aber unser Krankenstand pro Jahr um 1-2 Tage pro Kopf.

2012 haben wir mit dem Gesundheitsmanagement begonnen und es jedes Jahr sukzessive erweitert.

Nutzen Sie steuerliche Vorteile oder gibt es Zuschüsse von der Krankenversicherung?

Zuschüsse seitens einer Krankenkasse nutzen wir nicht, weil wir uns bewusst dagegen entschieden haben, für eine bestimmte Versicherung Werbung zu machen.

Bei den steuerlichen Vergünstigungen strecken wir gerade unsere Fühler aus, welche Möglichkeiten es gibt. Sportstunden z.B. müssten wir nicht extra versteuern, weil sie nicht als Lohnleistung gesehen werden.

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