Existenzgründung, aber bitte disruptiv – Teil 2: Angst vor dem Erfolg – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Existenzgründung, aber bitte disruptiv – Teil 2: Angst vor dem Erfolg



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Existenzgründung in Deutschland – nach wie vor ein umstrittenes Thema. Facebook-Investor Peter Thiel sagte kürzlich sogar: Die Deutschen haben Angst vor dem Erfolg. Zumindest sind wir dabei, international den Anschluss zu verlieren.

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Deutschland – International abgehängt

Mathias Keswani, Gründer und CEO von Nerdindustries. hat kürzlich  die Technikmesse CES 2015 in Las Vegas besucht und darüber für W&V berichtet. Er zeigte sich beeindruckt von den dort gezeigten Innovationen – und stellte fest, dass deutsche Unternehmen dabei eher unterrepräsentiert sind. So schreibt er:

Deutschland macht hier keine gute Figur. Abseits der großen Automobilhersteller sind wir mit Innovationen nur spärlich vertreten… Deutsche Unternehmen sind immer noch von Hierarchien und Sicherheitsdenken geprägt. Experimente haben gegenüber der Risikovermeidung das Nachsehen.

Jeder Funke Enthusiasmus wird plattgebügelt

Tatsächlich verhält es sich in Deutschland häufig so: Nicht wenige tragen vielleicht sogar schon gute Geschäftsideen mit sich herum, die sie aber mit so einer Haltung gleich wieder im Keim ersticken.

Wer sich dennoch wagt, mal darüber reden, muss sich nicht selten wie ein Sonderling vorkommen: Mit Kommentaren wie „So ein Schwachsinn!“ oder „Das schaffst du nie!“ wird jeder Funken Enthusiasmus schnell plattgebügelt.

Auch Google wurde nicht ernst genommen

Dabei entstanden viele erfolgreiche Firmen aus irgendwelchen verrückten Ideen, die am Anfang keiner ernst nahm – nehmen wir nur die bekannteste Garagengründung der Welt, Google, oder auch Facebook, das Anfangs als eine Art Dating-Plattform entwickelt wurde. Echte Spinner sind selten, aber notwendig, denn nur sie kommen auf wirklich innovative Ideen.

Alexander Käppler ist einer von ihnen: Der dreiundzwanzigjährige tourt mit einer schwimmenden Imbissbude durch die Gewässer Berlins, verkauft Getränke und Würstchen an die Badegäste an den Ufern und beglückt seine Kunden mit kleinen Comedy-Einlagen.

Geschäftsideen – von der Not zur Tugend

Die Idee kam ihm, als er eines Tages an der Havel „vor Durst fast vertrocknete!“ und sich wünschte, das jemand mit Getränken vorbeikam. Die Idee war geboren, Das passende Floß kaufte er günstig, das Kapital dazu kam aus bisherigen Jobs und der Familie. Und auch die Bürokratie überzugte er schließlich, ihm die erforderlichen Genehmigungen zu erteilen:

„Offenbar war man so überrascht und wahrscheinlich auch so genervt von mir, weil ich sehr deutlich klar macht, wie wichtig mir diese Idee ist, dass man sich mit mir an einen Tisch setzte gemeinsam überlegte, wie mein Traum zu realisieren ist,“ sagt Käppler heute rückblickend.

Gründer müssen ihren Markt kennen

Sicherlich, Käpplers auch stark von der Saison abhängige Idee ist keinesfalls repräsentativ. Die wenigsten möchten ihre Existenz auf so unsicherem Grund aufbauen. Und dennoch zeigt das Beispiel sehr gut, was für Gründer essentiell ist: Man muss voll und ganz hinter der eigenen Idee stehen, um Geldgeber, Geschäftspartner und Kunden zu überzeugen.

Und man muss den Markt kennen. Denn was nützt die beste Idee, wen die Kunden dann doch nicht kaufen oder die Konkurrenz einfach zu groß ist? Alexander Käppler kannte als potentieller Kunde seinen Markt selbst sehr gut: Er wusste wo der Mangel war. Viele gute Ideen entstehen genau so: Jemand erkennt, wo Not am Mann ist – und geht das Problem an. Doch Leider ist das hierzlande allzu selten der Fall.

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