Erfolg durch Rhetorik – Teil 4: Sichtbar werden durch Reden – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Erfolg durch Rhetorik – Teil 4: Sichtbar werden durch Reden



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Kurt Tucholsky war Journalist und Schriftsteller in den 20er und 30er Jahre. Und gab Rednern jede Menge Ratschläge auf den Weg. Doch muss man überhaupt jede Rede selbst halten? Und wie kann man trotzdem sichtbar bleiben?

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12 Tipps für Redner von Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky gilt auch unter seinen Pseudonymen Kasper Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel als scharfer Provokateur. Er gab einem Redner einige der nachfolgenden Ratschläge mit auf dem Weg – die leider heute noch dauernd beherzigt werden:

  1. Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! („Meine Damen und Herren, bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich kurz…“)
  2. Sprich nicht frei – das macht so einen unruhigen Eindruck. Am besten ist es: Du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem vierten Satz misstrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.
  3. Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst. Sprich mit langen, langen Sätzen, die Nebensätze schön ineinander geschachtelt …Du musst alles in die Nebensätze legen.
  4. Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.
  5. Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale. Immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.
  6. Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gern.
  7. Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.
  8. Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht.
  9. Viel Statistik hebt eine Rede immer sehr. Das beruhigt ungemein und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, macht das so viel Spaß.
  10. Kündige den Schluss deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen.
  11. Du musst nicht nur eine Disposition machen, du musst sie auch vortragen – das würzt die Rede.
  12. Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es sich gar nicht, erst anzufangen.

Manager müssen nicht jede Rede selber halten

Der Alleskönner aus dem Stand ist nicht geboren. Nicht jeder ärztliche Direktor eine Klinik muss auf einem Tag der offenen Tür auch die „7 Sch(n/r)itte zur gesunden Prostata“ erklären können. Nicht jeder Polizeidirektor ist dazu eingestellt, das Sicherheitskonzept bei einer Großveranstaltung vorzustellen. Und nicht zu jedem Geschäftsführer oder Anlass passt es, die Zukunftsentwicklung in unserer Branche zu entwickeln. Die Gründe dazu liegen vielleicht in einem der folgenden Punkt:

  • mangelndes Rede-Handwerk
  • einseitiger Rede-Stil – wer Lectures kann muss nicht zwingend hochmotivierend unterwegs sein können
  • großer kultureller Abstand zur Zuhörerschaft
  • zu neues oder fehlendes thematischen Wissen
  • die eigene, zugesprochene Glaubwürdigkeit (Image) zum Thema oder die eigene thematischen Parteilichkeit

Sichtbar trotzt Nicht-Reden

Das ist dann das Feld von Sprecher oder Kollegen des Unternehmens, von Business-Experten und/oder Business-Vortragsrednern. Trotzdem muss der Manager nicht darauf verzichten, sich attraktiv sichtbar zu machen:

Zum Beispiel kann er als „Teaser“ das Thema eröffnen  und zeigt seine Verbindung dazu und zum Anlass andererseits kann er hinterher in einem Einzelinterview oder einer Talkrunde auch mit dem Redner zusammen gegenüber den Zuhörern kräftig punkten.

Reden in den Beruf integrieren

Doch letztendlich wäre eine Entscheidung, ob man selber spricht oder einen anderen dafür einsetzt, dann besonders gestählt, wenn man die Rede auch selbst gut über die Bühne bringen könnte. Dahin gibt es nur zwei Wege.

  1. Die gesamten Berufsbilder müssen überarbeitet, die Ausbildungen müssen dringend um das Gewinnen von Rede-Kompetenz erweitert werden. Es reicht nicht, in der Ausbildung Ergebnisse, Konzepte usw. nur vortragen zu lassen. Auch ein paar isolierte Hinweise, was man verbessern könnte, führen nicht zu einem geschlossenen Werkzeugkasten. Man benötigt also wissendes Lehrpersonal. Dann partizipieren gerade Jungmanager von der Überzeugungskraft durch die gute Rede-Performance.
  2. Wer jedoch selber schon etwas (mehr) Berufserfahrung hat, der sollte nicht davor zurückschrecken, sich mittels Buch, persönlichem Coach, Einzel- oder Gruppentraining oder Seminaren Schritt für Schritt nach vorne zu entwickeln. Man sollte unbedingt seine eigene Reise in das fremde Land des Rede-Handwerks machen.

Denn eines ist sicher: Jeder wird auf dieser Reise auf jeden Fall besser, als er jetzt schon ist. – Das kann man nicht bei allem versprechen. Versprochen.

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