Berufsbild Frühpädagogik – Teil 2: Studium an der Fachhochschule



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Birgit Brombacher kennt sowohl Ausbildung als auch Hochschulstudium: Sie macht zunächst eine Ausbildung als Erzieherin und setzte dann ein Studium drauf.

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Zweijährige Ausbildung als Erzieherin

Brombacher  hat nach dem Abitur zunächst eine zweijährige Ausbildung zur Erzieherin an der Friedrich Fröbel Fachschule für Sozialpädagogik in Mannheim gemacht, in denen sich Schulunterricht und Tages-bzw. Blockpraktika abwechselt. Es folgte ein Anerkennungsjahr in einer Jugendeinrichtung. Ihr Fazit: Für die praktische Arbeit hat sie viel gelernt, allerdings fehlte ihr von Anfang an der theoretische Unterbau:

„Um mich überhaupt an der Fachschule bewerben zu können, musste ich zunächst ein Vorpraktikum absolvieren. Da wurde ich ohne Vorkenntnisse einfach so in den Beruf reingeworfen.“

Bundesweit nicht einheitlich geregelt

Die Ausbildung zur Erzieherin, wie Brombacher sie absolviert hat, ist bundesweit nicht einheitlich geregelt. In der Regel dauert die Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik zwei Jahre, gefolgt von einem Anerkennungsjahr.

Einheitliche Voraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss, in der Regel der Realschulabschluss, und eine abgeschlossene berufliche Vorbildung in einem sozialpädagogischen oder sozialen Beruf. Es gibt jedoch in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Möglichkeiten des Tätigkeitsnachweises. So kann dies von einem Vorpraktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung bis zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung variieren.

Wie lange dauert die Ausbildung

In den meisten Bundesländern beträgt die Ausbildungszeit drei Jahre, die sich, wie bei Brombacher, in zwei Jahre schulische Ausbildung und ein Anerkennungsjahr gliedern. In einigen Schulen ist dieses in Praktikumsblöcken über die dreijährige Ausbildungszeit verteilt.

Gegebenenfalls kann das Anerkennungsjahr halbtags über zwei Jahre abgeleistet werden. Ebenfalls unterschiedlich sind die Regelungen, in welchem Zeitraum nach Ablegen der Abschlussprüfung das Anerkennungsjahr begonnen werden muss. Und in einigen Bundesländern gibt es seit einiger Zeit kein Anerkennungsjahr mehr, dafür sind die Zugangsvoraussetzungen anders geregelt.

Ablauf des Studiums

Während der schulischen Ausbildung fallen Leistungsnachweise wie Klausuren, Projektarbeiten, Hausarbeiten an, die erbracht werden müssen. Über praktische Ausbildungsabschnitte müssen normalerweise Praktikumsberichte verfasst werden und außerdem stellen die Praktikumsbetriebe stellen Beurteilungen oder Teilnahmebescheinigungen aus, die in die Benotung mit einfließen. In jedem Halbjahr gibt es ein Zeugnis, aus dem der Leistungsstand ersichtlich ist.

Auf Grundlage der Prüfungsordnung des entsprechenden Bundeslandes wird die schulische Ausbildung mit der staatlichen Prüfung abgeschlossen. Diese kann aus einer schriftliche Facharbeit mit anschließendem Kolloquium oder aus Klausuren bestehen.

Gegenstand der Prüfung

Außerdem müssen die Schüler unter Beweis stellen, dass sie die erworbenen theoretischen Kenntnisse in der praktischen Arbeit umzusetzen können. Meist muss dafür ein Arbeitsplan erstellt und eine Übung mit einer Gruppe von Kindern oder Jugendlichen eigenverantwortlich vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden.

Gegenstand der Schulischen Ausbildung und Abschlussprüfung sind fast an allen Fachschulen Fächer wie Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Methodik der sozialpädagogischen Praxis, Rechtskunde oder Soziologie sowie Gesundheitserziehung, Biologie, Literatur- und Medienarbeit und Deutsch. Außerdem stehen künstlerische, kreative, musische und bewegungsfördernde Fächer auf dem Stundenplan. Ein breites Spektrum also, allerdings ohne ein wissenschaftliches Hintergrundwissen zu vermitteln. Birgit Brombacher fühlte sich unterfordert:

„Die Ausbildung hat zwar alles abgedeckt, aber mit vielen Wiederholungen, kurzen Schultagen und einfachen Klausuren. Den Stoff aus zwei Jahren hätte ich locker in einem halben Jahr bewältigen können, aber da die Schüler sehr unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen mitbrachten, war das nicht möglich. Kolleginnen mit Abitur kamen aber insgesamt besser zurecht.“

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