Abiturienten & Berufswahl: 4 typische Entscheidungs-Fallen

Sie haben die Schule abgeschlossen und der Prüfungsstress liegt endlich hinter Ihnen. Allerdings wartet die nächste große Herausforderung: Sie müssen Ihren Weg in die Zukunft planen. Für Ihre Studien- und Berufsplanung sollten Sie sich bewusst Zeit nehmen und keine Entscheidungen aufgrund von zu schnellen und oberflächlichen Informationen treffen. Bildung  Traumjob Jobwechsel Studium Studienwahl Berufswahl




1. Sie wünschen sich Sicherheit und setzen auf einen MINT-Abschluss als Karrieregaranten? Vorsicht, wenn das nicht zu Ihren Stärken passt.

Felix wollte auf Nummer sicher gehen und hat sich für ein Maschinenbaustudium entschieden. Er ließ sich von dem Mythos „Ingenieurstudium = Jobsicherheit“ überzeugen. Genau wie in der Schule befasste er sich in seiner Freizeit am liebsten mit Sport. Fußball und Kickboxen sind seine großen Leidenschaften. Besonders technikaffin ist er nicht. Er absolvierte während des Studiums nur die Pflichtpraktika und seine Noten waren am Ende eher durchschnittlich. Felix ist nun fertig mit dem Studium, aber einen Job hat er noch nicht, denn die Noten sind nicht sonderlich gut. Außerdem hat er wenig neben dem Studium gemacht – kein Interesse.

Fakt ist: Ingenieure gehören zu den begehrtesten Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Besonders beliebt sind die Abschlüsse im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Die erworbenen Kompetenzen können die Absolventen fast in jeder Branche einsetzen. Allerdings ist Deutschland ein attraktiver Arbeitgeber, Tendenz steigend. Bei der großen Vielzahl der nationalen und internationalen Bewerber in diesen Bereichen können sich die Unternehmer die Besten aussuchen. Umfangreiche praktische Erfahrungen, super Noten, Top Hart und Soft Skills sind erwünscht. Für alle anderen wird es nicht so selbstverständlich direkt nach Studienabschluss einen Job zu finden.

Tipp: Bei der Studienwahl sollten Sie nicht nur auf Sicherheit setzen. Wichtig ist, was Ihnen Spaß macht, wo Ihre Interessen und Kompetenzen verankert sind. Sie können nur dort Spitzenleistungen bringen, wo Sie Spaß haben und sich mit dem Bereich identifizieren können.

2. Sie möchten zusammen mit einem Freund oder einer Freundin studieren, weil sich ein Studiengang interessant anhört. Vorsicht: Das reicht nicht für eine Berufsentscheidung.

Sabines Freundin Ines studiert Soziologie.  Ihre kurze Recherche über die Hintergründe der Soziologie war für sie spannend und die Möglichkeit mit ihrer Freundin zu lernen und die gleichen Seminare zu besuchen sehr verlockend. Daher beschloss Sabine sich ihrer Freundin anzuschließen. Ihr größtes Manko in der Schule war die Mathematik. Die Statistikmodule im Soziologiestudium waren für Sabine eine Qual und so brach sie nach Statistik 2 im zweiten Fachsemester völlig verzweifelt das Studium ab.

Tipp: Bleiben Sie bei sich! Bevor Sie sich für einen Studium entscheiden, schauen Sie sich die Module und Inhalte der Studiengänge ganz genau an. Sprechen Sie mit Professoren und mit Personen, die gerade Ihr anvisiertes Studium absolvieren oder bereits abgeschlossen haben.

3. Sie möchten studieren, nur weil es in Ihrem Umfeld so üblich ist. Aber manch einer ist kein Studientyp trotz Abi in der Tasche.

Alle Freunde von Frank beginnen ein Studium nach dem Schulabschluss. Frank ist ein Praktiker und unterstützt gern seinen Vater in dessen Autowerkstatt. An Autos zu schrauben ist genau sein Ding. Nach einem guten Abitur folgt er den Empfehlungen seines Vaters, orientiert sich an seinen Freunden und beginnt ein BWL-Studium. Mit dem Hintergedanken „Mit BWL kann man alles machen“  und der Option den Laden des Vaters zu übernehmen.

Frank merkt bald, dass er seine Kommilitonen in zwei Gruppen teilen kann. Die einen sind wahnsinnig ehrgeizig, haben genaue Vorstellungen wo und wie sie arbeiten möchten. Sie nutzen alle studienfreien Tage für Praxiserfahrungen und arbeiten auch parallel noch in dem anvisierten Bereich. Der andere Teil ist nicht so strebsam, genau wie er, aber irgendwie auch absehbar erfolgloser.

Tipp: Vor allem wenn Sie praktisch interessiert sind, müssen Sie nicht  um jeden Preis studieren. Wenn alle studieren, fehlt es bald an Praktikern. Mit einer Ausbildung im Rücken, können Sie auch ein nachfolgendes Studium leichter selbst finanzieren.

4. Schon Ihre Eltern waren Lehrer oder Arzt. Vorsicht: Studieren Sie nichts, nur weil Sie es kennen!

Klara möchte Lehrerin werden. Warum? Weil ihre Eltern beide Lehrer sind und weil sie es super findet, so viele Ferien zu haben. Ihre Lieblingsfächer in der Schule waren Physik und Sport. Die ersten Jahre im Studium meistert sie sehr gut, aber in der Referendarzeit merkte sie sehr schnell, dass sie ungeduldig mit den Kindern ist.

Eigentlich interessiert es sie auch viel mehr, wissenschaftlich zu arbeiten und sich in Details zu vertiefen. Ihr fällt es deshalb schwer, sich in die Kinder hineinzuversetzen und sie ist schnell genervt von der Unruhe in der Klasse. Wenn die Schüler laut sind, verringert sich ihre eigene Konzentration und Klara verliert den Faden.

Tipp: Beschäftigen Sie sich intensiv mit dem, was Sie antreibt. Daraus entwickeln sich Stärken und Kompetenzen. Dies ist als Basis für beruflichen Erfolg und Glück im Job zentral.

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