Die 6 relevanten Teamkompetenzen: Und wie teamfähig sind Sie?

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13.04.2015 92734 Leser 18 Debatten 866 Wörter Lesezeit: 6 Minuten, 41 Sekunden
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Teamfähigkeit ist ein Begriff, mit dem jeder etwas anderes verbindet. Was wirklich dahinter steckt und wie Sie herausfinden, ob Sie teamfähig sind… teamarbeit

Teamfähig – was soll das eigentlich sein?

In mindestens jeder zweiten Stellenanzeige steht das Wort, dass keiner richtig versteht. „Sie sind teamfähig“ oder „Teamfähigkeit setzen wir voraus“. Formulierungs-Varianten wie „Sie handeln team- und serviceorientiert“ oder „kooperatives Verhalten“ schließen wir hier mit ein.

Fragen wir Kunden, so sie teamfähig sind, so schreibt sich das fast jeder zu. Auch wenn einige Kollegen den Begriff weniger gern hören und beim Wort „Team“ aufstöhnen. Sie haben oft schlechte Erfahrung mit der Teamarbeit gemacht. Typische Nervfaktoren sind ineffektive Meetings und Besprechungen, bei denen nichts herauskommt – oder nur ein fauler Kompromiss. Wären die nicht, wäre (fast) alles gut – so sehen viele das.

Was verstehen Kunden unter Teamfähigkeit?

Fragen wir Kunden, was sie unter Teamfähigkeit verstehen, bekommen wir sehr unterschiedliche Antworten.

Harmonisch mit anderen arbeiten?

Die einen deuten sie als Fähigkeit harmonisch mit anderen zusammenzuarbeiten. Zeichen guter Teamfähigkeit ist für sie das gemeinsame Mittagessen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Teamfähig ist, wer auf Harmonie achtet und gut kommuniziert.

Teamentwicklung ist vor allem „gemeinsam machen“. Das eigene „Ego“ unterordnen, scheint demnach Hauptaufgabe in einem solchen Kontext. Im Job hat meist jeder seine eigenen Aufgaben.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die anderen deuten Teamfähigkeit als Kompetenz für interdisziplinäres Zusammenarbeiten, bei dem jeder seinen Teil zum Ganzen gibt. Hier geht es sowohl um das „Ich“, also die Einzelperson, als auch um das Wir, also alle zusammen.

Im Grunde wie beim Fußballspiel, das man nur gewinnen kann, wenn alle mitmachen. Bei dem es eine Art kollektives Bewusstsein und Selbstbewusstsein gibt sowie ein gemeinsames Ziel – den Sieg.

Wie sieht Teamarbeit traditionell aus?

Traditionelle Arbeit ist oft durch das erste Bild von Teamwork geprägt.

Solche Teamarbeit findet oft in Großraumbüros statt, gebraucht wird sie etwa im Vertriebsinnendienst, bei dem jeder seine Kunden hat, aber den anderen bei Problemen und Fragen unterstützt.

Teamarbeit im New Work

Neue Arbeit im digitalen Zeitalter dagegen ist ganz oft von einem Zusammenspiel der zweiten Art bestimmt. Diese Art der Zusammenarbeit ist komplex, weil es ein Gleichgewicht herzustellen gilt.

Dass dieses Gleichgewicht zwischen Ich und Wir möglich ist, auch wenn es einzelne Stars in einem Team gibt, lässt sich gut bei Bayern München beobachten. Dass auch gute Einzelspieler wenig nützen, wenn das „Wir“ nicht funktioniert, zeigt derzeit der HSV. Große Leistungsunterschiede lassen sich auch in Unternehmensteams beobachten. Es gibt Teams, die spielen gut zusammen – und andere, da summieren sich die Möglichkeiten der Einzelnen einfach nicht…

6 relevante Teamkompetenzen

Wir haben sechs relevante Teamkompetenzen ausgemacht, die gemeinsam den Grad der Teamfähigkeit ausmachen: Kooperationsbereitschaft, Haltung, Kommunikation, Selbstkenntnis, Reflexionsfähigkeit und Strukturfähigkeit.

Alle sind relevant und nur wenn alle zusammenspielen, ist damit eine Form der Teamfähigkeit gegeben, die auch eine gemeinsame Leistung und Teamerfolge ermöglicht.

  1. Kooperationsbereitschaft: Kooperationsbereitschaft ist deshalb so wichtig, weil jeder einzelne willens sein muss, mit den anderen zusammenzuarbeiten. Das hört sich einfach an, ist in der Praxis aber oft ziemlich schwer. Wenn Teammitglieder die Erfahrung gemacht haben, dass nicht die Weitergabe von Wissen, sondern das Zurückhalten belohnt wird, unterläuft dies Kooperationsbereitschaft. Es entsteht eine Art Pseudo-Kooperation, bei der am Ende jeder darauf achtet, nicht zu viel Wissen freizugeben.
  2. Haltung: Die Haltung ist die Grundvoraussetzung: Wer nicht an gemeinsame Ziele glaubt und das Team nicht als Chance für die eigene Weiterentwicklung sieht, der hat nicht die passende Einstellung für Teamarbeit. Dies mag damit zusammenhängen, dass die bisherigen Teamerfahrungen enttäuschend waren. Oder das Unternehmen und Teamleiter nicht in der Lage waren, gemeinsame Ziele vorzugeben.
  3. Kommunikation: Die Kommunikation ist der Bereich, der sich am einfachsten lernen lässt. Feedback geben ist beispielsweise eine Kunst, die längst nicht jeder beherrscht. Geht es doch darum, nicht nur zu loben oder zu kritisieren, sondern beides. Und gibt es doch die einfache Regel: Kein Feedback ist das schlimmste überhaupt – und zugleich das häufigste.
  4. Selbstkenntnis: Ohne Selbstkenntnis kein Erkennen anderer. Nur wer eigene Stärken und auch Grenzen kennt, kann die der anderen wirklich wertschätzen. Wer zum Beispiel aufgrund eines schlechten Selbstbildes Angst hat, Fehler zu machen, wird so auf sich konzentriert sein, dass er/sie die anderen kaum wahrnehmen kann. Selbstkenntnis bedeutet, eine realistische Einschätzung zu haben, weder zu niedrig noch zu hoch. Dieser Punkt ist der Persönlichste von allen. Das Team kann helfen, Selbstkenntnis zu entwickeln, da es immer auch einen Vergleich bietet, eine Art Messlatte.
  5. Reflexionsfähigkeit: Reflexionsfähigkeit ist damit eng verknüpft. Dazu gehört aber nicht nur, über sich selbst nachzudenken, sondern auch über die Beziehungen untereinander und die Prozesse im Team. Wie ist etwas gelaufen? Wie arbeiten wir zusammen? Was ist gut – und wo hakt es?
  6. Strukturfähigkeit: Unterschätzt wird oft Strukturfähigkeit. Das ist die Fähigkeit, Ziele zu verfolgen, sich auf den entscheidenden Punkt zu fokussieren, Pläne zu machen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Dies Auswirkungen fehlender Strukturfähigkeit im typischen Büroalltag sind allgegenwärtig: Denken Sie nur an ungleiche Arbeitsbelastung oder das berühmte „soziale“ Faulenzen. „TEAM = toll ein anderer macht´s“ hat eben auch viel damit zu tun, wie sehr sich jeder selbst um Ziele kümmert.

Teamfähigkeit im Test

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  1. Der Artikel beschreibt sehr schön die Erfahrungen, die man auch als Personaler in Vorstellungsgesprächen macht. Fragt man Bewerber danach, ob Sie teamfähig sind lautet unisono die ant: JA.Fragt man genauer nach, dann kommt oftmals wenig als Antwort. Bisweilen sogar nur ein roter Kopf beim Kandidaten. Die oben genannten Kompetenzen umschreiben den Begriff sehr gut.

    • Simone Janson

      Das kann ich mir gut vorstellen – das ist dann wieder das Problem von Stellenanzeigen, die irgendwelche gut klingenden Floskeln erwarten – und die Bewerber versuchen sich dannach zu richten, komme was wolle.

  2. The Competence House

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  3. Karriereexperten.com

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  4. Oleksandr Martyniuk

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  5. friederike schmidt

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  6. Svenja Hofert

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  7. Im Team ist es besonders wichtig die oben genannten Kompetenzen bei den Teammitgliedern vorzufinden
    da der Erfolg jedes einzelnen Teammitglied und dementsprechend auch den Kompetenzen der Mitglieder zum Gesamterfoges im Team beiträgt. Hierbei gilt für Führungskräfte jedes Mitglied im Team besonders bei den unterentwickelten Kompetenzen zu Coachen und Hilfestellung zu geben.

  8. kanzlei-job

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  9. KompetenzPartner

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  10. Berufebilder

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  11. Simone Janson

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  12. Karsten Strauß

    Mal ehrlich: wenn man alle 6 Kriterien auch nur ansatzweise erfüllt, ist man der perfekte Mensch – jedenfalls in einer Vorstellung, die – erfreulicherweise, finde ich – kaum etwas mit der Realität zu tun hat. Allein schon der Punkt 4 dauert unter Normalbedingungen ungefähr ein ganzes Leben….

    • Simone Janson

      Natürlich kann so ein Artikel nur die Idealbedingungen wiederspiegeln. Aber sie sprechen damit an, wie schwierig Teamarbeit in der Realität eben ist.

      • Karsten Strauß

        Idealplattitüden finde ich weder hilfreich noch wirklich können sie „relevante Teamkompetenzen“ erklären. (Ist vielleicht ein bisschen drastisch ausgedrückt, aber kurz und verständlich, oder?). Team-Arbeit finde ich übrigens gar nicht so schwierig, wenn ich vorher definiert und kommuniziert habe, was ich unter einem Team verstehe…

  13. Siegfried Baumeister

    „Neben der individuellen Teamfähigeit ist m.E. auch noch die Teammöglichkeit zu berücksichtigen. Anders ausgedrückt: fördern die jeweiligen Strukturen und Abläufe Teamarbeit oder verhindern sie sie gar? Leider wird neben den Einstellungs- und Verhaltensfragen sehr oft die Systemfrage vergessen und so kämpft so mancher unter teamfeindlichen Bedingungen mit seinem Verhalten … „

    • Simone Janson

      Hallo Herr Baumeister, danke für den wichtigen Hinweis, da haben Sie recht, es hängt auch immer an den Umständen. Erst kürzlich las ich, dass Teambuilding z.B. nichts bringt, weil sich Kollegen in entspannter Atmosphäre z.B. gut verstehen, aber dennoch nicht zusammen arbeiten können.

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