Die Macht der versteckten Signale – Teil 10: Distanzzonen – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Die Macht der versteckten Signale – Teil 10: Distanzzonen



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Menschen empfinden körperliche Nähe unterschiedlich. Der eine tut sich schon schwer mit der allgemeinen Praxis der Begrüßungsküsschen, der andere kann gar nicht nah genug an seine Mitmenschen heran.

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Woher kommen die Unterschiede?

Diese Unterschiede entspringen einerseits unseren unterschiedlichen Wahrnehmungsformen – je nachdem, welche mehr ausgeprägt sind: Hören, Sehen oder Fühlen –, andererseits unseren bisherigen Erfahrungen.

Unsere gesellschaftliche Distanz beginnt bei 1,50 Meter und reicht bis ca. zwei Meter. Hier haben all jene Platz, die wir im Berufsalltag treffen: Mit- arbeiter, Chefs, Kunden, Verkäufer etc. Ein ganz schön enger Raum für so viele Menschen!

Gesellschaftliche Mindestsdistanz

Diese gesellschaftliche Mindestdistanz lässt sich auch nicht immer einhalten. Sehr oft müssen uns auch wildfremde Menschen wesentlich näher rücken. Denken Sie nur an die Situation in der überfüllten U-Bahn, im voll besetzten Lift, beim Zahnarzt oder beim Friseur.

Überall spüren wir die anderen hautnah. Wir verteidigen uns dabei unbewusst: manchmal mit dem einfachen Zur-Seite-Drehen – auch hier kommt wieder unsere Knochenseite zum Einsatz.

Wenn Nähe unvermeidbar wird

Wir ziehen uns in uns zurück, unser Körper „ignoriert“ die Nähe, wir versuchen in solchen Situationen auch möglichst ein Gespräch zu vermeiden.

Beim Zahnarzt und beim Friseur können wir uns schwer zur Seite drehen, da müssen wir das Überschreiten der Distanzzone akzeptieren.

Den Blicken ausweichen

Wir versuchen den anderen dadurch etwas von uns wegzuschieben, indem wir ihm den direkten Blickkontakt verwehren. Auch wenn wir weiter mit ihm reden, richtet sich plötzlich unser Blick an ihm vorbei in weite Ferne.

Ein Verhalten, dass der andere unbewusst richtig versteht, kein Zahnarzt würde sich dadurch gekränkt fühlen. Wer in Situationen erzwungener Nähe den Blick weiter starr in die Augen des anderen richtet, der verletzt diese Gesetze von Nähe und Distanz, er beginnt ein Machtspiel, er spricht eine offene Drohung aus.

Was wirkt aggressiv?

Es ist nicht immer nur die zu große physische Nähe, die als aggressiv empfunden wird, sondern es ist das Verhalten, wie die einzelnen Beteiligten darauf reagieren.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Tatsache, ob die Situation der „ungebührlichen“ Nähe erzwungen ist oder vermeidbar wäre. Ist der Aufzug wirklich voll besetzt, kann ich nicht Abstand halten. Sind wir nur zu zweit im Lift, verhält es sich schon anders.

Öffentliche Distanz

Und ist es wirklich notwendig, dass der Kollege immer auf meiner Armlehne sitzt und offensichtlich nur in meinem Computer die gesuchte Information findet?

Alles, was sich mehr als zwei Meter von uns entfernt befindet, nennen wir „öffentliche Distanz“. Hier her gehören Redner, Schauspieler, Lehrer und ähnliche „öffentliche Personen“.

Greifbares unbehagen

Wir empfinden es als unangenehm, wenn der Schauspieler plötzlich von der Bühne springt und versucht, uns hautnah in das Stück mit einzubeziehen. Oder wenn der Vortragende im Saal plötzlich vor uns steht und direkt anspricht. Wer ist in der Schule schon gerne in der ersten Reihe gesessen, in der direkten Schusslinie des Lehrers?

Die Signale, die wir aussenden, wenn eine unserer Distanzzonen überschritten wurde, sind meist sehr deutlich. Das Unbehagen ist greifbar.

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