B E R U F E B I L D E R setzt Themen in den Medien: Macht Intelligenz erfolgreicher oder nicht?

Vorgestern habe ich, inspiriert durch einen neuen Kommentar, einen älteren Beitrag nochmal in den Sozialen Medien geteilt. Thema: Haben die Dummen mehr Erfolg? Gut 3000 Abrufe, 34 Kommentare und Medienveröffentlichungen, auf die ich aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu meiner These angesprochen wurde, zeigen: Das Thema bewegt die Gemüter.

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Zu intelligent für den Erfolg?

“Erfolg haben vor allem die Dummen – Ich bin einfach zu klug, um erfolgriech zu sein” Für mich hört sich das vor allem nach Jammern auf hohem Niveau an. Wie könnte man besser seine eigenen Misserfolge rechtfertigen, als mit der Aussage: Ich bin einfach zu intelligent, um erfolgreich zu sein.?

schrieb Robin Brunold in seinem Kommentar – und entfachte damit die Diskussion um ein Thema neu, das eigentlich schon im April 2010 online gegangen war und bereits damals für Aufsehen sorgte.

Wir setzen Themen in den Medien

Denn weil ich daraufhin den alten Beitrag wieder vorholte, wurde er auch wieder sehr heftig diskutiert, vor allem auf Twitter und hier im Blog sowie von diversen Medien rezipiert.

Z.B. wurde er von Medienvertretern wie der Karriere-Redakteurin von ZEIT ONLINE getwittert (siehe Kommentare im Beitrag) und bei  Spiegel Online gab es eine Veröffentlichung, auf die ich von mehreren Lesern angesprochen wurde, weil der Titel und auch einige Auszüge die These meines Beitrags wieder aufnahmen, auch wenn Spiegel Online mir via Kommentar (siehe unten Update) dann später mitteilte, dass es sich offenbar um einen älteren Beitrag aus Spiegel Job handelt, von dem ich bis heute allerdings keinen Beleg gesehen habee.

Worum es mir aber eigentlich geht: Ich möchte die spannenden Thesen des Spiegel-Beitrags, dessen Autoren sich natürlich weit ausführlicher mit der Materie auseinandergesetzt haben, aufgreifen und diskutieren. Denn hier wurden auch wissenschaftliche Studien herangezogen, um die Frage zu erörtern, ob IQ-Tests bei Bewerbungen sinnvoll sind und – damit einhergehend – ob Intelligenz denn nun besser für die Karriere sei oder nicht.

Was Studien belegen

Die Autoren kommen dabei zu dem Schluss, dass zwar im ersten Moment Intelligenz nicht entscheidend ist, wenn man empirischen Studien folgt, allerdings schon.

Intelligenz ist nicht schädlich, aber zu viel sollte es vielleicht dann doch nicht sein. Und schließlich entscheiden in Wahrheit ganz andere Faktoren: Fleiß, Charme, Skrupellosigkeit, Manieren, Netzwerk, Geschlecht oder auch Glück. Das ist der Eindruck, aber die Empirie kommt zu einem anderen Ergebnis.

Denn eine Langzeit-Metaanylse zeigt: Je intelligenter ein Mitarbeiter ist, desto eher liefert er gute Arbeit und ist beruflich erfolgreich.

Intelligente Störenfriede?

Das klingt eigentlich auch logisch, und doch zeigen die Spiegel-Autoren im weiteren Verlauf ihres Artikels, dass Intelligenz dabei eine ziemlich relative Sache ist und bestätigen, was ich in meinem Artikel schrieb:

Häufig stören intelligente Menschen auch die Abläufe in Unternehmen: Sie sind nicht nur mit sich selbst, sondern mit anderen überaus kritisch, hinterfragen Arbeitsabläufe, können sich schlecht anpassen, Legen den Finger auf Wunden. Dadurch machen sie die Chefs nervös, ja sie könnten sogar die Kollegen aufwiegeln. Also besser gleich feuern!

Denn Schlaumeier und Neunmalkluge sind unbeliebt, schon in der Schule und auch in Unternehmen. Der hochbegabte Nerd, der nicht klar kommunizieren kann, hat das Nachsehen.

Für Intelligenz spricht daher auch, so folgern die Spiegel-Autoren, auch mal zurückzustecken, den anderen Menschen nicht ihre Dummheit vor Augen zu führen und somit nicht Salz in Wunden zu Streuen.

Anpassung als Zeichen von Intelligenz?

Anpassung also als Erfolgsstrategie und die Intelligenz als Zeichen, dass diese Anpassung beherrscht wird? Das mag kurzfristig richtig sein, ob es jedoch langfristig die richtige Strategie ist, für einen selbst, das Unternehmen und die Gesellschaft, darf bezweifelt werden.

Man könnte an dieser Stelle Beispiele aus der Geschichte aufführen, aber ich möchte hier lieber auf einen Blogpost von Svenja Hofert verweisen, der deutlich macht, wie wichtig auch die anstrengenden, unbeliebten Querköpfe für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist.

Wer Intelligent ist, sollte auf sie nicht verzichten. Ob sich diese Intelligenz aber tatsächlich in IQ-Tests messen lässt, das bezweifeln nicht nur die Kommentatoren des Spiegel-Artikels.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. KarriereSPIEGEL
    KarriereSPIEGEL

    Da überschätzen Sie, mit Verlaub, Ihr Blog („Setzt Themen in Medien“) aber arg. SPON-Beitrag ist aus Magazin SPIEGEL JOB.

    • Danke für den Hinweis, ich habe das im Text gleich angemerkt. Das stammt aber nicht von mir, sondern von einigen meiner Leser, die mich auf die Ähnlichkeit der Themen angesprochen haben. Sie sehen, dass der Eindruck auch bei anderen entsteht.

  2. Christa Lieb
    Christa Lieb

    “@aschwandenb: Je schlauer, desto Chef? (Beitrag via Twitter) dDjhhq0tnt” Nicht unbedingt (aus Erfahrung) 😉 LG

  3. Knut Bochum

    RT @aschwandenb: Je schlauer, desto Chef? (Beitrag via Twitter) jg7t7BttU0

  4. KompetenzPartner

    B E R U F E B I L D E R setzt Themen in den Medien: Macht Intelligenz erfolgreicher oder nicht… #Beruf #Bildung

  5. Felix Farkas

    RT @aschwandenb: Je schlauer, desto Chef? (Beitrag via Twitter) jg7t7BttU0

  6. Barbara Aschwanden

    Je schlauer, desto Chef? (Beitrag via Twitter) jg7t7BttU0

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