ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer



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Gut 10 Tage ist es her, dass am 21. Juli in der ARD die Reportage „Das Märchen vom Fachkräftemangel“ ausgestrahlt wurde, an der B E R U F E B I L D E R.de durch Hilfe bei der Recherche, Vernetzung mit potentiellen Interviewpartnern und letztlich auch einen eigenen Wortbeitrag maßgeblich beteiligt war. Seitdem hat es eine Reihe spannende Resonanzen gegeben. ingenieur

Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

Endlich Menschen mit der gleichen Meinung!

Was mich persönlich sehr berührt hat: Gleich nach der Sendung meldeten sich zahlreiche Ingenieure zur Wort, die uns für unsere Arbeit dankten, weil sie durch die Sendung festgestellt haben, dass sie mit ihrem Problem, keinen Job zu finden, gar nicht so allein sind. So schrieb mir Regina:

Hallo Frau Janson, am Montag haben mein Mann und ich Sie in der Arbeitsreportage – Das Märchen vom Fachkräftemangel – gesehen und gehört. Uns tut das so gut, endlich mal Menschen zu hören, die die gleiche Meinung haben wie wir.

Tatsachen, die wütend machen

Hier merkt man, wie frustrierend und auch psychisch belastend es für viele Menschen ist, immer und immer wieder das Klagen der Arbeitgeber über den angeblichen Fachkräftemangel zu hören, zu der entsprechenden Zielgruppe zu gehören – und dennoch keinen Job zu finden.

Auch andere Zuhörer waren betroffen. So schreibt Weiterbilder Martin Salwiczek: „Der Film war treffend, macht wütend.“ https://twitter.com/MSalwiczek/status/491344506173030400

Diskussion stößt neues Blogprojekt an

Was mich gefreut hat, war das es aber auch konstruktive Tipps zur Lösung des Problems gab. So bereichtete Clara von ihren Erfahrungen mit hunderten von Bewerbungen als Ingenieur und ihrer Konsequenz: Auswandern!

Wir haben schlussendlich ganz einfach das Land verlassen und leben nun seit mehr als 5 Jahren im Ausland, teilweise außereuropäisch, sind alle in Lohn und Brot und machen uns über das deutsche System keine Sorgen mehr. Es interessiert uns auch nicht mehr. Unsere Kinder sind mehrsprachig und steuern gerade auf ihre Master-Abschlüsse (auch Ingenieurwissenschaften :-) ) zu.

Da das Thema bei anderen Lesern auf reges Interesse stößt, hat sich Clara nun dazu entschlossen, etwas umzusetzen, das sie offenbar schon länger mit sich herumträgt: In einem eigenen Blogprojekt, wird sie nun über das Auswandern als Ingenieur berichten. Wir dürfen gespannt sein.

Kritische Stimmen

Daneben gab es auch Kritik an der Machart der Sendung – und zwar in Form einer fundierten Rezension von Gerhard Kenk, Macher der Crosswater Job Guide, der den Aufbau der Reportage mit einer Telenovela verglich. Für seinen Geschmack war die Sendung etwas zu viel Feuilleton und etwas zu wenig Analyse.

Ganz unrecht hat er nicht, auch für mich persönlich hätte es etwas weniger Tränendrüse sein müssen. Hier kommt natürlich die Tatsache zum Tragen, das dem Zuschauer Fakten möglichst als leichte Kost und in einprägsamen Bildern präsentiert werden sollen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Aber ich war insgesamt begeistert von der Tatsache, dass es der Sendung gelang, dennoch in so kurzer Zeit alle wichtigen und höchst unterschiedlichen Aspekte des Themas zu präsentieren.

Ich bin nur nicht überzeugt, ob auch Menschen, die von dem Thema keine Ahnung haben, auch alles verstanden haben. Da gebührt es nun Gerhard Kenk, dass er in seinem Beitrag die wichtigsten Fakten noch einmal übersichtlich versammelt hat. Zum Beispiel:

  • Karl Brenke (DIW) definiert den Fachkräftemangel so: Auf 1 Stelle kommen 3 Bewerber – das ist keine klare Mangelsituation.
  • Martin Gaedt (Autor von “Mythos Fachkräftemangel”): Schlagzeilen werden leicht von den Medien aufgegriffen.
  • IW multipliziert die offenen Stellen mal 7 – das ist Lügen mit Zahlen.
  • Die Erwerbspersonenlücke beträgt 6.5 Millionen, das allein ist noch keine Basis für einen Fachkräftemangel.
  • Billige Löhne für Fachkräfte: Das Jahresgehaltsminimum wurde von 66.000 über 47.000 auf 32.000 Euro gesenkt.
  • Und vieles mehr – dazu einfach den Beitrag lesen.

Funktioniert Fachkräftemangel wie Fruchtjoghurt?

Einen etwas anderen Überblick gibt Respektspezialistin Bettina Schöblitz: Sie stellt die verschiedenen Lügen-Fakten einander gegenüber und auf witzige Weise in Frage, indem sie sie mit Alltagsbeispielen konterkarrikiert.

Etwa das Beispiel von dem Enttäuschten Arbeitgeber, der nur sechs Bewerbungen erhält, von denen er vier sofort einstellen könnte, aber dennoch enttäuscht ist.

Ist es ein echter Mangel, wenn ich im Supermarkt “nur” zwischen sechs Sorten Erdbeerjoghurt wählen kann und keiner davon meiner Anforderung nach 183 ml Inhalt und 47 % Fruchtanteil entspricht?

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  1. Hallo Leute !
    Komme mal wieder mit neuen Überraschungen. Das von mir angesprochene Buch ist fast fertig und ich bin jetzt im Schnelldurchlauf mit den Zahlen der Konzerne beschäftigt.

    Also, wir haben gegenwärtig in Deutschland 11.900 regisitrierte Börsen orientierte Großkonzerne.
    Wenn wir mal hier davon ausgehen, das jede Aktiengesellschaft „nur“ 100 Azubis pro Jahr einstellt, dann wären wir bei jährlich 1.190.000 Azubis. Das würde aber bedeuten, dass die gleiche Zahl pro Jahr die Abschlußprüfung absolviert hat. Also ebenfalls pro Jahr 1.190.000 neue Facharbeiter die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Warum muß das so sein ?
    Die einen absolvieren die Abschlußprüfung und sind aus dem Ausbildungsverhältnis raus. Die vom 3. Ausbildungsjahr rutschen ins 4. Die vom 2. in das 3. Die vom 1. in das 2. Ja und dann die neuen, die in das 1. kommen. Sonst wäre ja irgendwann kein Platz mehr vorhanden. Und den benötigt man ja, wenn neue Azubis eingestellt werden sollen.
    Also wie gesagt, im Falle wenn jede Aktiengesellschaft „nur“ 100 Azubis einstellt wäre das die zu erwartende Zahl.

    Ich habe mir die neuen Ausbildungsverhältnisse diverser Konzerne angeguckt (ca. 25 Stck). Was erwartet Ihr denn jetzt zu hören ? Bei der AG mit den wenigsten neuen Azubiverhältnissen sprechen wir trotzdem von 250 neu abgeschlossenen Azubiverträge. Bei der AG mit den höchsten sprechen wir von 950 neu abgeschlossene Verträge. Und so geht das weiter und weiter.
    Das ist aber offensichtlich mal ein Punkt in diesem die Medien nicht recherchieren, sonst würden sie nicht immer so einen Schwachsinn veröffentlichen, was den angeblichen Fachkräftemangel betrifft.
    Gruß an Euch alle !

    • Hallo Herr Dinsing,
      Vielen Dank für das Update. Allerdings steht es für mich außer Frage, dass die Konzerne, die entsprechend bekannt sind, ihren Fachkräftebedarf decken können. Viele wollen gerne bei Mercedes arbeiten. Wie sieht es aber mit den kleinen, unbekannten Mittelständlern in der Provinz aus? Gibt es da Zahlen? Ich stelle gerne einen Kontakt her.
      Ich Südtirol beispielsweise bekommen Unternehmen sogar Zuschüsse, wenn sie qualifizierte Mitarbeiter einstellen.

  2. Hallo Frau Janson !
    So, da bin ich mal wieder. Haben Sie die Leseprobe erhalten und was sagen Sie dazu ?
    Na ja, nachdem auch die Fa. Siemens 11600 Jobs platt gemacht hat (lief groß durch die Medien) und der Energieriese RWE 5000 Stellen abgebaut hat, werden wir wohl nun wieder einen Fachkräftemangel haben.
    Ich frage mich ernsthaft, wer verarscht hier eigentlich wen ???
    In diesem Sinne verbleibe ich,
    mit frndl. Gruß

    U. Dinsing

    PS. Sie bekommen nach Erscheinung des Buches ein Freiexemplar von mir. VERSPROCHEN !

  3. Gegenangriff des VDI´s!

    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/ingenieursbedarf-13148678.html

    Der VDI präsentiert als traurige Politik gegen die ARD-Reportage eine Umfrage, die allen den Ingenieurmangel verdeutlichen soll! Unterschlagen dabei die wichtigsten Argumente der Glaubwürdigkeit und die Medien drucken es einfach ab!

    1. Es wird nicht gesagt in welchen Job´s die Ingenieure unterkommen, ob nun fachfremd oder Ingenieursdienstleister, meistens zu schlechteren Konditionen angestellt als Werksangehörige! JOB IST JOB

    2. Befragung der Mietglieder: Viele Ingenieure die arbeitlos, arbeitssuchend oder in einer Branche tätig sind, sind eventuell oder mit ziemlicher Sicherheit nicht Mietglied, zumal die Beiträge nicht gerade günstig sind. Außerdem wenn Sie die studentischen Mietglieder nicht befragt haben, weil Sie noch Studenten sind, aber eigentlich gerade aus dem Studium raus sind, arbeitsuchend oder arbeitslos und lediglich dem VDI nicht bescheid sagen! UPPPPS, was solls!

    3. Die Ingenieur die keinen Job finden, sollen doch einfach mal den Standort wechseln, dann kriegen wir die 16 Prozent ohne Job sicher auch unter! Sicher es liegt nur daran! Wahrscheinlich sind exakt diese 16 % die repräsentative Masse!

    Es ist zum Mäusemelken! Das sich eine größere Gruppe dagegen stellt ist sehr unwahrscheinlich, weil wer stellt Querdenker schon in Zeiten ohne Ingenieurmangel ein?

    Traurig aber wahr, ab ins Ausland und Deutschland den Rücken kehren, obwohl es ein tolles Land ist, aber nicht mehr für Ingenieure! Die Frage für Berufseinsteiger: Wie sieht es in zehn Jahren aus? Dienstleister mit Sitz im Ausland übernehmen die Arbeit?! Ingenieursdienstleister erfinden auch das Outsourcing neu?! Der Druck und Kampf auf dem Arbeitsmarkt steigt noch mehr?! Alternative: Ausstieg aus der Branche vor dem eigentlichen Einstieg?

    MFG

    YOUNG ING

    • Danke für den Hinweis. Schon krass. Ins Ausland zu gehen scheint für Ingenieure tatsächlich die bessere Wahl zu sein.

    • Momentan arbeite ich an einer Publikation die genau dieses Thema beinhaltet. Die entsprechenden Verträge zwischen dem Verlag und mir sind soweit von beiden Parteien unterschrieben worden.
      Nun zur Sache. Wenn man sich nur einmal folgenden Sachverhalt vor Augen hält wird erkennbar, dass wir in Deutschland überhaupt keinen Fachkräftemangel haben können !

      Wir haben gegenwärtig ca. 3 Mio Leute, die das „ALG I“ beziehen. Dazu kommen nochmal ca. 4 Mio erwerbsfähige Leute die mit dem „ALG II“ leben. Macht also zuzsammen derzeitig 7 Mio Menschen ohne Job.
      Wenn ich nun davon ausgehe, dass nur 20 % eine erstklassige Ausbildung und Berufserfahrung haben, dann sind wir ja jetzt schon bei 1,4 mio Menschen. Und was ist wenn es nicht 20 sondern 40 % sind ? Fachkräftemangel ? Kann ja wohl nicht so ganz stimmen. Ich schließe mich da eher der ÖÄüßerung eines BWL-Prof. an der mal sagte, „Fachrkäftemangel nein aber Fachlohnmagel, ja !“ Und genau da liefgt das Problem. Und wenn die unfähige Politik glaubt mit ihrem Gesetz über Mindestlöhne im Bereich 8,50 Euro was erreicht zu haben, dann kann man über so viel Schwachsinn nur noch lachen. Aber dass Politiker keine rationale Denkweise beherrschen und auch keinen Realitätsbezug haben, pfeifen die Spatzen seit jahrzehntern von den Dächern. Dazu kommen dann noch die „netten“ Möchtegernunternehmer denen es so ähnlich wie den Politikern geht. Von diesen unfähigen Managern und Führungskräfte haben wir ebenfalls genug !

      Na ja, wie dem auch sei. Eine Leseprobe von der angesprochenen Publikation habe ich auf meiner Seite zur Verfügung gestellt. Siehe dort unter „Bücher“

      • Hallo Herr Dinsing,
        danke für den Hinweis. Sie sind schon der zweite, der mich wegen einer Buchveröffentlichung zu dem Thema anspricht. Gerne können Sie mal einen Auszug zur Veröffentlichung schicken, sofern dieser nicht schon woanders online steht. Sorry für die Sache mit der Website – es dient dem Spamschutz. Aber Sie haben das ja nachgetragen.
        Viele Grüße

        • Hallo Frau Janson !
          Schaue mal gerade wieder rein ob es vielleicht etwas neue gibt.
          Nein nein, ich habe doch schon wegen dem Buch den Autorenvertrag unterschrieben. Vermutlich hatten Sie da was falsch verstanden.

          Aber nochmal zum Thema. Ich habe jetzt so ziemlich alle Handwerkskammern durchgearbeitet und behandele den industriellen Zweig im „Schnelldurchlauf“. Ich kann nur sagen, dass die Zahlen der Ausbildungsabsolventen schwindelne Höhe erreicht hat. Dazu kommen die Zahlen der bestandenen Meisterprüfungen, Ausbilderprüfungen und sonstige Fortbildungsprüfungen. Wenn das einer liest, der schlägt die Hände über den Kopf zudsammen. Und das nur im Handwerk. Was glauben Sie, was in der Industrie abläuft ? Alleine Daimler-Benz hat mir auf Anfrage mitgeteil, dass gegenwärtig bundesweit im Daimlerkonzern über 6000 Azubis ausgebildet werden. Na dann warten wir mal ab wie es bei Thyssen-Krupp uns sonstige Großkonzerne aussieht.
          Und dann kommen solche dahergelaufenen Spinner und erzählen dem Volk etwas von einem Fachkräftemangel. Ich glaube bei denen herrscht ein Mangel an Realitätsbewusstsein.

          Werde Ihnen aber in der anderen Sache gerne einen Auszug rüber schicken. Lachen Sie sich nicht kaputt über meine Ausdrucksweise, aber gewisse Leute verstehen keine andere Sprache.

          Mit frndl. Gruß, U. Dinsing

          • Hallo Herr Dinsing,
            Sie können die Diskussion auch abonnieren.
            Freut mich, bin gespannt auf das Buch und gerne können Sie mir einen Auszug – gerne auch als Vorabveröffentlichung – zuschicken. Was Ihre Zahlen angeht, wundern mich die hohen Azubizahlen bei Konzernen nicht, die Klagen darüber kommen aber vor allem aus dem Mittelstand, bevorzugt von unbekannten Firmen aus der Provinz. Habe ich gerade letzte Woche in Garmisch-Partenkirchen erfahren, aber auch schon in Sachsen oder Südtirol. Und auch schon von jungen Leuten gehört: Wirtschaftsregion Hwilbronn -kennen ich nicht… Sicher auch eine Frage der Bezahlung, des Dienswagens und des Status, dass man lieber zu den großen Unternehmen will.
            Haben Sie dazu Erkenntnisse?

  4. Danke für diesen Bericht mit den nach meiner Auffassung klaren Aussagen, die das Problem zutreffend beschreiben. Im Übrigen gab es in Deutschland einmal einen Fachkräftemangel und zwar im IT-Bereich und das war die Zeit der Umstellung zum Jahre 2000. Dort hat man auch gezeigt, wie die Industrie mit wirklichem Fachkräftemangel umgeht. Daraus folgt für mich die Definition eines Fachkräftemangels:

    Ein Fachkräftemangel liegt genau dann vor, wenn der Quereinsteiger eine Jobchance hat.

  5. Gibt es die Initiative „Wir-sind-VDI noch“ und wie kann man da mitmachen?

    Bin aktuell zwar noch beim VDI, aber nach dem Bericht habe ich echt die Schnauze voll und finde, dass man dringend etwas ändern sollte.

    • Das mit der Initiative würde mich auch mal interessieren!

      Deswegen habe ich bewusst gekündigt und auch explizit als Grund die Arbeitsmarktpolitik des VDI angegeben!

    • hallo Marko, leider hat der Initiator Burnout und kann sich daher zur Zeit nicht mehr kümmern. Ich stelle aber auf Wunsch gerne einen Kontakt her,.
      Danke

  6. Hallo,

    da ich NOCH VDI-Mitglied bin, erhalte ich die bis zum Ende der Mitgliedschaft die VDI-Nachrichten! Dort erschien ein Artikel am 01. Aug. „Dichtung oder Wahrheit: Fehlen Deutschland Ingenieure?“, leider ist der Artikel nicht online lesbar, aber der VDI stellt klar das jüngste mediale Berichte jeglicher Grundlagen fehlen. Es werden alle aufgeführten Fakten aus dem Arbeitsmarktreport aufgegriffen und einfach dementiert auf eine sehr enttäusche, schwache Weise.

    Der VDI realisiert nicht, dass Sie das Vertrauen der jungen Ingenieure insbesonderer Berufseinsteiger erschüttern und somit sich massiv als Verein mit guter Reputation selbst schaden.

    Gruß immer noch arbeitsloser Young Ing

    • Danke für den Hinweis, haben Sie vielleicht einen Link zu dem Bericht? Dann könnte ich darauf mal eingehen.
      Viele Grüße

    • Ich habe den VDI nachrichten bzgl. dieses besagten Artikels einen sachlichen Leserbrief geschrieben, in dem ich einleitend meine persönliche Wahrnehmung des Stellenmarktes erwähne und in der Folge die Frage aufwerfe, warum denn der VDI angesichts der vorliegenden offensichtlich widersprüchlichen wissenschaftlichen Aussagen gerade den arbeitgeberfreundlichsten Standpunkt wählt und entsprechenden Lobbyismus betreibt. Hierüber wurde vereinsintern zu keinem Zeitpunkt diskutiert. Und dennoch soll diese Haltung im Interesse der Mitglieder-Mehrheit sein?

      Auf meine Einsendung bekam ich die knappe Antwort, dass die Veröffentlichung von offenen Stellen ja nichts damit zu habe, welche bzw. wieviele Stellen die Unternehmen der Agentur für Arbeit meldeten – und dass sich das iw bzw. VDI eben auf die gemeldeten offenen Stellen beziehe.
      (Anders ausgedrückt: persönliche/subjektive Wahrnehmung tut hier nichts zu Sache.)

      Auch eine Art mit nicht-linientreuen Mitgliedermeinungen umzugehen.
      (Gilt vermutlich als professionell unter entsprechenden PR- und coporate-communications-Maßstäben…)

      Der VDI meidet offensichtlich bewußt die inhaltliche Auseinandersetzung.
      Um angesichts dessen den fortlaufenden Missbrauch meiner Mitgliedschaft durch den VDI zu unterbinden (…“wir vertreten so-und-so-viel-tausend Ingenieure“…) habe ich meine Mitgliedschaft gekündigt (so-und-so-viel-tausend-minus-1).

      • Hallo Christian,
        danke für den Hinweis. Was da wohl helfen würde, wäre, das diese tausende von Mitgliedern austreten. Ich füchte, der VDI wiegt sich in Sicherheit oder tut zumindest so.
        Immerhin sind sie nicht pampig geworden wie es an anderer Stelle dokumentiert ist, vielleicht hat die TV-Sendung doch durchaus etwas nachdenklich gemacht. Vielleicht stirbt aber auch nur meine Hoffnung zuletzt…

        • Hallo Simone Janson,
          die Gutsherrenart, wie die VDI-Leitung hier eigenmächtig auf Bundesebene politischen Einfluss ausübt, sollte im Grunde schon längst zu einem größeren (web 2.0-gestützten) Mitgliederaufstand geführt haben.
          Dass das bislang nicht stattgefunden hat, hat gewiss mit der nach wie vor bestehenden Vereinsreputation zu tun, die sich im Wesentlichen aus der Standardisierungs- und Richtlinien-Arbeit oder dem Engagement der vielen ehrenamtlichen Regional- und Fachgruppenleiter speist. Außerdem ist anzunehmen, dass trotz der bisher geleisteten medialen Aufklärung noch viel Unwissen bzw. arbeitsmarktpolitisches Desinteresse seitens derjenigen mit wenig aktuellen Erfahrungen in puncto Stellensuche vorherrscht.

          Mich persönlich stimmt die in besagter ARD-Reportage dokumentierte verhaltene Reaktion seitens Frau Nahles zum Thema ‚Fachkräftemangel‘ vorsichtig optimistisch, dass sich die politische Wetterlage zu diesem Thema langsam drehen könnte.

          Unabhängig davon meine ich, dass dieser Ihr offener, informativer Blog, sehr geehrter Frau Janson, den Bedarf der Interessierten nach Hintergrundinformationen decken und die Haltung der vielen zu Recht Entrüsteten bündeln hilft – und damit eine wichtige dauerhaft-wirkende Triebfeder für zukünftige Richtigstellungen darstellt.
          Danke dafür!

          • Hallo Christian,
            Gutsherrenart ist nett ausgedrückt. Wir, ich und die Autoren, freuen uns, das Ihnen unsere Arbeit gefällt. Ich habe auch den Eindruck, dass das Thema langsam auch anders diskutiert wird. Als die Diskussion 2009 begann, war die Reaktion der Personaler noch durchweg ablehnend. Nicht zuletzt wegen solcher ARD-Sendungen und des Buches von Herrn Gaedt wird das Thema nun in der Szene etwas differenzierter diskutiert.

  7. RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  8. Alfred Fuhr

    RT @Berufebilder: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer –

  9. RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  10. RT @Berufebilder: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer

  11. RT @Berufebilder: Danke! RT @matsblog Zuschauerstimmen zeigen: Märchen v. #Fachkräftemangel war & ist wichtige Sendung!

  12. Martin Vlad

    RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  13. RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  14. Ich kann der Analyse von Herrn Gerhard Kenk nicht zustimmen, denn diese Sendung war überhaupt nicht auf Analyse ausgelegt. Wenn man Analyse will, wird man eine Sendung darüber machen, sie mit Statistiken und Zahlen vollstopfen und Fachleute aller Couleur darüber fachsimpeln lassen. Die betroffenen Menschen werden in einem maximal 5-minütigen Einspieler zu Wort kommen. Gewissermaßen als icebreaker und warm-up.

    Diese Sendung sollte m.E. den menschlichen Aspekt zeigen und das ist ihr sehr gut gelungen. Wenn man noch mehr Leute befragt hätte, dann wären wahrscheinlich wirkliche Tränen geflossen, so wie das im realen Leben eben ist, wenn man seine Existenz verliert und keine neue bekommt. Denn das steht dahinter, auch wenn HartzIV verhindert, dass man unter der Brücke landet. Über 40 Prozent der aktuellen Arbeitsverträge in Deutschland sind befristet. Das erhöht den Druck noch um ein vielfaches. Über 45 sollte man auch nicht werden, denn dann ist man zu alt, zu teuer und angeblich zu unflexibel. Die Lobby der Großunternehmen hat es geschafft, die Politiker für sich arbeiten zu lassen. Und das in einem Land, das eigentlich ein klassisches Land der kleinen und mittleren Betriebe ist.

    Wie sehr die aktuelle Krise die Menschen vor sich hertreibt, zeigt z.B. auch Irland. Aktuell wandert alle 6 Minuten ein Ire aus, 10 in einer Stunde, 240 am Tag. In den letzten 3 Jahren haben ca. 300.000 Iren das Land verlassen. Es gehen die Jungen, die gut ausgebildeten. Der keltische Tiger ist gefragt. Bei einem Volk von nur 4,5 Mio kann man sich durchaus fragen, ab wann es das Land von innen auffrisst, denn diejenigen, die nach Übersee gehen, also Kanada, Australien, Neuseeland, werden nicht zurückkommen.

    Herzlichst

    Clara

    • Hallo Clara,
      ich verstehe natürlich, dass sich der Zuschauer mit dem spanischen Päächen und seiner Story viel besser identifizieren kann als mit nackten Zahlen. Dennoch mag ich persönlich dieses Art von Betroffenheitsjournalismus-Infotainment auch nicht. Die Emotionen vernebeln dann ganz schnell den Blick auf eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. In der ganzen Diskussion wird mir, das merke ich seit Jahren hier im Blog, zu viel polemisiert – das mag von Seite der Betroffenen verständlich sein, hilft jedoch am Ende nicht weiter.

      Ich finde, da bieten Sie selbst das beste Beispiel: Natürlich waren Sie persönlich betroffen und dann zurecht sauer. Aber dann haben Sie auch aktiv selbst nach einer Lösung des Problems gesucht, statt nur auf Hilfe von außen zu hoffen. Ich habe den Eindruck, dass diesen Schritt viele Betroffene nicht gehen. Und in der Sendung wurde auch tatsächlich mal wieder nur das Problem aufgezeigt, aber keine Lösung.

  15. RT @SimoneJanson: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer –

  16. Dirk Steinmetz

    Da schreibe ich einmal einen Kommentar bei Berufebilder und schon ist die Seite down. 😉 / Cc. @Berufebilder

  17. Dirk Steinmetz

    RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  18. Dirk Steinmetz

    RT @matsblog: Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @Sim…

  19. Hallo,

    das war in der Tat eine sehr interessante Reportage. Mit guten Argumenten kam heraus, dass die Unternehmer und Lobby-Verbände scheinbar bewusst ein Überangebot an Fachkräften provozieren, um das Lohnniveau zu senken. Für mich besonders interessant das Gesundheitswesen. Meine Gedanken zur „Gutsherrenmanier“ des interviewten Chefarztes und zu den deutlichen Aussagen über den wohl tatsächlichen Mangel bei Medizin und Pflege habe ich auf meinem Blog zusammengefasst.

    Viele Grüße

    Dirk

    • Hallo Dirk,
      danke für den Hinweis, das wird sicher viele Betroffene interessieren.
      Gerne greife ich das Thema auch nochmal gesondert auf.

  20. Gute Zusammenfassung von @berufebilder zu den Reaktionen auf die ARD-Doku „Märchen Fachkräftemangel“

  21. obacht, neuer Account-Name! RT @DerLarsHahn Märchen Fachkräftemangel – was daraus wurde. Resonanzen gesammelt …

  22. Katrin Schmidt

    RT @SimoneJanson: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer –

  23. Bettina Schöbitz

    RT @SimoneJanson: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer –

  24. Die Zuschauerstimmen zeigen: Das Märchen vom #Fachkräftemangel war und ist eine wichtige Sendung!
    @SimoneJanson

  25. Uta K. Schlichte

    RT @Berufebilder: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer

  26. Danke! RT @matsblog Zuschauerstimmen zeigen: Märchen v. #Fachkräftemangel war & ist wichtige Sendung! @SimoneJanson

  27. RT @Berufebilder: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer –

  28. Jan C. Weilbacher

    RT @Berufebilder: ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer

  29. ARD-Sendung Märchen vom Fachkräftemangel: Die Resonanz der Zuschauer: Gut 10 Tage ist es her, … #Beruf #Bildung

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