Schonungsloser Blick hinter die Kulissen: Traumberuf Fußballprofi?

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04.03.2014 1178 Leser 2 Debatten 525 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 22 Sekunden

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„Traumberuf Fußballprofi“ – wirklich? In einer Zeit in der Profifußballer zum Traum- und Sehnsuchtsberuf Vieler geworden ist, kommt dieser Realitätscheck von Autor Jörg Runde gerade recht. Hervorragend recherchiert und mitreißend geschrieben verrät das Buch auch Zusammenhänge im Fußball, die „Sportschau“ und der „Kicker“ gerne verschweigen.

Die Karriere der anderen

„Traumberuf Fußballprofi“ zeigt, wie schwer es wirklich ist, im Profifußball Fuß zu fassen – und dass die Millionen nicht einfach mal schnell zu verdienen sind. Der Weg an die Spitze ist hart, Talent alleine genügt bei Weitem nicht.

Wer von morgens bis abends im Büro sitzt und dazu noch eine Menge unbezahlter Überstunden runterreißt, schaut schon mal neidisch auf den einen oder anderen Fußballprofi. Haufenweise Kohle, Hauptbeschäftigung: Fußballspielen. Aber auch da ist nicht alles Gold, was glänzt.

Der steinige Weg zum Profi

Das zeigen Jörg Runde und Thomas Tamberg in ihrem Klasse-Buch „Traumberuf Fußballprofi“. Schon der Untertitel zeigt, dass es nicht ums Träumen geht und heißt: „Der harte Weg vom Bolzplatz in die Bundesliga“. Könnte auch als Überschrift zu jedem anderen Traumjob stehen.

Runde und Tamberg liefern einen erstklassig recherchierten Report über Karrierestraßen und Irrwege im Profifußball. Dafür sind die Autoren von Babelsberg bis Köln, von Hamburg bis Unterhaching gereist, um das Erfolgsgeheimnis der Top-Profis zu portraitieren.

Die Jungs aus der zweiten Reihe

Und auch, um den Jungs eine Präsentationsfläche zu bieten, die es trotz bester Anlagen und beachtenswerter Anfangserfolge nicht gepackt haben.

Die den „Kicker“-Archiven nur eine Randnotiz wert sind, weil sie längst nicht mehr samstags in den großen Stadien einlaufen. Sondern zu Hause sitzen und über jeden greifbaren Hilfsjob ihre Schulden abbauen müssen.

Nötig: Das richtige Quentchen Glück

Thomas Müller, Uli Borowka, Robin Dutt, Mario Götze, Mats Hummels, Jürgen Klopp, Tim Wiese – sie alle kommen zu Wort und schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit dem „Berufsstand“ Fußballprofi, die widersprüchlicher kaum sein können.

Für einen positiven Einstieg sorgt Lewis Holtby, der auch das Vorwort beisteuert. Seine Vorzeigekarriere vom Gladbacher-Jugendinternat über Profi-Einsätze bei Schalke 04 und Mainz 05 bis zur Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft („… dieses Gefühl ist das Beste, was du als Fußballer haben kannst“) und seinen Wechsel in die englische Premier League ist die Blaupause vieler Kinderträume.

Vom Jahrhunderttalent zum Schuldenberg

Konsequent war Holtby, zielstrebig und professionell in der Lebensführung sowieso. Und trotzdem war eine gehörige Portion Glück der Schlüssel zum Erfolg. Holtby hatte und hat das richtige Umfeld, fürsorgliche Eltern, und einen verantwortungsbewussten Manager. Und das ist keine Selbstverständlichkeit.

Fragen Sie mal Savio Nsereko. Garantiert haben Sie den Namen nie gehört. Weil der Junge („ein Jahrhunderttalent“) auf „zweifelhafte Berater und falsche Freunde“ gehört hat, als es steil nach oben ging.

Der schonungslose Abstieg

Dann kamen Schulden, Drogen-und Alkoholprobleme statt Fangesänge aus der Kurve und Bravo-Titelbild. Nsereko ist noch keine 30, aber seine „total verkorkste“ Karriere ist vorbei, „sie hat noch nicht mal richtig angefangen und hätte ihn mit etwas Glück bis in die Champions League führen können. Eine menschliche Tragödie“.

Fazit: „Traumberuf Fußballprofi“ ist ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen der schillernden Welt der Bundesliga-Stars. Hervorragend recherchiert und mitreißend geschrieben verrät das Buch jene Zusammenhänge im Fußball, die „Sportschau“ und der „Kicker“ gerne verschweigen. Top-Empfehlung für Fans und alle, die wissen wollen, was hinter den „großen“ Karrieren steckt.

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