Samsung ATIV Tab 3 im Workflow-Test: Tablet als Notebook-Ersatz?

Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
24.02.2014 1052 Leser 2 Debatten 1097 Wörter Lesezeit: 8 Minuten, 48 Sekunden
Offenlegung/Anzeige: Samsung hat uns kostenlos Testgeräte für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. 
Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Nachdem ich kürzlich ein Ultrabook getestet habe, war ich in den letzten Wochen mit einem Samsung ATIV Tab 3 unterwegs, das mir der Hersteller freundlicherweise für einige Wochen zur Verfügung gestellt hatte. Noch überzeugt mich die Tablet-Technologie nicht ganz.

Erster Eindruck

Das Samsung ATIV Tab 3, sieht ohne Zweifel schick auch mit seinem weißen Design. Die Kombination aus Tablet mit Schutzhülle und Tastatur wirkt allerdings nicht nur auf den ersten Blick etwas fragil.

Für mich war die Fragestellung bei dem Test: Kann ein Tablet mit Tastatur ein Netbook oder gar Ultrabook ersetzen und eine vollständige mobile Arbeitsplatz-Lösung sein? Meine Antwort: Nach derzeitigem Stand noch nicht.

Das Gerät kommt mit folgender Ausstattung:

Abmessungen & Gewicht

  • Betriebssystem Windows 8 (32 Bit)
  • Modell/Prozessor Intel® Atom™ Prozessor Z2760 (1,8 GHz) mit 1 MB Intel® L2 Cache
  • Samsung Windows 8 Besonderheiten Samsung SideSync, S Note, S Player+, S Gallery, S PhotoStudio, S Camera+, Evernote, Microsoft Office Trial, Settings, Support Center, SW Update, Norton Internet Security (60 days Trial)

Artikelinformationen

  • Artikelname Samsung ATIV Tab 3 XE300TZC-K01DE
  • Artikelnummer XE300TZC-K01DE
  • EAN 8806085728486
  • Unverbindliche Preisempfehlung inkl. MwSt. 769 €
  • Modellvariante
  • Modellfarbe Marble White

Speicher

  • Hauptspeicher 2 GB
  • Speichertyp 2 GB DDR2L – 800MHz
  • Aufteilung Hauptspeicher Onboard 1 x 2 GB

Display

  • Display 10,1″ (25,65 cm) Touch LED Display
  • Auflösung HD (1.366 x 768)
  • Helligkeit 400 Nit

Grafik

  • Grafikkarte Intel® Graphics Media Accelerator
  • Grafikspeicher Shared Speicher

Speichermedien

  • SSD 64 GB e.MMC Onboard

Kommunikation

  • Wireless 802.11a/b/g/n (2 x 2)
  • Bluetooth Bluetooth 4.0

Audio

  • Audio Stereo-Lautsprecher ( 0,64 W x 2 )

Webcam

  • Webcam 720p HD Webcam (front), 2.0 megapixel Webcam with Flash (rear)

Tastatur

  • Typ Bluetooth Book Cover Kexboard

Zeigereinheit

  • Zeigereinheit S Pen

Power

  • Stromversorgung (V) 40 Watt
  • Standardakku 2 Zellen (25,6 Wh)
  • Akku-Laufzeit * 8 Stunden

Anschlüsse

  • USB 1 x micro-USB 2.0
  • Kopfhörer / Mikrofon 3,5 mm Kopfhörer/Mikrofon-Kombo
  • HDMI™ 1 x Typ D Micro HDMI
  • Multi Memory Kartenslot MicroSD Multi-media CardReader

Maße und Gewicht

  • Maße Gehäuse (B x T x H) 257,4 x 8,2 x 165,3 mm
  • Gewicht 550 g

Arbeiten mit Tastatur

Mein erstes Augenmerk gilt der Frage, ob man mit einem Tablet nebst Tastatur schreiben und arbeiten kann wie mit einem Netbook gleicher Größe. Die Antwort: Bedingt.

Das Tippen auf dem Bluetooth Book Cover Kexboard geht ebenso einfach und leichtgängig wie auf anderen Tastaturen.

Es funktioniert sogar auch, wenn ich das Gerät auf den Knien oder auf einem kleinen Klapptisch im Flugzeug habe. Allerdings ist das Tablet natürlich weit schwerer als die Tastatur  – die fragile Konstruktion kippt daher gerne mal hinten über.

Akku-Laufzeit & Bluetooth-Verbindung

Außerdem hat die Tastatur einen extra-Akku, der extra aufgeladen werden muss. So muss man nun immer noch ein Ladegerät mitnehmen. Nervig. Allerdings muss man dem Akku sowohl von Tastatur als auch von Tablet wirklich hervorragende Laufzeiten bestätigen.

Auch die Bluetooth-Verbindung zwischen Tastatur und Tablet muss extra beim ersten mal durch Eingabe eines speziellen Codes hergestellt werden. Nicht weiter kompliziert, aber mir dennoch ein Arbeitsschritt zu viel, der beim Laptop ebenfalls entfällt.

Maus oder Stylus?

Ein Knackpunkt ist allerdings, dass ich beim Tippen immer wieder zwischendurch wie gewohnt eine Maus benutzen möchte. Da verhaftet man gedanklich automatisch immer noch in seiner alten Arbeitsweise, statt sich auf die neue Arbeitsform einzulassen.

Ich habe das Problem dann so gelöst, dass ich mir beim Schreiben den Stylus hinter das Ohr geklemmt und bei Bedarf als Mauszeiger genutzt habe – vermutlich nicht ganz im Sinne des Erfinders und beim Arbeiten ziemlich unhandlich aber die einzige praktikabele Lösung.

Alternativer Workflow?

Ich habe sogar versucht, nur mit dem Stylus von Hand zu Schreiben. Die Schrifterkennung funktioniert erstaunlich gut, man kann den geschriebenen Text sogar leicht in ein Dokument einfügen. Was leider nicht funktioniert, ist mit dem Stylus direkt z.B. im Open-Office-Dokument zu arbeiten:

Wenn man hier sozusagen per Hand einfach direkt Buchstaben und Textteile löschen und ersetzen könnte, dann wäre das ein guter, alternativer Workflow – und man bräuchte vielleicht gar keine Tastatur mehr. An dieser Möglichkeit zeigt sich ein echter Fortschritt dieses Systems.

Knackpunkt Betriebssystem

Denn der Knackpunkt beim Arbeiten ist wie so oft das Betriebssystem: Das Samsung-Gerät kommt mit Windows 8. Das hat den großen Vorteil, dass man seine üblichen Programme, etwa Open Office, wie gewohnt installieren und nutzen kann und sich nicht mit irgendwelchen Apps herumschlagen muss.

Wenn man aber, wie ich, bewusst auf die Installation von Microsoft-Apps verzichtet, hat man dafür aber auch den Nachteil, auf einem Touchscreen mit den kleinen, für Mauszeiger ausgelegten Schaltflächen der Standart-Software herumhantieren zu müssen. Nur mit seinen klobigen Fingern hat man da keine Chance, ohne Stylus geht es nicht.

Arbeitsspeicher

Da kann sich Windows 8 einfach nicht entscheiden, was es sein möchte: Ein mobiles Betriebssystem wie im Startmenü oder doch eine Desktop-Lösung.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Windows 8 auf einem Gerät mit 2GB Arbeitsspeicher – schon etwas wenig bei einem empfohlenen Preis von 769 Euro – nicht wirklich blendend funktioniert.

Ich habe mir den Test mit dem Grafikprogramm gespart, als ich feststelle, dass alleine schon die Software nur zeitverzögert öffnet. Das könnte aber natürlich auch andere Gründe haben.

Problem Konnektivität

Ein weiteres Problem von Windows 8 ist das Nicht-Erkennen von SD-Karten ab 4 GB. Vermutlich bräuchte es dafür einen eigenen Treiber, unter Linux funktioniert das problemlos. So aber ist es mir nicht gelungen, die Micro-SD-Karte aus meiner Kamera in dem Tablet zum laufen zu bekommen.

Ergebnis: Mal eben schnell die Fotos checken auf dem Tablet anschauen ist nicht. Was aber noch schlimmer ist: Verbindung mit dem PC ist ebenfalls nicht. Denn auch mit dem USB-Kabel klappt das nicht wirklich. Ergebnis: Datenübertragung ist in meinem Fall nur per Internet und Dropbox möglich. Das ist schwach.

WLAN mit Schwächen

Auch das WLAN scheint Schwächen aufzuweisen. Zum Beispiel klappt in meinem Büro die automatische DSL-Verbindung nicht, ich muss das Gerät jedes mal wieder neu verbinden. Kein anderes meiner Geräte macht solche Probleme.

In diversen Hotels auf meiner letzten Pressereise nach Teneriffa bekam das Gerät auch manchmal keine Verbindung – es kann aber auch den Hotels gelegen haben, wobei es mit meinem einige Jahre alten Smartphone problemlos klappte.

Plötzlich funktioniert das WLAN nicht mehr

Einmal musste ich das Gerät allerdings sogar auf die Systemeinstellungen vom Vortag zurücksetzen. Grund: offenbar hatte irgendein unbemerkt gefahrenes Update oder vielleicht ein Virus (von der Antivirurs-Software unterkann?) das WLAN ausgeschaltet.

Erst nach dem System-Reset ging es wieder. Wenn man aber gerade im Ausland ist und nicht viel Zeit hat, kann so etwas ein wirkliches Problem werden.

Fazit

So eine Tablet-Tastatur-Kombination könnte eine feine Sache sein, wenn sie denn problemlos funktionieren würde. Nach momentanem Stand hat diese Kombination jedoch noch zu viele Schwächen. Das Preis-Leistung-Verhältnis, wenn man sich etwa den Arbeitsspeicher anschaut, stimmt zudem nicht wirklich. Einziger Vorteil ist für mich neben dem Gewicht auch die lange Akku-Laufzeit.

Für zukunftsfähig halte ich hingegen die Arbeit mit dem Stylus – das Tablet als Notizblock, auf dem auch direkt am Text arbeiten könnte, wäre für mich eine gute alternative zum Laptop mit Tastatur. Nach bisherigem Stand allerdings würde ich mir allerdings eher ein Ultrabook wie ich es hier getestet habe, kaufen, das auch im Preis-Leistungs-Vergleich mehr bietet.

 

 

berufebilder

Mehr Tipps & Infos? Unsere 10.000+ Community freut sich auf Sie!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Pingback: Moto X im Produktivitätstest – Teil 1: Besser als ein Tablet? | B E R U F E B I L D E R

  2. KompetenzPartner

    Samsung ATIV Tab 3 im Workflow-Test: Tablet als Notebook-Ersatz?: Nachdem ich kürzlich ein Ult… #Beruf #Bildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.