Reinhold Messner im Video-Interview über Ziele & Scheitern: „Ich bin immer meiner Leidenschaft gefolgt“

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03.09.2014 1146 Leser 7 Debatten 555 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 12 Sekunden
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Erfolg & Management Meinung  Traumjob Jobwechsel Selbstfindung Motivation Leistung Köpfe Reinhold Messner   Im August habe ich auf Schloss Sigmundskron bei Bozen/Südtirol den Extrembergsteiger Reinhold Messner interviewt. Im Video-Interview berichtet er von extrinsischer Motivation und davon, wie man auch extreme Ziele erreicht.

Reinhold Messner ist einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt. Er hat gemeinsam mit Peter Habeler 1978 als Erster den Gipfel des Mount Everest ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff erreicht und stand als erster Mensch auf den Gipfeln aller vierzehn Achttausender (1970–1986, jeweils ohne Flaschensauerstoff). Ebenfalls als Erster hat er einen Achttausender im Alleingang (Nanga Parbat 1978) bestiegen. Zudem war er der Zweite, der 1986 die Seven Summits erreichte. Weiterhin durchquerte er die Antarktis (1989/1990 mit Arved Fuchs), Grönland (1993) und die Wüste Gobi (2004). Schließlich ist er ehemaliger Politiker, Buchautor, Redner bei Manager-Seminaren und betreibt mehrere Museen in Südtirol.

Herr Messner, wie wichtig ist Motivation?

Ich bin kein Freund von Motivationsseminare, wenn Sie das meinen. Man kann anderen Menschen Motivation nicht aufzwingen, z.B. durch Geld.

Die ganzen Motivationsgurus und Motivationsseminare sind daher rausgeschmissenes Geld. Motivation steckt viel mehr in uns, man kann sie nur wecken und dann staunen.

Wie geht das am besten?

Ich selbst habe immer nur das gemacht, was ich selbst gerne tue – auf meine Art und Weise. Und am liebsten bin ich Dinge angegangen, die noch kein anderer vor mir gemacht hat.

Die Kritiker, die mir imer wieder sagten „Das ist nicht Möglich“ habe ich mit meinen Handlungen Lügen gestraft. Mein Motto ist: Mit Steinen, die einem jemand in den Weg legt, kann man Großes bauen. Widerstände muss man annehmen und überwinden.

Sind Sie nie gescheitert?

Doch, sehr oft – ungefähr bei einem Drittel meiner Unternehmungen.

Ich habe aber beim Scheitern viel mehr gelernt als bei den Erfolgen, weil ich darauf gekommen bin, was ich falsch gemacht habe.

Was motiviert Menschen zu extremen Leistungen?

Gemeinsame Ziele sind die Grundvoraussetzung: Ich bin grundsätzlich nur mit Leuten losgegangen, die dieselbe Motivation haben wie ich selbst. Beispiel Antarktis-Durchquerung:

Wenn meine Mitstreiter nur durch Geld motiviert worden wären, hätten sie wohl möglich nach einer Woche aufgegeben. Das wäre schlicht unmöglich gewesen.

Kann ein guter Leader motivieren?

Führung funktioniert in einer archaischen Welt ganz anders als in unserem Verständnis: Der Leader wird von der Gruppe gewählt, die sich gemeinsam und instinktiv für die stärkste Persönlichkeit entscheidet. Ein Machtgerangel gibt es nur, wenn die Stärke der führenden Person einen Einbruch erleidet.

Der gegenseitige Austausch ist ein Aspekt, der oft nicht beachtet wird: Der Leader bekommt die Energie der gesamten Gruppe. Wenn er allerdings seine Führungsrolle abgibt, muss er die Energie auch wieder zurückgeben. Daher wird er oft zum schwächsten Glied der Gruppe.

Wie motiviert man sich selbst?

Ich habe immer die höchsten Ansprüche an mich selbst gehabt. Erfolg bedeutet, einen völlig neuen Zugang zu einem Problem und alternative Lösungen zu finden. Wenn ich die nicht finde, kann ich etwas nicht machen. Das gilt für meine Expeditionen genauso wie für meine unternehmerischen Aktivitäten.

Allerdings muss immer Leidenschaft dabei sein: Jeder sollte in seinem Job Leidenschaft verspüren und tun, was er gerne macht. Nur dann ist er wirklich gut. Schwierig und sozial ungerecht ist, dass das nicht allen möglich ist.

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